Phil Foden sorgt im Schatten von Erling Haaland für Furore: Stockport Iniesta ist Peps Lieblingsschüler

Im Schatten von Erling Braut Haaland blüht dieser Tage ein weiterer Star bei Manchester City auf: Phil Foden. Der 22-Jährige gilt schon lange als Prototyp eines Guardiola-Schülers und ist längst einer der besten Mittelfeldspieler der Welt. Seine technisch versierte Spielanlage brachte ihm einst den Beinamen "Iniesta aus Stockport" ein. Einzig bei den "Three Lions" stottert der Motor noch.

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Quelle: Perform

"Er ist der einzige Spieler, der unter keinen Umständen verkauft werden darf. Nicht einmal für 500 Millionen Euro."
Dieser Satz machte vor ziemlich exakt drei Jahren, Anfang Oktober 2019, die Runde. Er stammt von Pep Guardiola und galt dem damals 19 Jahre alten City-Talent Phil Foden.
Was seiner Zeit ebenso gut eine dieser für den Katalanen so charakterisierenden, himmelhoch jauchzenden "Super-Super"-Übertreibungen hätte sein können, entpuppt sich nun als nachvollziehbare Einordnung.
Foden ist längst einer der besten Mittelfeldspieler Englands, wenn nicht der Welt - und das mit gerade einmal 22 Jahren.

Foden verkörpert, was Guardiola liebt

Was Fodens Spiel in erster Linie auszeichnet, sind seine herausragenden technischen Fähigkeiten, die vor allem in Halbräumen zwischen den Ketten zur Geltung kommen. Seine enge Ballführung, seine Dynamik und Übersicht gehören zum Besten, was die Premier League zu bieten hat und brachten ihm einst den Spitznamen "Iniesta aus Stockport" ein.
Zudem verfügt Foden über eine angeborene Torgefährlichkeit. Bisher hat er in seiner Karriere in 180 Spielen 51 Tore erzielt - zum Vergleich: Andrés Iniesta traf in 839 Karrierespielen 88 Mal.
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Manchester City: Erling Braut Haaland (li.) und Phil Foden (re.)

Fotocredit: Getty Images

Klingt fast wie der Prototyp eines Guardiola-Spielers. "Mir missfällt es, ihn in bestimmten Spielen draußen zu lassen, aber ich muss an das ganze Team denken. Phil versteht das", gestand Guardiola im 2019 erschienenen Buch "Pep’s City: The Making Of A Superteam", aus dem auch das eingangs genannte 500-Millionen-Zitat stammt.

Foden spielt immer

Mittlerweile hat sich die Bedeutung von "an das Team denken" jedoch grundlegend geändert. War vor ein paar Jahren noch damit gemeint, Foden zu Gunsten anderer Akteure draußen zu lassen, denkt Guardiola dieser Tage an seine Mannschaft, wenn er ihr Foden hinzufügt. Der Offensivallrounder tut dem Spiel der Citizens schlicht und ergreifend zu gut.
In allen acht Premier-League-Spielen stand er in der laufenden Spielzeit von Beginn an auf dem Rasen. Fünf Tore, zwei Assists steuerte und unzählige atemberaubende Dribblings zeugen von seiner Extraklasse, die dieser Tage nur deshalb nicht so häufig thematisiert wird, weil es da einen verrückten Norweger in seiner Mannschaft gibt, dessen Sensationsquote (14 Tore in acht Spielen) die volle mediale Aufmerksamkeit verlangt. Nun ja, irgendwie nachvollziehbar.
Im Stadtderby gegen Manchester United (6:3) zeigte Foden jedoch, dass er das Zeug hat, jederzeit aus dem Schatten des Phänomens Erling Haaland zu treten - selbst wenn der gerade seinen dritten Hattrick im dritten Heimspiel in Folge erzielt. Wie das geht? In dem man einfach selbst drei Mal netzt.
Bei den eigenen Fans steht Foden aber auch ohne ständige Dreierpacks ganz oben auf der Liste.

