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Pressestimmen zur umstrittenen WM-Vergabe 2034 nach Saudi-Arabien: "Die FIFA verkauft ihre Seele"
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Publiziert 12/12/2024 um 13:44 GMT+1 Uhr
Feuerwerk in Saudi-Arabien - Entsetzen in Teilen der westlichen Welt: Während die Vergabe der Fußball-WM 2034 im schwerreichen Wüstenstaat ausgiebig gefeiert wurde, ist die Kritik am Weltverband FIFA in anderen Ländern und bei Medien und Experten noch lauter geworden. "Die FIFA verkauft ihre Seele für die Milliarden aus Saudi-Arabien. Ein hässlicher Tag für das schöne Spiel", schrieb "USA Today".
FIFA gibt Gastgeber für die WM 2030 bekannt
Quelle: Perform
Nicht nur die Presse, sondern auch Menschenrechtsorganisationen und die deutsche Politik kommentierten die Austragung der WM 2034 im Wüstenstaat.
Ein breites Bündnis aus Menschenrechtsorganisationen, Fangruppierungen und Gewerkschaften hat die Vergabe der Fußball-WM 2034 nach Saudi-Arabien heftig kritisiert.
Die am Mittwoch beim Kongress des Weltverbands FIFA getroffene Entscheidung sei "brandgefährlich", die "Menschenrechtspolitik der FIFA entpuppe sich als Täuschung."
"Ich kann die Vergabe politisch nicht gutheißen. Saudi-Arabien ist, was das Thema Menschenrechte angeht, mindestens genauso problematisch wie Katar", sagte Sabine Poschmann in ihrer Rolle als Sportpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion.
Die internationalen Pressestimmen zur WM-Vergabe nach Saudi-Arabien.
Pressestimmen aus Deutschland:
Spiegel: Wie kann es sein, dass Saudi-Arabien eine Fußball-WM erhält?
Bild: "Am Mittwoch entschied der Fußball-Weltverband Fifa bei einem Online-Kongress endgültig über die Austragungsorte der Weltmeisterschaften 2030 und 2034. Damit steht nun fest, was viele Fußball-Fans bereits befürchtet hatten."
Süddeutsche Zeitung: "Die Fifa vergibt die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 an Saudi-Arabien – per Akklamation. Die ganze Wahlshow wird so orchestriert, dass die einzige kritische Stimme nicht zu Wort kommt."
kicker: "Es ist ungefähr das Gegenteil einer Überraschung."
Pressestimmen aus ENGLAND:
The Telegraph: "Groteske Verbeugung der FIFA vor Saudi-Arabien. Der feigste Ausverkauf in der Geschichte des Sports - heimlich, per Akklamation, ohne auch nur den Hauch einer wirklich unabhängigen Prüfung."
Guardian: "Die Schamlosigkeit des Vorgehens der FIFA wurde in Zürich in einer Demonstration der Verachtung für Regierungsführung, Demokratie, Liebe, Hoffnung und gesunden Menschenverstand deutlich."
The Sun: "New World Order. Die FIFA hat das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Welt verkündet."
Pressestimmen aus ITALIEN:
Gazzetta dello Sport: "Die Zukunft des Fußballs läuft in Richtung arabischen Golf, auf einem Teppich aus Erdöl-Dollar."
Corriere dello Sport: "Saudi-Arabien bleibt eine absolute Monarchie, die die Todesstrafe vorsieht und die Meinungsfreiheit einschränkt - doch Frauen dürfen inzwischen Autofahren, arbeiten und müssen nicht den Vollschleier tragen."
La Repubblica: "Eine WM in der Wüste des Rechtsmangels."
Pressestimmen aus ÖSTERREICH und Schweiz:
Österreich - Kurier: "Wenn man gegen die Fußball-WM in Saudi-Arabien argumentiert – so ehrlich muss man sein – muss man sich gegen das gesamte aktuelle System des Weltsports aussprechen. Dass sich Riad bewirbt, war abzusehen. Dass die FIFA unter Gianni Infantino alles tut, damit das riesige Land das Turnier ausrichten darf, war ebenfalls keine Überraschung. Es reicht ein Blick auf die Konten der Weltverbände, nicht nur im Fußball. Denn Entwicklung ist scheinbar nur noch mit dem großen Geld möglich. Je größer die Finanzspritze, desto stärker überstrahlt sie die Kritik."
Schweiz - Blick: Alles dreht sich um die Vision 2030. Mohammed bin Salman, Kronprinz Saudi-Arabiens, will mit diesem Projekt das Image des Landes von aussen, aber auch landesintern verbessern. Die Wirtschaft soll weniger abhängig werden vom Öl, Tourismus eine neue, wichtige Säule werden und beispielsweise auch die immer jünger werdende Bevölkerung zufriedengestellt werden. Wichtiger Bestandteil dieser Charmeoffensive ist der Sport. Die Fussball-WM 2034 stellt die Krönung dar.
Schweiz - Tagesanzeiger: "Infantino hat die FIFA perfekt auf sich maßgeschneidert, damit er seine Großmachtträume verwirklichen kann. Der Walliser hat eine offensichtliche Vorliebe für Autokraten entwickelt, die Putins und Trumps dieser Welt, für den Emir von Katar oder Mohammed bin Salman, den Kronprinzen von Saudi-Arabien. Geld lockt ihn an, das hat er schon mehrmals bewiesen."
Weitere Pressestimmen aus Europa:
Norwegen - VG: "Die Tricks waren so hinterhältig, dass es verlockend ist zu lachen. Aber es ist nicht lustig, dass die Demokratie in der FIFA in Wirklichkeit am Rande des Todes steht. Das Traurigste ist, dass sich die überwiegende Mehrheit der Mitgliedsstaaten dafür entscheidet, Marionetten des zunehmend autoritären Regimes von Infantino zu sein."
Schweden - Aftonbladet: "Ein neuer, korrumpierter Entscheidungsprozess, eine neue Geschwindigkeitserhöhung, um den geopolitischen und wirtschaftlichen Schwingungen zu folgen. Hier gibt es das Geld, hier gibt es Öl, also geht der Fußball dorthin."
Pressestimmen aus Amerika:
USA Today: "Die FIFA verkauft ihre Seele für die Milliarden aus Saudi-Arabien. Ein hässlicher Tag für das schöne Spiel."
The Athletic/New York Times: "FIFA-Präsident Gianni Infantino nahm 2019 von Putin den russischen Freundschaftsorden entgegen. Ja, Saudi-Arabien ist genauso geeignet wie diese Gastgeber. (...) Der weltweit größte Ölexporteur war der einzige Kandidat und hatte die Aufnahmeprüfung bereits bestanden. Offiziell gab es immer noch eine Art Vorstellungsgespräch, aber die FIFA beschloss, dies durch eine Runde Applaus zu ersetzen."
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(SID)
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Quelle: Perform
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