Der FC Chelsea mit Trainer Thomas Tuchel hat das Spitzenspiel in der Premier League gegen den FC Liverpool knapp, aber verdient mit 1:0 (1:0) für sich entschieden und Jürgen Klopp damit noch tiefer in die Krise gestürzt.
Während die Blues nun auf Rang vier stehen (die Tabelle), sind die Aussichten für die Reds auf eine Champions-League-Qualifikation über die Liga nun sehr gering.
Grund für den Sieg an der Anfield Road war einmal mehr eine solide Defensivleistung des FC Chelsea, der unter Tuchel zusehends kompakter und effizienter wird.
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Lediglich Timo Werner klebte wieder das Pech an den Schuhen, der Neuzugang versucht zwar alles und wirft sich rein für das Team. Und dennoch ist es nicht seine Saison. Drei Dinge, die uns am Donnerstagabend auffielen.

1. Tuchel wollte Speed - und überrennt Klopp

Sein Plan ging letztlich auf. Trainer Thomas Tuchel entschied sich unter anderem für Ben Chilwell (statt Marcos Alonso) als Linksverteidiger und Timo Werner (anstelle von Olivier Giroud) als vorderste Spitze. Sein Fokus lag ganz klar auf der Eigenschaft "Speed".
Aus einer kompakten Fünfer-Abwehrkette heraus suchte Chelsea den Ballgewinn, um dann mit präzisen, oft auch mit langen Bällen, schnell umzuschalten. Gleichzeitig galt es, mit Ball, die Ruhe zu bewahren. "Wir haben den Spielern gesagt, wir brauchen von ihnen Leistung auf höchstem Level. Wir waren mutig und haben das exzellent umgesetzt. Wir haben auf alles eine Antwort gehabt", lobte Tuchel sein Team zu Recht.
Egal, wieviel Druck Liverpool durch aggressives Anrennen erzeugte, durch überlegtes Passspiel befreiten sich die Blues permanent. Es ist beachtlich, wie taktisch diszipliniert sich Chelsea unter Tuchel präsentiert - der Coach scheint in kürzester Zeit einen guten Draht zu seiner Mannschaft gefunden zu haben.
"Ich versuche nur zu helfen", sagte Tuchel bescheiden und richtete seinen Blick gleich wieder nach vorne. "Natürlich war das ein Sechs-Punkte-Spiel, aber das Rennen geht weiter. Wir haben nicht viel Zeit zu feiern."
Aus einer extrem guten Mannschaftsleistung waren gegen Liverpool die Ruhe von Abwehrchef Andreas Christensen sowie die individuelle Klasse von Mason Mount hervorzuheben. Der 22-Jährige war es auch, der den entscheidenden Treffer erzielte (42.).

Mason Mount

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2. Immer wieder Wirbel um Werner

Mangelder Einsatz ist ihm wahrlich nicht vorzuwerfen. Werner arbeitet nicht nur, er rackert sich regelrecht ab für sein Team. Lange Laufwege, viele Sprints, permanentes Anbieten zeichneten ihn gegen Liverpool aus. Und dass er im "Speed"-Duell mit Fabinho klar überlegen war, war offensichtlich. Trotzdem versagen ihm vor dem Tor noch immer zu oft die Nerven, wie in der 16. Minute, als er frei vor Alisson auftauchte und an diesem per Lupfer scheiterte.
Es passte zu seiner eher schwachen Saison mit momentan fünf Toren auf dem Konto, dass sein sehenswerter Treffer in der 24. Minute wegen einer hauchdünnen Abseitsposition aberkannt wurde.
Positiv immerhin: Werner wird von seinen Mitspielern wieder mehr gesucht und er hat mit Tuchel einen Trainer hinter sich, der an ihn glaubt. Sein endgültiger Durchbruch in der Premier League rückt deshalb definitiv näher.
Einige Chelsea-Fans haben da aktuell jedoch noch so ihre Zweifel. Exemplarisch dafür schrieb ein User bei "Twitter": "Kein Zweifel daran, dass Werner gegen Liverpool am härtesten von allen gearbeitet hat, aber er nervt als Stürmer, bringt keine Kreativität rein, vertändelt Bälle und ist für immer im Abseits."

Timo Werner

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3. Klopp steuert auf Katastrophe zu

Ein schlechter Verlierer war er schon immer. Auch nach Abpfiff im Interview war Klopp anzumerken, wie angefressen er ist. "Wir müssen gewinnen. Wenn wir es nicht tun, haben wir auch kein Recht auf die Champions League", grollte er. Er bemühte sich, die Stärken seines Teams hervorzuheben, kam dabei aber nicht dabei herum, auch die größte Schwäche zu benennen: Den finalen Pass.
Vorne - so scheint es - fällt weder Sadio Mané noch Roberto Firmino als auch Mohamed Salah absolut nichts mehr ein. Nach der fünften Heimniederlage in Folge (!) Klopp nichts anderes übrig, als das Ergebnis einen "massiven Rückschlag" zu nennen.

Jürgen Klopp

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Noch dazu zog er sich den Frust von Superstar Salah zu, den er in der 62. Minute für Diogo Jota auswechselte, woraufhin der Ägypter nur noch den Kopf schüttelte. "Ich wollte noch mal frische Beine bringen. Klar, ich hätte auch Firmino oder Mané rausnehmen können, aber ich habe mich eben für Salah entschieden", erklärte Klopp.
So oder so: Was er in dieser Saison auch anpackt, es gelingt ihm nicht wie in der Vergangenheit. Verletzungspech, ein eng gesteckter Spielplan, dazu ein nicht funktionierender Thiago im Mittelfeld… die Gründe für die Krise sind vielschichtig.
Im Sommer werden echte Verstärkungen benötigt, doch die kommen nur, wenn die Champions League sicher ist. Und ausgerechnet die ist nun erstmal in weiter Ferne. Für Klopp und seine Ambitionen ist das eine Katastrophe.
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