1. FC Nürnberg gelingt trotz Pleite gegen Ingolstadt der Klassenerhalt

Der 1. FC Nürnberg hat sich in letzter Sekunde den Klassenerhalt gesichert. Der neunmalige deutsche Meister unterlag dem FC Ingolstadt in einem dramatischen Relegations-Rückspiel mit 1:3 (0:0), bleibt aber dank des 2:0-Erfolgs im Hinspiel in der 2. Bundesliga. Stefan Kutschke (53.), Tobias Schröck (62.) und Robin Krauße (66.) trafen für die Schanzer. Fabian Schleusener rettete den Club (90.+6).

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So lief das Spiel:

Im Hinspiel wirkten die Spieler des FC Ingolstadt noch müde, nachdem sie nur drei Tage Pause nach dem letzten Drittligaspiel bekamen, während der 1. FC Nürnberg ganze neun Tage zur Erholung hatte. Nun, mit vier Tagen Pause und gleichen Voraussetzungen, präsentierten sich beide Teams körperlich in ähnlicher Verfassung. Auch spielerisch bewegten sich beide Mannschaften auf nahezu einem Niveau, was zunächst allerdings nicht gerade hoch war.
Die kurze Anfangsoffensive der Gastgeber entschärften die Nürnberger recht problemlos und übernahmen nach ein paar Minuten wie schon im Hinspiel die Kontrolle über die Partie. Größeres Risiko mussten und wollten die Gäste dabei aufgrund des Vorsprungs aus dem Hinspiel nicht gehen. So blieben Chancen bis auf zwei ungefährliche Nürnberger Abschlüsse nach Freistößen (10., 11.) zunächst Mangelware.
Folglich entstand die beste Ingolstädter Gelegenheit auch aus einer Standardsituation. Nach einer Freistoßfinte zirkelte Robin Krauße den Ball in Richtung des Torwartecks (28.). Sein Versuch ging allerdings knapp vorbei.
Auch der Rest der ersten Hälfte verlief ganz nach dem Motto: Nürnberg musste nicht, Ingolstadt konnte nicht. Der Club kontrollierte die Partie weiterhin, ohne dabei selbst offensiv Akzente zu setzen. Ingolstadt fiel wenig ein. Die vielen langen Bälle in die Spitze verliefen im Sand.
In der 44. Minute gab Mikael Ishak den ersten Schuss auf das Ingolstädter Tor ab. Sein zentraler Versuch landete allerdings genau in den Armen von Marco Knaller - dann war Halbzeit.
In der zweiten Hälfte bot sich dann ein komplett anderes Bild. Beide Mannschaften führten die Zweikämpfe deutlich härter. Nürnberg übte in den ersten Minuten viel Druck auf die Ingolstädter aus. Das Tor fiel aber auf der anderen Seite.
Eine Freistoßflanke faustete Christian Mathenia gegen Lukas Mühl, sodass der Ball in Richtung des eigenen Tores abprallte. Dort schaltete Stefan Kutschke am schnellsten und beförderte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor zum 1:0 (53.). Aus dem Nichts waren die Ingolstädter wieder in dieser Relegationspartie.
Und nur kurze Zeit später stellten die Gastgeber tatsächlich alles auf Anfang. Nach einer Freistoßflanke von Marcel Gaus tauchte Tobias Schröck völlig frei vor Mathenia auf und nickte den Ball zum 2:0 ins Tor (62.).
Und dann trat aus Nürnberger Sicht das Horrorszenario ein. Wieder brachte Gaus einen Freistoß vor das Gäste-Tor. Dieses Mal war es Robin Krauße, der an den Ball kam und per Kopf ins lange Eck verlängerte - das 3:0 für die Schanzer (62.). Nürnberg war zu diesem Zeitpunkt abgestiegen.
Dementsprechend warfen die Gäste jetzt alles nach vorne, doch Ingolstadt verteidigte vieles weg und konterte vereinzelt.
In der 80. Minute bot sich die Doppelchance für den Club: Zunächst klärte ein Ingolstädter Verteidiger einen Kopfball von Nikola Dovedan vor der Linie, der Nachschuss von Fabian Nürnberger ging knapp am langen Pfosten vorbei.
Kurz danach hatte Michael Frey im Strafraum viel Zeit, konnte den Ball annehmen und aus der Drehung abschließen. Doch der Ball ging knapp am langen Pfosten vorbei (87.).
Und als das Spiel schon so gut wie vorbei war, flog nochmal ein hoher Ball in den Strafraum. Der eingewechselte Fabian Schleusener startete und kam mit der Fußspitze noch gerade so an den Ball und beförderte ihn an Marco Knaller vorbei ins Tor zum 1:3 aus Nürnberger Sicht (90.+6).
Ingolstadt forderte ein Foulspiel an Nico Antonitsch, doch Schiedsrichter Christian Dingert zeigte auf den Anstoßpunkt. Es wurde zwar nochmal angestoßen, doch Ingolstadt kam nicht mehr vor das Tor.
Somit rettete sich Nürnberg in allerletzter Sekunde und darf nächstes Jahr erneut in der zweiten Liga antreten. Für Ingolstadt ist dieser Last-Minute-K.o. unfassbar bitter, nachdem die Schanzer schon den direkten Aufstieg in Liga zwei nur durch ein Tor der Würzburger Kickers in der Nachspielzeit des letzten Drittliga-Spieltags verpasst hatten.

