Manchester United trifft das Tor in der Premier League nicht: Rio Ferdinand vermisst Harry Kane

Manchester United spielt eine enttäuschende Saison. Die Hälfte der 18 Pflichtspiele wurden verloren, in der Champions League stehen die Red Devils vor dem Aus in der Gruppenphase. Ein wesentliches Problem liegt im Angriff: Die Stürmer um 75-Millionen-Euro-Mann Rasmus Hojlund treffen das Tor nicht. United-Legende Rio Ferdinand trauert einem Spieler nach, der die Bundesliga kurz und klein schießt.

Rasmus Hojlund von Manchester United vergibt gegen Luton eine Großchance

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Didi Hamann hat nur noch Mitleid mit den Fans von Manchester United. "Es ist traurig, was da passiert", sagte der TV-Experte nach der 3:4-Pleite in der Champions League beim FC Kopenhagen bei "Sky Austria". "Die Mannschaft ist nichts wert und das Old Trafford fällt auseinander. Da regnet es rein."
Das altehrwürdige Stadion von United hat in der Tat schon bessere Tage gesehen. Doch mittlerweile ist aus dem "Theatre of Dreams" ein "Theatre of Nightmares" geworden - nicht nur aufgrund des baufälligen Zustands.
Fünf von zehn Heimspielen hat Manchester in dieser Saison verloren und dabei deutlich mehr Tore kassiert (16) als selbst erzielt (10.). Das 0:3 im Premier-League-Derby gegen Manchester City hatte Ex-United-Spieler Gary Neville infolge der krassen Unterlegenheit der Red Devils als "schlimmste Heimniederlage der letzten 20 Jahre" bezeichnet.
Was beim Blick in die Daten besonders auffällt: United hat große Probleme mit dem Torschießen: 13 Treffer in zwölf Ligaspielen - nur fünf Teams sind schlechter. Das einzige Stürmertor markierte Marcus Rashford im Spiel beim FC Arsenal (1:3).
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United-Stürmer Anthony Martial traf in dieser Saison nur einmal im League Cup

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Letzter Premier-League-Torschütze im Old Trafford: Jadon Sancho

Vor allem vor den eigenen Fans tut sich United extrem schwer. In sieben Ligaheimspielen wurden nur acht Tore geschossen. Das letzte Stürmertor in der Premier League im Old Trafford datiert vom 28. Mai - ausgerechnet erzielt von Jadon Sancho, den Trainer Erik ten Hag früh in dieser Saison vom Hof jagte.
Was die Torabschlüsse angeht, liegt Manchester mit 178 Versuchen auf Rang fünf. Doch die Erfolgsquote ist schwach: 0,07 Treffer pro Torschuss - Platz 15 in der Premier League.
"Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn man so häufig aufs Tor schießt, aber nur selten trifft, bedeutet das, dass oft aus Verlegenheit abgezogen wird", sagte der ehemalige United-Stürmer Louis Saha. "Sie schaffen es einfach nicht, im letzten Drittel die richtigen Entscheidungen zu treffen, was Passspiel und Laufwege angeht. Sie erspielen sich zu wenige echte Torchancen."

Rio Ferdinand trauert Harry Kane nach

Damit liegt Saha nicht falsch. 25 Großchancen zählt die Opta-Datenbank für United, 1,9 pro Spiel und gleichbedeutend mit Rang 13 von 20 Teams. Davon wurden nur fünf verwertet. Prozentual sind nur zwei Mannschaften schlechter: die beiden Aufsteiger Sheffield United und Burnley.
Dass im Sturm der Schuh drückt, hatte ten Hag früh erkannt und sich im Sommer intensiv um eine neue Nummer neun bemüht. Ganz oben auf der Wunschliste stand Harry Kane. Der entschied sich jedoch für einen anderen Weg und stellt in seiner ersten Saison beim FC Bayern einen Bundesligarekord nach dem anderen auf.
Rio Ferdinand schwillt der Kamm, wenn er an Kane denkt. "Jedes Mal, wenn ich Kane nach einem Dreierpack mit dem Spielball in der Hand sehe, muss ich kotzen", sagte die United-Legende in seinem Podcast "Five".
Keine leichte Zeit für den früheren Abwehrspieler, immerhin schnürte Kane schon drei Dreierpacks für die Münchner. Ferdinand gönnt dem 30-Jährigen alles, sein Problem liegt im Versäumnis seines Ex-Klubs. "Warum? Warum sind wir nicht hingegangen und haben ihn geholt?", fragte Ferdinand.
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Quelle: Perform

Rasmus Hojlund blüht in der Champions League auf

Statt Kane fand Rasmus Hojlund den Weg nach Manchester. 75 Millionen Euro ließ sich United den Dänen kosten. Viel Geld für einen, der auf seiner letzten Station in Bergamo lediglich neun Saisontore in 32 Serie-A-Spielen erzielte. Dass es Hojlund drauf hat, zeigte er in der Königsklasse: Fünf Mal traf der 20-Jährige dort in vier Spielen. In der Liga wartet er dagegen immer noch auf sein erstes Tor.
Saha spart nicht mit Kritik am Neuzugang. "Du musst deine eigene Lösung finden. Es geht nicht nur darum, dass Rasmus gut bedient wird, er muss auch die Verteidiger bearbeiten, dem Ball nachjagen und in seiner Position ruhig bleiben", sagte er. Hojlund habe die Qualität, "ein Star von United zu werden. Aber seine Fähigkeiten reichen aktuell noch nicht aus, denn er ist kein Harry Kane", so Saha.
Generell erwecke die Offensive von Manchester den Eindruck, gegen tief stehende Gegner keine Lösungen parat zu haben. "Bei allem Respekt, man hatte erwartet, dass sie gegen Luton (1:0, d. Red.) dominieren und viele Chancen kreieren würden, aber das taten sie nicht. Sie schaffen immer noch nicht den Raum für die Stürmer, und selbst wenn sie versuchen, direkt zu spielen, ist es fast so, als würde es in Zeitlupe passieren", stellte Saha fest.

Nikola Krstovic bei United gehandelt

Es ist nicht verwunderlich, dass angesichts der Flaute im Sturm von United in englischen Medien über mögliche Winter-Neuzugänge spekuliert wird. Zuletzt fiel der Name Nikola Krstovic, 23 Jahre alter Montenegriner in Diensten von US Lecce. Seine Empfehlung: vier Tore in elf Serie-A-Einsätzen. Kostenpunkt etwa zehn Millionen Euro Ablöse.
Den United-Fans dürfte egal sein, wer im Old Trafford die Tore schießt. Wenn es schon von oben nass wird, wollen sie wenigstens Treffer der eigenen Mannschaft bejubeln.
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Quelle: Perform

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