Drei Dinge, die bei Manchester United gegen FC Liverpool auffielen: Ten Hag bootet Ronaldo aus - und wird dafür belohnt

Manchester United zeigte eine unerwartete Reaktion auf die Blamage in Brentford und stürzt den FC Liverpool in eine erste Krise. Bei der Mission Wiederauferstehung ließ Coach Erik ten Hag Superstar Cristiano Ronaldo und Kapitän Harry Maguire außen vor. Eine Majestätsbeleidigung - doch der Mut des Niederländers wurde belohnt. In Liverpool stottert der Motor dagegen enorm. Drei Dinge, die auffielen.

Cristiano Ronaldo (l.) und Erik ten Hag - Manchester United

Fotocredit: Getty Images

Der Fehlstart für Jürgen Klopp und den FC Liverpool ist perfekt. Die Reds verloren im Old Trafford gegen Manchester United 1:2 (0:1).
Die Red Devils zeigten mit dem Heimsieg gegen den Erzrivalen eine starke Reaktion auf die 0:4-Blamage am vergangenen Spieltag gegen den FC Brentford. Erik ten Hag verzichtete dabei auf Superstar Cristiano Ronaldo und Kapitän Harry Maguire.
Während die Änderungen des Niederländers sowohl im Angriff als auch in der Abwehr aufgingen, stotterte der Offensivmotor der Reds erneut.
Drei Dinge, die beim Premiere-League-Topspiel zwischen Manchester United und dem FC Liverpool auffielen:

1. Ten Hags Majestätsbeleidung wird belohnt

Auf vier Positionen veränderte ManUnited-Coach Erik ten Hag seine Startaufstellung im Vergleich zur Blamage in Brentford. Unter anderem setzte der Niederländer seinen Kapitän Harry Maguire und Superstar Cristiano Ronaldo auf die Bank. Eine Majestätsbeleidigung. "Er bringt sich damit selbst unter Druck", sagte René Adler bei "Sky" vor dem Spiel und kündigte an: "Wenn es schief geht, werden die Stimmen lauter."
Doch ten Hags Mut wurde von Beginn an belohnt. Statt dem 37 Jahre alten Portugiesen rückte Marcus Rashford in die Sturmspitze, Anthony Elanga begann auf dem linken Flügel. Der 52-Jährige erklärte die Ausbootung von Ronaldo bei "Sky": "Du musst gegen sie pressen. Das muss man im Block machen." Ein Fingerzeig.
In Abwesenheit des fünfmaligen Ballon-d'Or-Gewinners setzten die Red Devils den FC Liverpool früh unter Druck und konterten brandgefährlich. Jadon Sancho und Rashford überzeugten mit insgesamt elf Balleroberungen. Schon nach vier Minuten musste Virgil van Dijk in höchster Not vor Rashford retten. Nur sechs Zeigerumdrehungen danach schalteten die Red Devils nach einem Ballgewinn erneut schnell um, Elanga scheiterte am Aluminium und verpasste die Führung nur knapp.
"Sie sind unfassbar gefährlich nach Kontern mit ihrer Geschwindigkeit", konstatierte Klopp folgerichtig. Nach 16 Minuten belohnte Sancho die Gastgeber schließlich mit einem Traumtor für die dominante Anfangsphase - Liverpool hatte David de Gea bis dahin nicht ein einziges Mal geprüft. Der Verdienst einer geschlossenen Mannschaftsleistung. "Die Mentalität und der Teamspirit heute Abend waren hervorragend", lobte ten Hag.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb United gefährlich, besonders Rashford genoss die Freiheiten auch nach seinem Wechsel auf die linke Offensivseite. Kein Spieler gab so viele Schüsse ab wie der 24 Jahre alte Engländer, der seine starke Leistung nach 53 Minuten - wie könnte es anders sein - nach einem Konter mit dem Treffer zum 2:0 krönte.
"Ich war heute in guten Positionen, guten Räumen und hätte noch mehr Tore erzielen können", freute sich Rashford nach dem Spiel bei "Sky". Vor allem dank des Mutes von Trainer Erik ten Hag.
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Marcus Rashford

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2. Uniteds wundersame Auferstehung