Foden: Hometown-Hero trotz Milliarden-Konstrukt

Guardiola nannte Foden nach dessen Debüt in der ersten Mannschaft am 20. Juli 2017 bei einem Vorbereitungs-Derby gegen Manchester United "etwas ganz Besonderes" für ManCity. Nicht nur aufgrund der offensichtlichen fußballerischen Qualitäten, sondern auch, weil Foden als einer der wenigen im Milliarden-Konstrukt City die Stadt und die Region verkörpert.
Seine Geburtsstadt Stockport liegt nur rund sieben Kilometer vom Stadtzentrum Manchesters entfernt. Schon seit der U9 spielt er für die Skyblues, gehört also mittlerweile zum Inventar. Als er im Alter von nur sieben Jahren von einem Klub namens Reddish Vulcans zum großen ManCity wechselte, veröffentlichten die Vulcans sogar eine Abschiedsbotschaft, in der es hieß: "Merkt Euch diesen Namen ... Körperbeherrschung und ein linker Fuß, dass man es nicht glauben kann."
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Phil Foden

Fotocredit: Getty Images

Dass es ein Junge aus der Region, umringt von der wahrscheinlich größten Ansammlung von Weltstars, geschafft hat, nicht nur Stammspieler, sondern Leistungsträger und Lieblingsschüler eines der prägenden Trainer der vergangenen 20 Jahre zu werden, macht stolz in der Arbeiterstadt Manchester.
Wie gut, dass "The Athletic" nur einen Tag nach der Derby-Gala berichtete, dass eine Vertragsverlängerung bis 2027 noch diese Woche unter Dach und Fach gebracht werden soll.

Foden irgendwann mal auf der Zehn

Doch bei aller berechtigten Lubhudelei gibt es auch Bereiche, in denen sich Foden noch verbessern kann. Bislang kommt der Offensivmann vor allem auf den Außenbahnen zum Einsatz, City-Spielmacher Kevin De Bruyne sieht in seinem Teamkollegen langfristig aber einen zentralen Mittelfeldspieler wie sich selbst.
Eine Idee, die auch Guardiola gefällt, wie er auf der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Duell gegen den FC Kopenhagen verriet. "Ja, ich stimme Kevin da absolut zu", startete der Katalane, fügte aber hinzu, dass es Aspekte gebe, die Foden noch verfeinern müsse.
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Phil Foden und Pep Guardiola

Fotocredit: Getty Images

"Er hat einen unglaublichen Instinkt, entwickelt sich aber noch. Wenn man in der Mitte spielt, muss man noch mehr auf seine Umgebung achten, weil so viele Dinge passieren. Das ist auf dem Flügel etwas einfacher", erklärte Guardiola.
Foden müsse sich für die Zehnerrolle vor allem im Spiel ohne Ball verbessern, was für sein Alter aber "normal" sei.

Foden: Unter Southgate hapert es noch

Ebenfalls verbesserungswürdig ist Fodens Standing in der Nationalmannschaft. Anders als im Verein setzt Gareth Southgate nicht uneingeschränkt auf den begnadeten Kicker, was Marcus Foley von Eurosport UK in London wie folgt einschätzt:
"Es ist unbestritten, dass Foden auf Vereinsebene ein deutlich höheres Niveau erreicht hat als bei der Nationalmannschaft. Das hat vor allem mit Southgates konservativer Natur zu tun. Der Coach setzt eher auf Altbewährtes", so Foley.
Spieler wie Bukayo Saka, Mason Mount und Raheem Sterling passen laut Southgate besser ins System und haben in jüngerer Vergangenheit zudem überzeugt.
Trotzdem ist sich Foley sicher: "England hat keinen talentierteren offensiven Mittelfeldspieler als Foden."
Es wird sich zeigen, ob Southgate das im Hinblick auf die anstehende Weltmeisterschaft in Katar auch so sieht und den Stockport Iniesta in der Wüste vermehrt zaubern lässt.
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Quelle: Perform

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