Vor dem Topspiel am Sonntag hatten beide Vereine für Schlagzeilen gesorgt. Chelsea-Coach Thomas Tuchel reagierte vor dem Anpfiff auf kontroverse Aussagen seines Stürmers Romelu Lukaku und strich den Belgier aus seinem Aufgebot.
Die Gäste aus Liverpool mussten auf ihren Trainer Jürgen Klopp an der Seitenlinie aufgrund einer Infektion mit dem Coronavirus verzichten. Auch Joel Matip, Roberto Firmino und Keeper Allison Becker weilten bei den Reds aufgrund positiver Testergebnisse in Quarantäne und konnten nicht an der Stamford Bridge mitwirken.
Nach gerade einmal zehn Sekunden langte Sadio Mané mit dem Ellenbogen gegen Cesar Azpilicueta beherzt zu. Der Senegalese konnte sich glücklich schätzen, für die Aktion nur die Gelbe Karte zu sehen. In einer hitzigen Anfangsphase brauchten beide Teams keine Anlaufzeit, um auf Temperatur zu kommen.
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Weitere Verdachtsfälle: Drei Stars fehlen Liverpool gegen Chelsea
02/01/2022 AM 15:46
Trotz höherem Aufwand im Spiel gerieten die Londoner zunächst in Rückstand. In der neunten Minute profitierten die Gäste von der Mersey von einem individuellen Fehler in Person von Trevoh Chalobah. Ein Flugkopfball des Engländers landete unglücklich vor den Füßen von Mané. Plötzlich stand der Senegalese frei vor Edouard Mendy, umkurvte diesen und schob die Kugel ins leere Tor zum Führungstreffer.
Die Hausherren antworteten auf den Rückstand mit frühem Anlaufen sowie rund 70 Prozent eigenem Ballbesitz, ließen aber die zwingenden Tormöglichkeiten vermissen.
Kaltschnäuziger blieb Mohammed Salah in der 26. Minute, als der Ägypter nach einem herrlichen Chip-Pass von Trent-Alexander Arnold in Richtung Blues-Strafraum marschierte, Marcos Alonso auswackelte und überlegt in die kurze Torwartecke zur 2:0 Führung abschloss. Chelsea stand nach einer halben Stunde mit leeren Händen da.
Vor dem Pausenpiff stellten die Blues den Spielverlauf dann auf den Kopf. Nach einer bereits geklärten Ecke lauerte Mateo Kovacic im gegnerischen Rückraum und traf per sehenswertem Volley aus 20 Metern in den rechten oberen Torwinkel. Caoimhin Kelleher im Reds-Kasten war chancenlos (1:2, 42.).
Nur vier Minuten später war Christian Pulisic zur Stelle. Der US-Amerikaner wurde von N'Golo Kanté per tollem Steckpass bedient und ließ Kelleher aus acht Metern erneut keine Chance im Tor (2:2, 45.+1). Mit diesem Spielstand sollte es in die Kabine gehen.
Auch der zweite Abschnitt begann intensiv, Chancen gab es auf beiden Seiten. In der 57. Minute versuchte Salah aus rund 35 Metern Mendy im Tor der Blues mit einem Kunstschuss zu überwinden.
Nach einer Stunde Spielzeit tauchte Pulisic im Strafraum der Gäste auf und forderte mit einem Schuss im Fallen Kelleher zu einer Glanztat auf (61.).
In der Schlussphase mussten beide Mannschaften dem hohen Tempo und der großen Intensität Tribut zollen, das spielerische Niveau sank infolgedessen.
Chelsea war dem Siegtreffer in den letzten Minuten ein wenig näher. Das Spiel endete dennoch leistungsgerecht 2:2.

Die Stimmen zum Spiel:

Thomas Tuchel (Trainer FC Chelsea): "Insgesamt hat es großen Spaß gemacht heute als Trainer im Stadion zu sein. Das Niveau war hoch, das Spiel hätte so oder so ausgehen können am Ende. Edou (Edouard Mendy; Anm. d. Red.) hat uns ein paar Mal toll im Spiel gehalten. Mit jedem Konter kannst du bestraft werden im Fußball, so ist das, wenn man riskant spielt. Wir hätten gerne mehr Auswechselspieler. Das soll keine Ausrede sein, aber aktuell verlieren wir zu viele Spieler."
Cesar Azpilicueta (FC Chelsea) über das Foul von Sadio Mané: "Eine klare Rote Karte. Es ist mir egal, ob das Spiel erst vor fünf Sekunden begonnen hat. Ich verstehe das nicht, immer wieder werden solche Entscheidungen gegen uns getroffen. Sowas kann wirklich den Verlauf eines Spiels verändern. Ich muss mir nicht mal die Wiederholung anschauen, denn ich wusste sofort, dass es Rot ist."
Pepijn Lijnders (Co-Trainer Liverpool FC): "Wir haben absolut alles gegeben. Ich denke, das hat man heute auch gesehen, wie viel Arbeit wir investiert haben. Glückwunsch auch an Chelsea, ich glaube beide Teams haben sich heute nichts geschenkt. Für die neutralen Zuschauer war es sicherlich ein tolles Spiel heute.“
Virgil Van Dijk (Liverpool): "Sie (Chelsea) haben ein unglaubliches Team, wir allerdings auch. Ich habe immer an unser Spiel geglaubt. Wir waren unter großem Druck, haben aber geschlossen als Mannschaft verteidigt, haben nicht viele Chancen zugelassen. Am Ende hätten wir vielleicht das 3:2 noch erzielen können, aber leider ist das nicht mehr passiert. Wir nehmen jetzt den Punkt mit und richten den Blick nach vorne."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Individuelle Fehler kosten Chelsea den Sieg

Statistisch gesehen dominierten die Blues das Spiel über weite Strecken. So standen nach 90 gespielten Minuten mehr Torschüsse (15:10), mehr gespielte Pässe (555:433), mehr Ballbesitz (56%) sowie mehr gewonnene Zweikämpfe (55 %) auf dem Konto der Gastgeber. Thomas Tuchel konnte trotz zahlreicher verletzter Spieler eine starke Elf auf den Platz schicken. Dass es wieder nicht klappte mit drei Punkten, lag vor allem an individuellen Fehlern in spielentscheidenden Situationen. Vor dem 0:1 lud Trevoh Chalobah Torschütze Mané regelrecht mit einer Vorlage per Kopfball ein, die zwar unglücklich aussah, den Spielverlauf aber komplett auf den Kopf stellte.
Bis zu diesem Zeitpunkt war Chelsea die klar spielbestimmende Mannschaft gewesen. Auch das zweite Gegentor wurde schwach verteidigt. Zu keinem Zeitpunkt in der Entstehung konnte die Defensive der Londoner entscheidend eingreifen. Alexander Arnold konnte in Ruhe Salah über die rechte Seite auf die Reise schicken. Weil Alonso sich dann billig düpieren ließ und auch Antonio Rüdiger im Strafraum desorientiert wirkte, hatte der Ägypter nur wenig Gegenwehr bei seinem Treffer in die kurze Torwartecke. Diese hatte Edouard Mendy zudem fragwürdig weit offen gelassen. So fehlen der Tuchel-Elf zwei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft.

Die Statistik: 200

Mit der Partie am Sonntag hat Trent-Alexander Arnold wettbewerbsübergreifend 200 Spiele für den FC Liverpool absolviert.
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