FC Liverpool - Roberto Firmino, Sadio Mané und Mohamed Salah: Den Reds droht das Ende einer Ära
Jürgen Klopp gilt als Architekt des Liverpooler Erfolgs. Der charismatische Coach führte die Reds in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Titeln zurück zu altem Glanz. Auch, weil er mit Roberto Firmino, Sadio Mané und Mohamed Salah ein herausragendes Offensiv-Trio in seinen Reihen wusste. Im Sommer droht dem Dreizack jedoch der Zerfall - und Liverpool damit das Ende einer Ära.
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Quelle: Perform
Als Jürgen Klopp im Oktober 2015 beim FC Liverpool das Trainerzepter übernahm, war der traditionsreiche Klub von der Mersey ein taumelnder Riese. Platz zehn in der Liga, auf internationalem Parkett hieß die Realität Europa League statt Champions League, bei den Gegnern in der K.o-Runde handelte es sich nicht um Real Madrid oder Bayern München, die Reise ging seinerzeit nach Augsburg.
Knapp sieben Jahre später sieht die Reds-Welt vollkommen anders aus. Klopp genießt in der englischen Hafenstadt Legendenstatus, gewann erstmals nach 30 Jahren wieder die Meisterschaft (2020), holte unter anderem den Champions-League-Pokal (2019), den FA Cup (2022) und die Klub-WM (2020). In der laufenden Saison bestand bis zum vergangenen Wochenende die Chance aufs historische Quadruple aus League Cup, FA Cup, Champions League und Meisterschaft.
Zwei Titel wurden bereits eingetütet, in der Premier League verpasste Liverpool den Triumph nur knapp. Am Samstag besteht gegen Real Madrid (21:00 Uhr im Liveticker) noch die Möglichkeit auf den zweiten Henkelpott unter Klopps Ägide. Kein Wunder, dass die Freude groß war, als der 54-Jährige vor wenigen Wochen seinen Vertrag überraschend bis 2026 verlängerte. Dass der Architekt des Erfolgs langfristig bleibt, gilt als wichtiger Schritt für eine rosige Zukunft.
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Klopp zeichnete hauptverantwortlich, dass sein Team in die Weltelite zurückkehrte, verschaffte etlichen Spielern den Sprung in den Olymp. Besonders drei Akteure avancierten unter dem gebürtigen Stuttgarter zu absoluten Top-Stars: Roberto Firmino (seit Sommer 2015 in Liverpool), Sadio Mané (seit Sommer 2016 in Liverpool) und Mohamed Salah (seit Sommer 2017 in Liverpool).
Die drei Offensivmänner trugen in der Vergangenheit einen erheblichen Teil dazu bei, dass der LFC mittlerweile wieder zu den Schwergewichten Europas zählt. Firmino kommt auf 326 Einsätze (98 Tore, 74 Vorlagen), Mané erzielte in 268 Pflichtspielen 120 Treffer und steuerte 48 Vorlagen bei, bei Salah stehen in 253 Einsätzen gar 156 Tore und 63 Assists zu Buche. Was alle drei neben ihrer Treffsicherheit eint: Sie alle besitzen noch einen Vertrag bis 2023, alle drei werden aktuell mit einem Abgang aus Liverpool in Verbindung gebracht.
Droht der Dreizack auseinanderzubrechen, endet im Anschluss ans Endspiel der Königsklasse eine Ära? Übereinstimmenden Medienberichten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Trio in seiner Gänze gehalten wird, enorm gering.
Roberto Firmino
41 Millionen Euro überwiesen die Reds vor sieben Jahren für Firmino an die TSG 1899 Hoffenheim. Eine Summe, die sich rückblickend absolut bezahlt machte. Der Brasilianer zählte zu den prägendsten Figuren unter Klopp. In dieser Spielzeit hatte der 30-Jährige allerdings immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, außerdem musste er sich ein ums andere Mal hinter Diogo Jota oder Luis Díaz, der im Winter für 47 Millionen Euro aus Porto kam, einreihen.
Da die Reds jüngst den Transfer des 19-jährigen Fabio Carvalho für den Sommer bekanntgaben, dürfte die Luft für Firmino in Zukunft noch dünner werden. Entsprechend wird derzeit über dessen Zukunft spekuliert. Gerüchte über mögliche Abnehmer sind rar, einzig im Januar brachte die katalanische Zeitung "El Nacional" den Angreifer mit einem möglichen Wechsel zum FC Barcelona in Verbindung.
