Erling Haaland trotz 25 Treffern in der Kritik - bizarre Debatte um Torjäger von Manchester City nimmt Fahrt auf
Manchester City hat bei Tottenham Hotspur (0:1) einen neuerlichen Dämpfer im Titelrennen der Premier League kassiert. Fast sinnbildlich für den enttäuschenden Auftritt stand dabei Erling Haaland, auf den im Anschluss einiges an Kritik einprasselte. So flammte erneut die Debatte auf, ob City ohne den Norweger nicht sogar stärker sei. Objektiv betrachtet kann es darauf jedoch nur eine Antwort geben.
Erling Haaland - Manchester City
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Erling Haaland konnte es nicht fassen.
Der norwegische Ausnahmestürmer schlug frustriert seine Hände vor das Gesicht, als er nach der ernüchternden 0:1 (0:1)-Pleite von Manchester City bei Tottenham Hotspur über den Rasen trottete.
Anstatt den Fünf-Punkte-Rückstand in der Tabelle auf Premier-League-Spitzenreiter FC Arsenal, der noch ein Nachholspiel in der Hinterhand hat, einzudampfen, kassierten die Skyblues bereits die vierte Saisonniederlage und damit den nächsten Dämpfer im Meisterrennen.
Daran konnte auch Toptorjäger Haaland nichts ändern, der ein Stück weit sinnbildlich für den enttäuschenden Auftritt der Citizens stand. Der 22-Jährige gab erstmals seit Sommer 2020 (damals für Borussia Dortmund im DFB-Pokal gegen den MSV Duisburg) keinen einzigen Torschuss ab und hatte darüber hinaus nicht einen Ballkontakt im gegnerischen Sechzehner.
Jene schwarzen Zahlen waren für die Experten der Branche Grund genug, um eine Grundsatzdiskussion vom Zaun zu brechen.
Carragher übt Kritik an Haaland
So behauptete etwa Liverpool-Ikone Jamie Carragher dass City im Vergleich zur Vorsaison "ein anderes Team, ein schwächeres Team mit Haaland" sei.
"Ich finde, diese Saison, wenn er seine Tore geschossen hat, haben wir nur 60 Prozent von Haaland gesehen. Er kommt aus einer Konter-Liga, in der es hin- und hergeht. Da hat man sein außergewöhnliches Tempo gesehen - hier sehen wir es nicht", befand der 45-Jährige in seiner Rolle als TV-Experte für "Sky Sports".
In eine ähnliche Kritik hatte auch Dietmar Hamann vor wenigen Wochen bei Twitter geschlagen ("ManCity war ohne Haaland ein besseres Team, auch wenn er in dieser Saison 40 Tore schießt.").
Carraghers Urteil lautete daher: "Er hat sich womöglich wirklich den falschen Klub ausgesucht, um tatsächlich das Beste aus sich rauszuholen."
Haaland beim falschen Klub?
Eine durchaus gewagte Aussage, zumal Haaland die Torschützenliste im englischen Oberhaus mit 25 Treffern in gerade einmal 20 Partien souverän anführt und bereits vier Hattricks erzielte.
Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass City gerade zu Beginn der Saison das Spiel mehr auf ihren Topstürmer ausgerichtet und diesen vermehrt in der Spitze gesucht hatte. Zum damaligen Zeitpunkt agierte der amtierende Meister zumeist in einem 4-3-3 mit Haaland an vorderster Front.
Zuletzt allerdings zeigte sich Pep Guardiola experimentierfreudig und veränderte alleine in den vergangenen zehn Partien siebenmal seine Grundformation. Gegen Tottenham versuchte der Ex-Bayern-Coach, den argentinischen Weltmeister Julián Álvarez als zweite Spitze neben Haaland zu installieren - mit mäßigem Erfolg.
Gary Neville nahm den ehemaligen Dortmunder daher auch in Schutz und kritisierte dagegen Guardiolas Spielsystem. "Haaland macht die Läufe. Er ist bereit zu gehen, sie (die Spieler von ManCity; Anm. d. Red.) spielen sie nur nicht. Die Anzahl der Läufe, die er macht und die ignoriert werden, ist unglaublich", erklärte der TV-Experte für "Sky Sports".
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Erling Haaland - Manchester City
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Guardiola irritiert mit Erklärung für Pleite bei Tottenham
Auch Guardiola selbst räumte kürzlich ein, dass das Spiel seiner Mannschaft wieder mehr auf Haaland zugeschnitten werden muss. "Wir müssen ihn öfter finden", sagte der 52-Jährige.
In den vergangenen Partien gelang dies seinen Schützlingen jedoch bei Weitem nicht immer. Umso überraschender war es, dass Guardiola gegen Tottenham aufgrund taktischer Umstellungen zunächst auch noch auf Assist-König (zwölf Vorlagen) Kevin De Bruyne verzichtete.
"Haaland und De Bruyne sind das erfolgreichste Duo in der Premier League", zeigte Liverpools Ex-Kapitän Graeme Souness daher Unverständnis für jene Anpassungen.
Für Verwunderung sorgten zudem Guardiolas Erklärungen nach dem Spiel. Statt auf die Anfälligkeit seiner Hintermannschaft einzugehen, schob der Katalane die Niederlage ein Stück weit auf die komplizierte Anreise.
"Nach London zu kommen, ist wie eine Reise nach Nordeuropa. Es sind vier Stunden und zwanzig Minuten, viereinhalb Stunden bis ins Hotel. Es ist so anstrengend, nach London zu kommen, es tut mir leid", monierte Guardiola.
Haaland-Debatte: Walker hält flammenden Appell
Die gegenwärtige Formschwankung der Skyblues daher hauptsächlich an Haaland festzumachen, erscheint etwas willkürlich. Das sieht auch Rechtsverteidiger Kyle Walker so, der einen flammenden Appell an die Kritiker des Norwegers richtete.
"Niemand sagt was über Erling, wenn er trifft und wir gewinnen. Und wenn wir nicht gewinnen und er nicht trifft, ist es plötzlich ein Problem? 'Spielen wir ohne Erling besser?' Das höre ich die ganze Zeit. Aber niemand hat sich beschwert, als er 25 Tore geschossen hat", betonte der 32-Jährige.
Es sei ein "Prozess", so Walker, und zwar bei "jedem, der zu City kommt - und ich bin seit sechs Jahren hier. Es ist schwer, sich in dieses Team einzufügen, weil der Trainer so viel verlangt und weil wir einzigartig spielen."
Somit sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Haaland-Debatte endgültig ad acta gelegt werden kann.
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Quelle: Perform
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