Manchester United versinkt vor Duell mit dem FC Bayern im Chaos: Erik ten Hag bei Red Devils unter Beschuss
Manchester United trifft am kommenden Mittwoch zum Champions-League-Auftakt (21:00 Uhr im Liveticker) im europäischen Klassiker auf den FC Bayern. Vor dem Duell in München dürften die Hoffnungen aufseiten der Red Devils nicht allzu hoch sein. Vor allem neben dem Platz versinkt der Klub dieser Tage im Chaos. Am Samstag ging aber auch die Generalprobe fürs Bayern-Spiel komplett in die Hose.
Höjlund früh ausgewechselt: Das ist der Grund
Quelle: Perform
Als Erik ten Hag beim Stand von 0:2 Rasmus Hojlund aus dem Spiel nahm, hatten die Fans auf den Rängen endgültig genug.
Dass der Neuzugang und einzige Lichtblick an diesem Samstag gegen Brighton and Hove Albion nur rund eine Stunde mitmischen durfte, löste ein Pfeifkonzert im Old Trafford aus. Am Ende mussten sich die Red Devils 1:3 geschlagen geben.
"Es war gut, dass die Fans dieses Signal gegeben haben", sagte ten Hag im Anschluss an die Partie überraschend. "Er (Hojlund, d. Red.) hat eine gute Leistung gezeigt. Das Zeichen der Fans wird ihm Vertrauen schenken. Er war einfach noch nicht für 90 Minuten bereit."
Die Reaktion der Fans wäre sicherlich anders ausgefallen, wenn ihre Mannschaft aktuell ingesamt bessere Leistungen zeigen würde. Nach fünf Premier-League-Spieltagen stehen bereits drei Niederlagen zu Buche. In der Tabelle belegt der englische Rekordmeister den 13. Platz.
Ten Hag sieht "keine Krise"
Eine Krise möchte sich der Trainer aber nicht andichten lassen. "Es ist keine Krise - aber wir sollten enttäuscht sein",erklärte er.
In wenigen Tagen trifft United zum Auftakt der Champions-League-Gruppenphase auf den FC Bayern (Mittwoch, 21 Uhr im Liveticker). Neben den sportlichen "Enttäuschungen" halten dieser Tage noch etliche andere Schlagzeilen den Traditionsklub im Klammergriff.
Da wäre zunächst der Zoff zwischen ten Hag und Ex-Dortmund-Star Jadon Sancho. Der niederländische Coach hatte vor der Länderspielpause beim Aufeinandertreffen mit dem FC Arsenal auf den Offensivkünstler verzichtet und seine Entscheidung mit mangelnder Trainingsleistung begründet.
Sancho wollte sich die Vorwürfe nicht gefallen lassen und reagierte auf ten Hags Aussagen prompt via Twitter. "Ich werde es nicht zulassen, dass Menschen Dinge über mich sagen, die komplett unwahr sind", schrieb er. Weiter hieß es: "Ich glaube, es gibt andere Gründe für diese Angelegenheit. Ich bin schon lange der Sündebock, was nicht fair ist."
United wirft Sancho raus
Vor einigen Tagen eskalierte der Streit, laut "Daily Mail" weigerte sich Sancho, seinen Coach um Entschuldigung zu bitten. Der Verein warf Sancho aus dem Kader. "Der Klub hat von mir eine strenge Linie verlangt, weil es hier in der letzten Saison keine gute Struktur gab", sagte ten Hag nach der Pleite gegen Brighton.
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Erik ten Hag (l.) mit Jadon Sancho
Fotocredit: Getty Images
Ins Detail gehen wollte er indes nicht. "Wenn Mitarbeiter, Spieler oder wer auch immer Grenzen überschreiten, muss man konsequent sein. Ich denke, es ist alles gesagt. Die Mannschaft ist stark, die Stimmung ist gut."
Ist sie das? Sancho ist längst nicht der einzige Nebenkriegschauplatz rund um das legendäre Old Trafford. Vor knapp einer Woche veröffentlichte United ein Statement, dass 95-Millionen-Mann Antony dem Verein vorerst nicht zur Verfügung stehen wird.