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Roberto Firmino
Fotocredit: Getty Images
Die Blaugrana sollen bereit gewesen sein, 20 Millionen Euro für Firmino zu zahlen. Seither ist es jedoch ruhig um einen möglichen Abgang nach Spanien geworden. Liverpool-Legende Jamie Carragher ist sich indes sicher, dass Firmino seinen Vertrag erfüllen wird. Vor allem, weil es offensichtlich kaum Interessenten gibt.
"Ich glaube, dass er bleiben wird und uns im nächsten Jahr ablösefrei verlässt", sagte Carragher im Liverpool-Echo-Podcast "Blood Red". Er schob nach: "Ich denke, es gibt nicht sonderlich viele Interessenten, die eine adäquate Ablöse zu zahlen. Wir haben ihn schon so lange hier und er hat seinen Preis zehnfach zurückgezahlt."
Firmino könnte also ins achte Liverpool-Jahr gehen. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass er nicht mehr zu den unumstrittenen Protagonisten zählen wird.
Sadio Mané
Im Gegensatz zu Firmino ist Mané auch in dieser Saison einer der absoluten Leistungsträger, erzielte wettbewerbsübergreifend 23 Tore in 50 Spielen. Zwei besonders wichtige Treffer markierte er im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Villarreal (2:0, 3:2).
Kurz vor dem Finale sorgte der Senegalese, der im Winter mit seinem Heimatland den Afrika Cup gewann, mit Blick auf seine Zukunft für Aufsehen. Auf einen möglichen Verbleib bei Liverpool über den Sommer hinaus angesprochen, antwortete er im Gespräch mit "Sky Sports": "Diese Frage werde ich nach der Champions League beantworten."
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Sadio Mané
Fotocredit: Getty Images
Mané wird seit Monaten bei etlichen Top-Vereinen gehandelt. Neben Real Madrid und Paris Saint-Germain tauchte jüngst auch der FC Bayern immer wieder als möglicher Abnehmer auf. Wie "Sky" und "Sportbild" berichten, ist die Spur nach München durchaus heiß.
Demnach könne sich der 30-Jährige einen Wechsel in die bayrische Landeshauptstadt durchaus vorstellen, laut "Sky" habe er den Münchnern positive Signale gesendet. Die Bayern sollen rund 30 Millionen Euro für Manés Dienste berappen wollen, Liverpool sei jedoch erst bei einem Angebot von 50 Millionen Euro gesprächsbereit.
Klar ist: Liverpool hat in den vergangenen Jahren viel Geld für neue Spieler ausgegeben. Die Finanzspritze, die durch einen Mané-Verkauf winkt, würde dem Verein sicherlich helfen. Die Verantwortlichen haben sich zuletzt zukunftsträchtig aufgestellt, selbst wenn der Torgarant gehen würde, sind die Reds gerüstet.
Mohamed Salah
Während Mané seine Zukunft offenließ, sorgte Salah kürzlich für Klarheit. Zumindest, was seine kurzfristigen Pläne angeht. "Ich konzentriere mich nicht auf meinen Vertrag, ich möchte nicht egoistisch sein", sagte der Ägypter und wurde dennoch deutlich: "Ich bleibe in der nächsten Saison bei Liverpool, so viel steht fest."
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Mohamed Salah
Fotocredit: Getty Images
Auf den ersten Blick ein positives Signal für alle Liverpool-Fans. Der Superstar bleibt dem Verein ein weiteres Jahr treu. Das Problem: Salah könnte im Sommer kommenden Jahres ablösefrei von dannen ziehen. Denn eine Verlängerung seines Arbeitspapiers über 2023 hinaus ist aktuell nicht in Sicht.
Fragen zum Stand der Dinge wich er aus: "Darüber will ich nicht sprechen", erklärte er im Vorfeld des Duells mit Real Madrid. Kommt es nicht zu einer Verlängerung, könnte Salah bereits im Januar mit möglichen neuen Arbeitgebern verhandeln, in diesem Fall wären Liverpool die Hände gebunden.
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