Jürgen Klopp kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
"Nur die besten Spieler der Welt schießen solche Tore", schwärmte Liverpools Teammanager im Anschluss an das aufregende 2:2-Remis am Sonntag im Premier-League-Topspiel gegen Manchester City.
Die Rede war selbstverständlich von seinem Schützling Mohamed Salah, der mit seinem Treffer der Marke "Tor des Jahres" zum zwischenzeitlichen 2:1 die Fußballwelt förmlich aus den Angeln hob.
Premier League
Drei Dinge, die auffielen: Guardiola rastet aus, Klopp feiert Salah
03/10/2021 AM 20:20
Der 29-Jährige krönte dabei einen fulminanten Solo-Lauf, bei dem er gleich mehrere Gäste-Verteidiger zu Statisten verkommen ließ, mit einem eiskalten Abschluss in die lange Ecke (76.).

Salah liefert beeindruckende Zahlen

Obwohl das Traumtor letztlich nicht für einen Sieg im Kräftemessen mit dem Starensemble von Coach Pep Guardiola reichte, wurde Salah dennoch mit Lobeshymnen überhäuft.
"Der erste Ballkontakt, der erste Zweikampf, den er gewinnt, dann den Ball auf den rechten Fuß zu legen und die Situation abzuschließen, war außergewöhnlich. Dieser Verein vergisst so etwas nie, die Leute werden noch lange über dieses Tor sprechen. In 50 oder 60 Jahren werden sie sich noch an dieses Tor erinnern", prophezeite Klopp.
Auch die sonst so kritische englische Presse huldigte dem Ägypter. "The Independent" etwa krönte ihn kurzerhand zum "besten Spieler der Premier League" und sprach von einer "Messi-ähnlichen Leistung".
Der Außenstürmer ist aktuell zweifelsohne der Mann der Stunde auf der Insel - wenn nicht sogar in ganz Europa. Herausragende 12 Scorerpunkte (neun Treffer, drei Assists) hat Salah nach gerade einmal neun Pflichtspielen in der laufenden Saison bereits auf dem Konto.

"Außergewöhnlich!" Klopp schwärmt von Salah-Tor

Salah: "Im Moment besser als Messi und Ronaldo"

In den vergangenen sieben Spielen traf er immer mindestens einmal (acht Tore). Beim spektakulären 3:3-Remis bei Aufsteiger Brentford Ende September sicherte er sich zudem einen Platz in den Geschichtsbüchern, als er sein 100. Tor im Trikot des FC Liverpool erzielte. Keinem Spieler in der englischen Eliteliga war dies schneller gelungen (151 Partien).
"Ich glaube nicht, dass es derzeit jemanden gibt, der in der Welt oder in Europa besser spielt", adelte Reds-Ikone Jamie Carragher den Angreifer jüngst bei "Sky Sports".
In die gleiche Kerbe schlug auch Ex-Chelsea-Profi Chris Sutton im Interview mit der "BBC"-Radiosendung "Monday Night Club".
"Im Moment ist er besser als Messi und Ronaldo. Jeder Klub ist auf der Suche nach Konstanz und das ist genau das, was Salah auszeichnet - er liefert Saison für Saison ab", erklärte der 48-Jährige, der jedoch betonte: "Bislang hat der FC Liverpool aber noch immer nicht mit ihm verlängert."
Damit brachte der ehemalige Angreifer das große Problem der Reds auf den Punkt.

Mohamed Salah trifft - FC Liverpool vs. Manchester City

Fotocredit: Getty Images

Salah fordert angeblich Mega-Gehalt

Salahs Kontrakt an der Anfield Road ist lediglich bis 2023 datiert. Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung sollen bis in den Sommer hinein noch nicht stattgefunden haben, wie der zweimalige Premier-League-Torschützenkönig vor wenigen Monaten gegenüber "Sky Sports" verriet.
Berater Ramy Abbas Issa hatte die Verantwortlichen nach Salahs Gala-Auftritt in Brentford (ein Tor, zwei Vorlagen) mit einem Tweet ("Ich hoffe, sie schauen zu") bereits indirekt zu Gesprächen mit seinem Klienten aufgefordert.
Fakt ist, dass Salah mit jedem Treffer wertvoller wird - und dessen ist er sich ganz offensichtlich auch bewusst. Wie der "Mirror" vor Kurzem berichtete, soll der 29-Jährige ein Jahressalär von nicht weniger als 30 Millionen Euro fordern. Bereits jetzt zählt der Offensivstar dem Vernehmen nach zu den Topverdienern bei den Reds. Allerdings mit einem Gehalt von "nur" rund 12 Millionen Euro pro Saison.

Liverpool ist nun am Zug

Es darf daher bezweifelt werden, ob die Verantwortlichen das Gehaltsgefüge innerhalb der Mannschaft derartig sprengen möchten - und auch können. Die Corona-Pandemie hat nahezu bei allen Klubs in Europa Spuren hinterlassen. So auch beim FC Liverpool, wie Klopp nicht müde wird zu erwähnen.
Sollten der Champions-League-Sieger von 2019 jedoch nicht auf die Forderungen Salahs eingehen, droht im schlimmsten Fall der Abschied des Topstars. Bereits in der jüngeren Vergangenheit wurde er immer wieder mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht.
Nun liegt es also an Liverpool und Klopp, ob Salah sein Können auch in Zukunft an der Anfield Road unter Beweis stellen oder bald die Fans andernorts zum Staunen bringen wird.
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