Schwere Vorwürfe gegen Antony
Der Grund: Antonys frühere Lebensgefährtin Gabriela Cavallin hatte in einem Interview mit "UOL" schwere Vorwürfe gegen den Brasilianer erhoben. Antony habe sie während der Beziehung mehrfach körperlich angegriffen. Im Nachgang meldeten sich weitere Frauen, die ähnliche Situationen schilderten.
Im Zuge der Anschuldigungen war Antony aus der brasilianischen Nationalmannschaft gestrichen worden. In einer Mitteilung wies der 23-Jährige alle Vorwürfe zurück. "Ich möchte meine Unschuld bekräftigen", erklärte er. Zudem wolle er "vollumfänglich mit der Polizei kooperieren, um ihr zu helfen, die Wahrheit herauszufinden."
Nicht der erste Fall von mutmaßlicher häuslicher Gewalt bei United. Im Januar 2022 suspendierte der Verein Mason Greenwood, der zuvor aufgrund eines sexuellen Übergriffs verhaftet worden war. Zehn Monate später wurde Greenwood wegen versuchter Vergewaltigung, Nötigung und Körperverletzung angeklagt.
Im Februar 2023 wurden sämtliche Anklagen von der Staatsanwaltschaft fallengelassen. Der Grund: "Eine Kombination aus dem Rückzug wichtiger Zeugen und neuem ans Licht gekommenenen Beweismaterial bedeutete, dass es keine realistische Aussicht auf eine Verurteilung mehr gab."
Im Anschluss leitete ManUnited selbst Untersuchungen gegen seinen Spieler ein. "The Athletic" berichtete vor wenigen Wochen, dass der Klub Greenwood zurück in den Kader holen wollte. Nach Veröffentlichung gingen zahlreiche Fans auf die Barrikaden.
Fans gegen Greenwood-Rückkehr
Bei Twitter veröffentlichte beispielsweise der Kanal "Female Fans Against Greenwood's Return" die Aufforderung, dass United seiner Fürsorgepflicht für Fans nachkommen möge:
"Die Situation ist klar - nimmt man Greenwood zurück, legitimiert und normalisiert man sexuelle Nötigung und häusliche Gewalt. Es zeigt anderen Spielern und den Männern und Jungen, die zu ihnen aufsehen, dass es in Ordnung ist, Frauen zu missbrauchen, ohne dass es Konsequenzen gibt."
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Mason Greenwood
Fotocredit: Getty Images
Vielleicht hatte United das Echo unterschätzt. Jedenfalls kehrte Greenwood nicht zurück in den Kader. Stattdessen wechselte das Eigengewächs kurz vor Schließung des Transferfensters auf Leihbasis zum FC Getafe nach Spanien. United zahlt jedoch den Großteil seines Gehalts weiter.
Darüber hinaus sorgt die ungeklärte Zukunft des gesamten Vereins für Unmut bei den Anhängern. Die unbeliebte Glazer-Familie, die seit 2005 die Geschicke des Vereins leitet, plante eigentlich einen Verkauf. Scheich Jassim Bin Hamad J.J. Al Thani, ein Mitglied der katarischen Königsfamilie und Ineos-Boss Jim Ratcliffe gaben angeblich Angebote für United ab.
Bislang wurde nichts aus dem Verkauf, einem Bericht der "Daily Mail" zufolge forderten die Glazers plötzlich mehr Geld, der Aktienkurs fiel zwischenzeitlich um elf Prozent.
Nicht die besten Voraussetzungen, um sich auf den sportlichen Alltag, sprich, auf den FC Bayern, zu konzentrieren. "Die Bayern sind große Favoriten auf den Champions-League-Sieg", sagte ten Hag. "Wir müssen dort gut sein, wir brauchen Charakter."
Es wird definitiv ein Charaktertest. Steht in München der nächste Rückschlag ins Haus, dürfte auch für ten Hag die Luft langsam dünn werden.
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"Strenge Linie": Ten Hag erklärt Sancho-Ausbootung
Quelle: Perform
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