Die Stimmen zum Spiel:

Michael Wiesinger: "Ich bin auch schon lange dabei, aber das hat heute natürlich nochmal alles getoppt. Ich finde, in der ersten Halbzeit ist nicht viel passiert. Das war so ein Lauern. Ingolstadt hat uns viel Ballbesitz gegeben. Auch nach der Halbzeit war es nicht besorgniserregend und dann haben wir durch diese Standardsituation den Faden verloren. Und plötzlich liegst du innerhalb von ein paar Minuten 0:3 zurück. Wir haben uns dann geschüttelt. Wir sind am Schluss All-in gegangen und glücklicherweise belohnt worden. Wir müssen uns hier für nichts rechtfertigen. Der 1. FC Nürnberg ist in der zweiten Liga nächstes Jahr und das zählt."
Hanno Behrens: "Ich glaube, wir haben uns das alle anders vorgestellt. Grundsätzlich haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir haben aus dem Spiel gar nichts zugelassen und durch drei Standards auf einmal drei Tore bekommen. Aber wir haben weiter an uns geglaubt und wurden dann belohnt. Wir haben sehr oft Pech gehabt in den letzten Sekunden und heute haben wir einmal Glück gehabt."
Thomas Oral: "Ich habe eine Mannschaft gesehen, die heute Unglaubliches geleistet hat, aber leider um den Lohn ihrer Arbeit gebracht wurde. Ich meine, es geht ja drunter und drüber in der letzten Minute. Fakt ist erstmal, dass wir eine Nachspielzeit hatten, die für mich unverständlich ist. Er berührt ihn schon (Antonitsch beim Zweikampf vor dem Tor; Anm. d. Red.), das ist natürlich brutal."

Das fiel auf: Standardstärke bringt Ingolstadt ins Spiel

Alle drei Treffer erzielten die Ingolstädter nach einem ruhenden Ball. Jedes Mal zeichnete sich Gaus dafür verantwortlich. Während beim ersten Treffer durch die verunglückte Faustabwehr von Mathenia noch etwas Glück im Spiel war, verschafften sich die Ingolstädter durch gute Laufwege viele Freiräume bei den anderen beiden Toren.

Der Tweet zum Spiel:

Erleichterung pur bei den Nürnbergern nach dem entscheidenden Treffer.

Die Statistik: 5:20

Fünf Minuten Nachspielzeit gab es nach Ablauf der regulären Spielzeit noch obendrauf. 20 Sekunden, nachdem diese abgelaufen waren, erzielte Schleusener den spielentscheidenden Treffer, der den Club in der zweiten Liga hielt. Dass noch nicht abgepfiffen worden war, ging aufgrund zweier Wechsel in der Nachspielzeit in Ordnung. Für Ingolstadt hätte es dennoch kaum ärgerlicher laufen können.
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