Der FC Chelsea schöpft Mut durch den Sieg bei der Klub-WM: Alte und neue Ansprüche in London

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Der FC Chelsea startet als Klub-Weltmeister in die neue Premier-League-Saison, ausgestattet mit einer Prämie von über 100 Millionen Euro. Geld, das der Londoner Klub nur allzu gerne ausgibt, um noch mehr Spieler zu verpflichten. Trainer Enzo Maresca plant einen Vorstoß in der Champions League, die Vorzeichen sind besser als in den Vorjahren. Doch die Finanzen könnten zum großen Problem werden.

Enzo Maresca (Mitte) feiert mit dem Chelsea FC den Titel bei der Klub-WM.

Fotocredit: Getty Images

Überraschend eindeutig stand das Ergebnis am Ende gegen Paris Saint-Germain zu Buche: 3:0 stand es bereits zur Halbzeit im Finale. Der erste Klubweltmeister des neuen Formats heißt FC Chelsea.
Als Champions-League-Sieger von 2021 hatten sie sich für das Turnier qualifiziert, als Favorit galten sie bei weitem nicht.
Durch den Millionenregen können die Blues ihren Kaufrausch der vergangenen Jahre forsetzen: Schon ein Monat vor Ende des Transferfensters hat Chelsea fast 280 Millionen Euro ausgegeben. Doch in diesem Sommer sind die Vorzeichen andere.
Was die Pläne von Trainer Enzo Maresca sind, wo der Klub steht, wo noch Nachholbedarf ist.

Das ist neu: Üppige Ausgaben

Jamie Gittens (56 Mio. Euro), João Pedro (63,7 Mio.), Liam Delap (35,5 Mio.), Estêvão (34 Mio.) nun auch noch Jorrel Hato (44,2 Mio.): Der FC Chelsea hat in diesem Sommer erneut ordentlich Geld für neues Personal ausgegeben - knapp 280 Millionen Euro in Summe. Allerdings hat man durch Verkäufe (u.a. von Noni Madueke und João Felix) auch rund 230 Millionen Euro eingenommen.
Und das soll noch nicht das Ende sein, deutsche und englische Medien berichten von einem nahenden Transfer des Leipzigers Xavi Simons in den Londonder Nobel-Stadtteil.
Neuzugang João Pedro fiel bereits während der Klub-WM positiv auf, wie Eurosport-England-Redakteur Pete Sharland erklärt: "Die Leute haben nicht geglaubt, dass er schon so gut performt, vor allem nicht als Stürmer", sagt er: "Das ändert, wie Chelsea aufstellen kann. Er scheint gut zu Cole Palmer zu passen."
Auch Neuzugang Estêvão steht zur neuen Saison im Mittelpunkt, der im Viertelfinale der Klub-WM noch für seinen alten Verein Palmeiras gegen die neuen Kollegen traf. "Er wird langsam an die erste Elf herangeführt, aber könnte zum Ende der Saison Stammspieler sein", glaubt Sharland.
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João Pedro bei der Klub-WM im Trikot des FC Chelsea

Fotocredit: Getty Images

Die neue Hoffnung: Strahlkraft

Die Titel bei der Klub-WM und in der Conference League haben dem Premier-League-Klub Aufwind gegeben.
Cole Palmer, der vor zwei Jahren von Manchester City zu den Blues wechselte, trumpfte bei der Klub-WM auf, auch die brasilianischen Neuzugänge lassen Chelsea vom Glanz alter Zeiten träumen - zumindest ein wenig.
"Der Titel ist eine gute Bestätigung dafür, dass es in die richtige Richtung regt", sagt Eurosport-Redakteur Sharland.
Durch den Gewinn der Klub-WM gewinnt der Verein an Strahlkraft, er hilft bei der Verpflichtung von neuen Spielern - und dabei, einen neuen Hauptsponsoren für die Chelsea-Brust zu finden.

Das Fragezeichen: Financial Fairplay

Anfang Juli hat die UEFA den FC Chelsea mit einer Strafe für den Transfermarkt versehen. Die Blues müssen für die nächsten zwei Jahre eine positive Transferbilanz aufweisen, sprich: Die Ausgaben dürfen die Einnahmen nicht überschreiten.
Außerdem muss der Klub 20 Millionen Euro Strafe zahlen. Der Tatbestand: Jahrelang habe der Verein Finanzschlupflöcher genutzt, um seine Bilanzen zu beschönigen und damit das "Financial Fairplay" umgangen. Rund 1,6 Milliarden Euro hat der Klub seit der Übernahme durch Todd Boehly dabei schon ausgegeben.
Den Blues drohen Konsequenzen, sollten sie sich nicht an die Abmachungen halten: Ist Chelseas Transferbilanz in den kommenden Jahren nicht positiv, dürfen sie keine neuen Spieler für die Kaderliste der Champions League anmelden.
Aktuell sieht es nicht danach aus, als könnten die Blues dieses Ziel erreichen. Dafür müssten sie noch für knapp 50 Millionen Euro Spieler verkaufen.

Hier ist (noch) Bedarf: Abwehr mit Fragezeichen

Bei aller Tiefe, die dieser 40-Mann-Kader bietet: Diese Mannschaft hat (noch) kein Weltklasseniveau erreicht.
Stammtorhüter ist der 2023 von Brighton verpflichtete Robert Sánchez, der immerhin drei Länderspiele für Spanien aufweisen kann, dem in der Liga aber auch der ein oder andere Fehler unterlief. Bei der Klub-WM sicherte er sich allerdings den Goldenen Handschuh als bester Keeper des Turniers.
In der Verteidigung schmerzt der Kreuzbandriss von Levi Colwill. So ist Außenverteidiger Marc Cucurella der Bekannteste - und Wertvollste, zusammen mit Neuzugang Jorrel Hato von Ajax Amsterdam und Malo Gusto. Ein wenig mehr Erfahrung würde Chelsea in der Abwehr nicht schaden, möchte Chelsea dauerhaft zur Spitzengruppe der Premier League gehören.
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Robert Sánchez für Chelsea bei der Klub-WM.

Fotocredit: Getty Images

Das kommt auf Maresca zu

Trotz der Titel in der Conference League und bei der Klub-WM für die Blues rechnet in England kaum jemand mit der Meisterschaft in der Premier League oder dem Gewinn der Champions League.
"Es geht drum, die Gruppenphase der Champions League zu überstehen und möglicherweise das Viertelfinale zu erreichen, aber das Ziel, in der Liga erneut die Champions-League-Plätze zu erreichen, dürfte größer sein", sagt Sharland.
Der Klub sei sich im Klaren, dass die vergangene Saison speziell gewesen sei und gibt Maresca Zeit, sich und die Mannschaft zu entwickeln - trotz aller Millionen, die er zur Verfügung hat. Bei allen finanziellen Utopien der Südwest-Londoner scheint ja zumindest diese Herangehensweise halbwegs bescheiden.
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Son über Abschied: "Worte der Kollegen rührten mich"

Quelle: Perform


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