Eurosport
Manchester United: Red Devils mit Trainer Erik ten Hag auf dem Weg ins Mittelmaß - ein Fall für Thomas Tuchel?
Von
Publiziert 24/09/2024 um 11:01 GMT+2 Uhr
Manchester United kommt in der neuen Saison noch nicht richtig in Tritt und droht, schon in der Frühphase den Anschluss an die Spitze der Premier League zu verlieren. Im Zentrum der Kritik steht erneut Coach Erik ten Hag, dessen Stuhl in der Vorsaison bereits bedenklich wackelte. Mit Thomas Tuchel wäre eine Premium-Lösung verfügbar, welche die Red Devils in Betracht ziehen sollten.
Fünf Spiele, sieben Punkte: Ten Hag bei ManUnited "nicht zufrieden"
Quelle: Perform
Erik ten Hag redete gar nicht lange um den heißen Brei herum.
"Unsere Leistungen waren gut, aber unsere Ergebnisse sind es nicht. Wir sind nicht zufrieden und von den Ergebnissen enttäuscht", sagte der 54-Jährige nach der ernüchternden Nullnummer am Samstag gegen Abstiegskandidat Crystal Palace.
Nein, so richtig in Fahrt kommen die Red Devils in der neuen Saison noch nicht, was auch an der mangelhaften Chancenverwertung liegt. Lediglich sieben Punkte aus fünf Spielen stehen für den ambitionierten Klub aus dem Nordwesten Englands zu Buche.
Der Abstand auf die Champions-League-Ränge beträgt bereits vier Zähler. Besorgniserregend: United gewann lediglich zwei der vergangenen acht Ligapartien gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Die einzige Konstante beim Rekordmeister in diesen Tagen: die Inkonstanz.
Ten Hag zunehmend unter DRuck
Ten Hag selbst zeigte sich jedoch optimistisch, das Ruder herumreißen zu können.
"Ich weiß eines ganz genau: Im Fußball gibt es noch einen langen Weg zu gehen", erklärte er und führte weiter aus: "Wenn wir mit dieser Qualität spielen, können wir die Punkte holen. Die Tore werden kommen und dann werden auch die Punkte kommen."
Die Frage ist nur, ob die Verantwortlichen um Klub-Miteigentümer Jim Ratcliffe - seines Zeichens Ineos-Gründer - geduldig bleiben.
Immerhin haben die Red Devils in der Ära ten Hag (2022-2024) insgesamt 660 Millionen Euro in neue Spieler investiert - alleine in diesem Sommer rund 215 Millionen Euro. Mehr Geld gaben in Europas Top-5-Ligen in jenem Zeitraum mit Paris Saint-Germain (771 Mio. Euro) und Ligakonkurrent FC Chelsea (1,3 Milliarden Euro) nur zwei Klubs aus.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/09/23/image-db4f59ce-6c09-421e-8a55-e8afb73e6bb3.jpeg)
Joshua Zirkzee wechselte im Sommer für rund 43 Millionen Euro zu Manchester United
Fotocredit: Getty Images
United: Ten Hag stand schon vor dem Aus
Die Bilanz ist überschaubar: Ein FA-Cup-Titel (2024) sowie ein Triumph im Ligapokal (2023). In der Liga ging es dagegen nach einem vielversprechenden Start und Platz drei im ersten Jahr sukzessive nach unten. In der Vorsaison lief man der Musik komplett hinterher und landete auf einem ernüchternden achten Rang. Aktuell rangiert man auf Platz elf.
Einzig der Sieg im FA-Cup sorgte dafür, dass United in dieser Saison überhaupt im internationalen Geschäft teilnehmen darf (nachdem man im Halbfinale eine 3:0-Führung gegen Zweitligist Coventry City verspielt hatte und erst im Elfmeterschießen siegte). Auch deshalb wurden bereits Ende der abgelaufenen Spielzeit Gerüchte um ein vorzeitiges Aus des Niederländers laut.