Am zurückliegenden Spieltag beim 0:4 in Brentford hatte Manchester United sämtliche Grundtugenden vermissen lassen. "Wenn man nicht läuft, kann man kein Spiel gewinnen", kritisierte ten Hag bei "Sky", der nach der Klatsche ein Staftraining angesetzt hatte. Doch gegen den Erzrivalen zeigten die Red Devils ein völlig anderes Gesicht.
Angetrieben von einem euphorischen Publikum im Old Trafford gelang den Gastgebern die wundersame Wiederauferstehung. "Der Unterschied waren heute die Energie und das hohe Tempo", lobte Rashford nach dem ersten Saisonsieg des Rekordmeisters.
"Sie waren aggressiver als wir", erklärte Klopp nach dem Spiel bei "Sky" im Hinblick auf die Anfangsphase. Angeführt vom Abwehrduo aus Lisandro Martínez und Raphael Varane, der erstmals in dieser Spielzeit über 90 Minuten auf dem Feld stand, präsentierte sich Manchester United hervorragend organisiert und deutlich stabiler als noch im Gtech Community Stadium.
"Wir hatten heute eine starke Viererkette", lobte ten Hag. Martínez leitete das Pressing aus der eigenen Defensive an, feierte durch sein aggressives Vorwärtsverteidigen zahlreiche Ballgewinne und rettete kurz vor dem Seitenwechsel nach einem Querschläger von Bruno Fernandes (42.) auf der Linie.
Und auch der französische Weltmeister überzeugte bei seinem Startelfdebüt, verzeichnete die meisten klärenden Aktionen (9) und rettete kurz vor dem Führungstor hellwach vor dem einschussbereiten Firmino (15.). "So ein Spieler muss natürlich auf dem Feld stehen", adelte der United-Coach den 29-Jährigen nach der Begegnung. In der Tat: Ohne Varane kassiert United im Schnitt 2,1 Treffer pro Begegnung. Mit dem viermaligen Champions-League-Sieger nur 1,1 Gegentreffer.
Das Defensiv-Duo - nach der aufopferungsvollen Darbietung von Krämpfen geplagt - legte am Montagabend den Grundstein, dass United nach der Blamage in Brentford die 180-Grad-Wende glückte.

3. Liverpools Offensivmotor stottert in die Krise

"Wir waren ein bisschen unglücklich im letzten Moment", brachte es Trainer Klopp nach dem Spiel bei "Sky" auf den Punkt. Wie schon beim 1:1 gegen Crystal Palace am zurückliegenden Montag tat sich der Reds-Angriff im Old Trafford erstaunlich schwer.
Keinen einzigen Schuss auf das Tor von de Gea brachte die Offensive um Mohamed Salah im ersten Durchgang zustande. Gefährlich wurde es vor allen Dingen nach Querschlägern von Fernandes (42.) und Martínez, der de Gea im zweiten Durchgang prüfte.
Gerade der 30 Jahre alte Ägypter tauchte über weite Strecken der Begegnung ab und hatte mit 41 Kontakten die wenigsten Ballaktionen aller Akteure aus der Liverpool-Startelf.
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James Milner und Virgil van Dijk im Disput

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Nicht verwunderlich also, dass der einzige Treffer der Gäste aus einem Standard resultierte. Doch selbst nach dem Anschluss durch Salahs Kopfballtreffer (81.) entwickelte der Vizemeister keine Durchschlagskraft mehr. Mittelstürmer Roberto Firmino, der den gesperrten Darwin Núñez ersetzte, hing über weite Strecken in der Luft und gab lediglich einen einzigen Torschuss ab.
Es scheint, als fiele der Abgang von Sadio Mané zum FC Bayern München schwerer ins Gewicht als zunächst angenommen. Mit stotterndem Offensivmotor rumpeln die Reds in ihre erste Mini-Krise der Saison, stehen nach drei Spielen bei zwei mageren Pünktchen. Meister und Dauerrivale Manchester City ist bereits auf fünf Zähler enteilt. Letztmals im April 2021 hatten Klopps Mannen drei Pflichtspiele in Serie nicht gewonnen.
"Es ist jetzt nicht die einfachste Situation ever", konstatierte Jürgen Klopp nach dem Spiel, blieb aber gewohnt pragmatisch: "Aber wie ist es im Leben? Auch wenn es regnet muss man raus."
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Emotionale Worte: Casemiro verabschiedet sich unter Tränen

Quelle: SNTV

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