FC Liverpool: Fehlstart der Reds nach Pleite gegen United perfekt – das Klagelied des Jürgen Klopp
Der schwächste Saisonstart des FC Liverpool seit Jürgen Klopps Amtsübernahme vor knapp sieben Jahren ist nach dem 1:2 bei Manchester United perfekt. Seit drei Spielen wartet der Mitfavorit auf den Meistertitel auf einen Sieg, ManCity ist bereits auf fünf Punkte enteilt, Tabellenführer FC Arsenal gar auf sieben. Jürgen Klopp vermittelte am Montag Besonnenheit – und verhedderte sich.
14 oder 15? Klopp rechnet Feldspieler-Anzahl im Training nach
Quelle: Perform
Rekordmeister gegen Ex-Rekordmeister, Manchester United gegen den FC Liverpool, Krise gegen Mini-Krise. Das waren die Vorzeichen, als die beiden altehrwürdigen England-Klubs am dritten Spieltag der Premier League im Old Trafford aufeinandertrafen.
Die strauchelnden Red Devils, die in den ersten beiden Partien maßlos enttäuscht hatten, zuletzt mit einem 0:4 im Gepäck aus Brentford zurückgekehrt waren, zogen sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf und schubsten dabei den unliebsamen Nachbarn hinein.
2:1 gewann United dank der Treffer von Jadon Sancho (16.) und Marcus Rashford (53.) – der erste Befreiungsschlag für Neu-Trainer Erik ten Hag. Sein Gegenüber, Jürgen Klopp, wartet derweil weiter auf den ersten Dreier der neuen Saison (zwei Punkte aus zwei Spielen). Die Niederlage besiegelte den schwächsten Saisonstart seit seiner knapp siebenjährigen Ägide.
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26/07/2025 um 21:12 Uhr
Ein Umstand, der Klub-Legende Jamie Carragher dazu veranlasste, deutliche Worte zu finden. "Liverpool war nicht bereit, ein Derby zu bestreiten und das ist unverzeihlich", wütete der frühere englische Nationalspieler bei "Sky" und ergänzte: "Liverpool muss wieder in die Spur finden. Sie sind extrem schwach gestartet. Das hätte man nicht von ihnen erwartet. Sie haben sehr hohe Erwartungen, aber sie sind aktuell Millionen Meilen davon entfernt."
Klopp stimmt seltsame Töne an
Anders verhielt es sich bei Klopp, der normalerweise nie darum verlegen ist, Klartext zu reden. Wenn es beispielsweise um den enggestrickten Spielplan geht, gibt er regelmäßig den Chefkritiker. Im Anschluss an den neuerlichen Rückschlag stellte er sich erneut vor seine Mannschaft, stimmte dabei aber bisweilen seltsame Töne an.
"Hätten wir nur etwas besser, etwas überzeugter gespielt, hätten wir das Spiel gewinnen müssen. Ich weiß, das klingt verrückt, aber so sehe ich das", sagte er im Gespräch mit "Sky". Zudem hatte er einen "Haufen richtig gutes Zeug" und für ein Auswärtsspiel in Manchester verhältnismäßig "viele Torschüsse" gesehen. Letztlich brachte Liverpool lediglich fünf Schüsse auf des Gegners Tor, in den ersten 45 Minuten übrigens keinen einzigen.
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Jürgen Klopp vom FC Liverpool
Fotocredit: Getty Images
Generell verhedderte sich der ehemalige Dortmunder in Ausflüchte und Lamentation. "Sie waren am Anfang sehr aggressiv, es war klar, was passieren würde. Sie haben früh den Pfosten getroffen und dann das Tor gemacht. Dann haben wir das Spiel übernommen und so gespielt, wie wir es wollten", sagte er und schob nach: "Aber wir hatten Pech, es wäre hilfreich gewesen, ein Tor zu machen."
Klopp ergänzte später auf der Pressekonferenz: "Wir waren nicht gut genug, um das Spiel zu gewinnen. Aber ich denke, jeder weiß, dass es keine große Überraschung gewesen wäre, wenn wir hier in irgendeiner Situation den Ausgleich gemacht hätten."
Klopp: "Hatten Kinder auf der Bank"
Die Feldüberlegenheit war zwar gegeben, der ganz große Sturmlauf, den Klopp offenbar ausgemacht hatte, jedoch nicht. Neben dem mangelnden Spielglück beklagte der gebürtige Stuttgarter: "Wir konnten dreimal wechseln. Wir hätten auch häufiger wechseln können, aber da sind dann Innenverteidiger und Kinder auf der Bank", erklärte er mit Blick auf die "außergewöhnlich guten Kinder" Stefan Bajcetic (17) und Bobby Clark (17).
Er habe dieser Tage nur 14 oder 15 arrivierte Spieler im Training zur Verfügung, das sei "nicht cool". Tatsächlich muss Klopp aktuell auf eine Reihe Stammspieler verzichten. Thiago, Diogo Jota, Ibrahima Konaté und Joel Matip (allesamt verletzt) fehlten gegen United ebenso wie der rotgespertte Neuzugang Darwin Núñez. Klopps Startelf und die eingewechselten Spieler waren trotzdem namhaft genug, um ein wankendes ManUnited zu Fall zu bringen.
Stattdessen torkelt nun Liverpool. Zwei mikrige Zähler bedeuten Platz 16 für den amtierenden Vizemeister und Champions-League-Finalisten. "Wenn man ein bisschen pervers ist, schaut man sich die Tabelle an", sagte Klopp mit einem Schmunzeln. Ein Schmunzeln, bei dem Zynismus mitschwang. Man muss nicht masochistisch veranlagt sein, um einen Blick auf die Tabelle zu wagen. Sie bildet den Stand der Dinge ab – und der ist für Liverpools Ansprüche alles andere als standesgemäß.
Klopps Fazit: "Das ist nicht die einfachste Situation aller Zeiten. Aber wenn es regnet, muss man auch raus." Aktuell regnet es Bindfäden an der Mersey.
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Emotionale Worte: Casemiro verabschiedet sich unter Tränen
Quelle: SNTV
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