Ten Hag selbst bestätigte zu Saisonbeginn, dass die Klub-Verantwortlichen bereits mit möglichen Nachfolgern in Kontakt waren. "Sie haben mir tatsächlich gesagt, dass sie mit anderen Teammanagern gesprochen haben. Am Ende sind sie zu dem Schluss gekommen, dass sie bereits den besten Trainer im Haus haben", meinte ten Hag selbstbewusst.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/09/22/4043413.jpg)
Erik ten Hag von Manchester United
Fotocredit: Getty Images
Ex-Chelsea-Profi bringt Tuchel ins Spiel
Obwohl die Klub-Bosse ten Hags Vertrag sogar vorzeitig um ein Jahr bis 2026 verlängerten, bleiben Restzweifel, ob die Beziehung zwischen Klub und Trainer von dauerhafter Natur ist.
"Es ist keine schlechte Idee, mitten in der Saison einen Sündenbock zu haben, während die Arbeit hinter den Kulissen weitergeht", urteilt Fußball-Experte Raj Mahil von Eurosport UK.
Das sieht auch Ex-Chelsea-Profi William Gallas so, der in diesem Zusammenhang einen möglichen Nachfolgekandidat ins Gespräch brachte.
"Vielleicht ist Manchester United ein zu großer Klub für Erik ten Hag. Der Druck ist zu groß für ihn. Thomas Tuchel könnte die Lösung für Manchester Uniteds Probleme sein", mutmaßte der ehemalige Innenverteidiger nach Uniteds 0:3-Niederlage vor wenigen Wochen gegen den FC Liverpool.
"Wenn er in den Klub käme und man ihm zwei Jahre geben würde, um ein Team zu bauen, wäre der Klub an einer ganz anderen Stelle, als er es jetzt ist", so Gallas.
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/07/16/image-f5b9f54d-2dba-440a-9eb3-83c8c000f791.jpeg)
Thomas Tuchel
Fotocredit: Getty Images
United: Tuchel, Southgate oder van Nistelrooy?
In der Tat sind die Gerüchte um Tuchel und Manchester United seit seiner Trennung vom FC Bayern nie wirklich abgeflacht - auch wenn ein angebliches Treffen im Sommer zwischen ihm und Ratcliffe wenig gewinnbringend gewesen sein soll.
Der Favorit bei den Buchmachern ist allerdings der ehemalige englische Nationaltrainer Gareth Southgate, gefolgt von ten Hags Assistent Ruud van Nistelrooy - erst dann taucht der Name Tuchel auf.
"Offensichtlich hat Tuchel ein Problem damit, sich langfristig mit der Führungseben eines Vereins zu arrangieren. Aber ein kurzfristiges Engagement würde von vielen United-Fans sicherlich begrüßt werden, wenn es wie beim FC Chelsea mit dem Gewinn eines großen Titels verbunden wäre", erklärt Eurosport-Experte Mahil.
United sollte Tuchel in Betracht ziehen
Immerhin hat Tuchel bei den Blues bewiesen, dass er einem kriselnden Topklub wieder Leben einhauchen und ihn weiterentwickeln kann. Bei den Anhängern des FC Chelsea genießt er nach wie vor einen guten Ruf, wie auch generell auf der Insel.
Anders als Southgate, dessen Ansehen nach den uninspirierten Auftritten der Three Lions bei der EM in Deutschland arg gelitten hat. Die Verantwortlichen sollten Tuchel zumindest nochmal in Betracht ziehen - auch wenn zur Wahrheit dazugehört, dass sein letztes Engagement beim FC Bayern ebenfalls nicht nur von Erfolg gekrönt war.
Doch dies ist alles Zukunftsmusik. In der Gegenwart bekommt es United am Mittwoch zum Auftakt der Europa League mit Twente Enschede zu tun (ab 21:00 Uhr im Liveticker). Eine gute Möglichkeit für ten Hag, etwaige Spekulationen um seine Zukunft zumindest für den Moment im Keim zu ersticken.
Das könnte Dich auch interessieren: UEFA gibt zu: DFB hätte Elfmeter im EM-Halbfinale bekommen müssen
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/09/22/4043390-82005448-2560-1440.jpg)
Guardiola schwärmt: "Lewis kann auf jeder Position spielen"
Quelle: Perform
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung