Der FC Liverpool hat es am Mittwochabend verpasst, das aus Sicht der Reds so geschichtsträchtige Kalenderjahr 2020 mit einem weiteren Erfolgserlebnis abzuschließen.

Die Elf des frisch gebackenen Welttrainers Jürgen Klopp kam am 16. Spieltag der Premier League bei Newcastle United nicht über ein torloses Remis hinaus.

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30/12/2020 AM 21:32

Dabei ließ der amtierende Meister besonders im ersten Durchgang offensiv jenen Spielwitz vermissen, der sie in der jüngeren Vergangenheit auszeichnete.

Drei Dinge, die uns beim Spiel Newcastle United gegen FC Liverpool auffielen.

1.) Klopps Experiment wird zum Sicherheitsrisiko

Es ist noch nicht lange her, da lauteten die Gegner von Nathaniel Phillips SV Sandhausen, VfL Osnabrück und Holstein Kiel. Nun, nur rund sechs Monate später, muss sich der ehemalige Stuttgarter aufgrund der Ausfälle von Abwehrchef Virgil van Dijk (Kreuzband), Joe Gomez (Sehnenverletzung im Knie) und Joel Matip (Adduktoren) plötzlich mit den Stars von Manchester City, Chelsea oder wie am Mittwochabend Newcastle United messen.

Der 23-Jährige erhielt zum Jahresausklang von Klopp den Vorzug vor Youngster Rhys Williams, der beim 1:1-Remis am vergangenen Sonntag gegen West Bromwich nach der Verletzung von Matip im Abwehrzentrum an der Seite von Fabinho verteidigte.

Jedoch war Phillips bei seinem dritten Saisoneinsatz der Respekt vor jener Aufgabe von Beginn an deutlich anzumerken. Der Defensivspezialist hatte besonders im ersten Durchgang mit Newcastle-Angreifer Callum Wilson, der ihm mit seiner Explosivität ein ums andere Mal entwischte, große Probleme.

Gleich in der 12. Minute machte der Klopp-Schützling eine äußerst unglückliche Figur, als er von Wilson zunächst überlaufen und anschließend im Sechzehner regelrecht vernascht wurde. Schließlich konnte Fabinho im letzten Moment den Patzer seines Nebenmanns ausbügeln.

Nathaniel Phillips (links, FC Liverpool) im Zweikampf mit Callum Wilson (Newcastle United)

Fotocredit: Getty Images

Auch in der Folgezeit leistete sich Phillips immer wieder Flüchtigkeitsfehler, die ein Team von höherer Offensivqualität wohl durchaus auszunutzen gewusst hätte.

Erst in den zweiten 45 Minuten akklimatisierte sich die ehemalige VfB-Leihgabe zunehmend und auch seine Zweikampfquote wuchs von 42 auf 60 Prozent an, was allerdings auch an der weitestgehend destruktiven Spielweise der Magpies im zweiten Durchgang lag.

Fakt ist, die Abwehrzentrale bleibt in Abwesenheit von van Dijk und Co. das große Sorgenkind von Klopp.

2.) Winterblues bei Salah

Mit 13 Treffern in 14 Ligapartien war Mohamed Salah im bisherigen Saisonverlauf einmal mehr so etwas wie die Lebensversicherung der Reds. Umso mehr erstaunte sein Auftritt am Mittwoch gegen Newcastle.

Der Stürmerstar konnte im ersten Durchgang gerade einmal 13 Ballkontakte und damit die wenigsten aller Feldspieler verzeichnen und wirkte teilweise fast wie ein Fremdkörper. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte Salah jedoch um ein Haar für seine bis dato blutleere Vorstellung entschädigt, doch der 28-Jährige scheiterte nach Traumpass von Jordan Henderson am glänzend reagierenden Newcastle-Keeper Karl Darlow.

Im Gegensatz zu seinen Offensivpartnern Sadio Mané und Roberto Firmino, die zahlreiche gute Möglichkeiten kreierten, fiel Salah insgesamt doch deutlich ab. Nach einer guten Stunde hatte der Ägypter dann erneut die Führung auf dem Fuß, doch auch in jener Szene vergab er frei vor Darlow fast schon etwas laissez faire (66.).

Mohamed Salah (FC Liverpool) vergibt frei vor Newcastle-Keeper Karl Darlow

Fotocredit: Getty Images

Unmittelbar vor dem Ende (90.+2 für Xherdan Shaqiri) nahm Klopp seinen Schützling nach einem für seine Verhältnisse schwachen Spiel dann vom Feld.

"Sky"-Experte René Adler fand im Anschluss durchaus kritische Worte und sprach dem Torjäger ein Stück weit die "Bereitschaft" ab. Auch wenn sich bei Salah mutmaßlich die Strapazen der vergangenen Wochen und Monaten bemerkbar machen würden, sei dies auch "eine Frage des Willens", so der Ex-Bundesligatorhüter weiter.

Salahs Übungsleiter Klopp war dagegen trotz der Nullnummer im St. James Park durchaus zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Wir haben viele gute Lösungen gefunden und auch unglaublich viele gute Chance herausgespielt, haben diese aber einfach nicht genutzt. Ich bin heute nicht glücklich mit dem Ergebnis, aber sehr zufrieden mit der Leistung", konstatierte er bei "Sky".

3.) Newcastle kauft Liverpool den Schneid ab

Obwohl die Favoritenrolle im Duell des amtierenden Meisters und Tabellenführer gegen den 14. der Premier League nicht klarer hätte verteilt sein können, waren es die Gastgeber, die zunächst ihr Heil in der Offensive suchten und die Reds in der Anfangsviertelstunde förmlich überrumpelten.

Sowohl Wilson (6./12.) als auch Rechtsverteidiger DeAndre Yedlin (17.) hätten Liverpool früh einen herben Dämpfer verpassen können. Defensiv agierte das Team von Steve Bruce dagegen konsequent mit zwei kompakten Ketten, wodurch die Gäste große Schwierigkeiten hatten, in die Tiefe zu kommen. Zur allgemeinen Überraschung konnte der taktisch disziplinierte Underdog zur Pause sogar mehr Torschüsse vorweisen als der große Favorit aus Liverpool (sechs zu vier).

Dass am Ende des Tages aber doch noch Newcastle-Keeper Darlow zum Mann des Spiels wurde (vier Paraden), lag daran, dass die Reds in Halbzeit zwei deutlich die Zügel anzogen und sich gleich mehrere gute Gelegenheiten erspielten.

Newcastle zog sich dagegen immer weiter zurück und konzentrierte sich in der Folgezeit fast ausschließlich auf die Defensivarbeit - was sich auszahlen sollte. Die Hausherren um Abwehrchef Fabian Schär verteidigten leidenschaftlich und warfen sich nahezu in jede gefährliche Situation.

"Die Leistung des gesamten Teams war brillant. Wir haben über 90 Minuten gezeigt, dass wir den Punkt unbedingt wollten. Am Ende ist das für uns ein verdienter Punkt", bilanzierte Schär anschließend bei "Sky".

Selbstverständlich hatten die Magpies letztlich auch das nötige Matchglück, doch gänzlich an den Haaren herbeigezogen ist die Analyse des ehemaligen Hoffenheimers keineswegs.

Aus Sicht der Reds rächte sich dagegen die schwache Anfangsphase, die der Klopp-Elf neben der mangelhaften Chancenverwertung einen gelungenen Jahresabschluss kostete.

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