Tottenham Hotspur ohne Harry Kane - dank neuem Traumteam läuft es trotzdem wie am Schnürchen

Tottenham Hotspur hat mit Harry Kane nicht nur einen der besten Mittelstürmer der Welt verloren, sondern auch eine Klub-Ikone. 280 Pflichtspieltore gehen über die Jahre auf das Konto des 30-Jährigen. Und nun der Bruch, der Wechsel zum FC Bayern, der Abschied aus London. Die Folgen für die Spurs? Überraschend milde. Von Krise keine Spur, stattdessen ein starker Saisonstart, für den es Gründe gibt.

Tottenham-Profis Heung-min Son (li.) und Manor Solomon (re.)

Fotocredit: Getty Images

Ange Postecoglou war bis vor zwei Jahren ein unbeschriebenes Blatt in Fußball-Europa, was weniger an seinen Fähigkeiten als Trainer lag, als viel mehr daran, dass er sie lange Zeit nur in seiner australischen Heimat und in Japan einsetzte.
2021 heuerte der 58-Jährige dann bei Celtic Glasgow an, feierte fünf Titel in zwei Jahren, und ist seit diesem Sommer Teammanager bei Tottenham Hotspur. Postecoglou ist es gelungen, den Londoner Klub wieder auf Kurs zu bringen - trotz des Abgangs von Harry Kane.
Man stehe zwar noch am Anfang der Zusammenarbeit, aber er habe bereits "wirklich gute Anzeichen für den Charakter und den Glauben" seiner neuen Mannschaft wahrgenommen, berichtete der Coach. Der subjektive Eindruck lässt sich objektiv in der Tabelle der Premier League ablesen: zehn Punkte nach vier Partien und Platz zwei.
Im Norden Londons wächst die Zuversicht auf eine erfolgreiche Saison und Konstanz. Beides ließ der Klub zuletzt vermissen. In der vergangenen Spielzeit verpasste Tottenham sogar das internationale Geschäft.

Jahr eins ohne Kane - es könnte gut werden

Cheftrainer Antonio Conte musste im März gehen, als ursächlich gilt seine drastische Wutrede, in der er die Spieler als "egoistisch" und den Klub als erfolglos bezeichnet hatte. Als Interimstrainer kam Ryan Mason in die Verantwortung, woraufhin die Spurs an Boden verloren und bis zum Saisonende noch von Rang fünf auf acht zurückfielen.
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Wutrede: Conte rechnet mit Tottenham ab - "Ist inakzeptabel"

Quelle: Perform

Nun läuft Jahr eins ohne Kane und mit Postecoglou. Es könnte ein gutes werden. Der Trainer setzt auf ein 4-2-3-1-System, in dem Richarlison den Mittelstürmer gibt.
Die Tatsache, dass der Brasilianer nach fünf Pflichtspielen inklusive des Ligapokals bei nur einem Treffer steht, könnte man als Schwäche deuten - oder aber ins Gesamtbild einfügen. Das zeigt nämlich eine große Bandbreite an Torschützen und Vorlagengebern.

Maddison ein Glücksgriff für Tottenham

Beim jüngsten 5:2-Erfolg gegen den FC Burnley schlug Linksaußen Heung-min Son dreimal zu, die beiden 2:0-Siege gegen Manchester United und Bournemouth leiteten die Mittelfeldspieler Pape Matar Sarr und James Maddison mit ihren Toren ein.
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James Maddison (Tottenham Hotspur)

Fotocredit: Getty Images

Letzterer entpuppt sich immer mehr als Glücksgriff. Für etwas mehr als 46 Millionen Euro Ablöse - für Premier-League-Verhältnisse fast günstig - eiste Tottenham den 26-Jährigen von Leicester City los. Seitdem geht es im offensiven Mittelfeld rund. Maddison demonstrierte, dass er mit dem Begriff Eingewöhnungszeit recht wenig anfangen kann, und legte gleich am ersten Spieltag beim 2:2 in Brentford die beiden Spurs-Tore auf. Gegen Bournemouth und Burnley traf er dann selbst.
Es passt sehr vieles zusammen im System Postecoglou. Der neue starke Mann an der Seitenlinie habe "eine sehr klare Vorstellung davon, was sie erreichen wollen. Seine Mentalität und seine Wettbewerbsfähigkeit sind etwas, das letztendlich zu Ergebnissen führen wird", ist sich der ehemalige Premier-League-Star Vincent Kompany sicher.

Spurs pumpen fast 250 Millionen Euro in den Transfermarkt

Diese Resultate waren bislang positiv - mit einer Ausnahme. Im Ligapokal setzte es eine überraschende 4:6-Niederlage nach Elfmeterschießen gegen den FC Fulham. "Enttäuscht, aber unverwüstlich" seien ihm seine Spieler vorgekommen, sagte Postecoglou. "Wir haben an einem schwierigen Abend echten Charakter gezeigt, und den werden wir brauchen."
Die Devise laute "wegstecken, aufstehen und weitermachen". Genau das taten die Spurs, vier Tage später folgte der 5:2-Auswärtssieg in Burnley.
Eine Basis, auf der Postecoglou kann - und auch muss. Denn für Neuzugänge wie Maddison (Mittelfeld/46 Mio.), Brennan Johnson (Mittelfeld/55 Mio.), Pedro Porro (Abwehr/40 Mio.), Micky van den Ven (Abwehr/40 Mio.), Dejan Kulusevski (Rechtsaußen/30 Mio.), Guglielmo Vicario (Tor/20 Mio.) oder Alejo Véliz (Sturm/15 Mio.) gab der Verein knapp eine Viertelmilliarde Euro aus.
Die Erwartungshaltung ist auch ohne Kane immens - bislang aber halten die Spurs dem Druck souverän stand.
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Kein Ziel zu groß: Kane glaubt an Champions-League-Titel

Quelle: Perform

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