Champions League: Der Weg für den FC Bayern ins Finale wird steinig
Der Weg des FC Bayern Richtung zweites Triple der Vereinsgeschichte wird steinig, so viel steht seit Freitagnachmittag fest. Setzt sich der FCB im Achtelfinal-Rückspiel gegen Chelsea durch, könnten die weiteren Gegner in der Champions League Barcelona, Real oder Manchester City heißen. Doch die Duelle mit den europäischen Granden sind nicht die einzigen Probleme, die Hansi Flick lösen muss.
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Egal ob Alphonso Davies in Paris, Robert Lewandowski beim Spaziergang mit Töchterchen Klara am Strand oder Philippe Coutinho beim lockeren Trainings-Lauf in der prallen Sonne: Vor Erleichterung dürften die Stars des FC Bayern München am Freitagmittag nicht gerade durchgepustet haben.
Auch wenn die Double-Sieger aktuell im Urlaub weilen, wird den meisten nicht entgangen sein, welche Gegner ihnen nach ihrer Rückkehr in der Finalrunde der Champions League drohen. Losglück hatte der deutsche Rekordmeister bei der Ziehung der potenziellen Viertel - und Halbfinalpaarungen in Nyon nämlich nicht - ganz im Gegenteil.
FC Bayern: Superstars pflastern den Weg ins Finale
Bereits in der Runde der letzten Acht (12.-15. August) droht den Münchnern ein Duell mit dem vierfachen CL-Sieger FC Barcelona. Natürlich immer vorausgesetzt, das Team von Hansi Flick bringt im Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea (08. August) in der heimischen Allianz Arena den komfortablen 3:0-Vorsprung aus dem Hinspiel über die Ziellinie.
Barça muss für die mögliche Neuauflage des CL-Halbfinals von 2015 den SSC Neapel aus dem Weg räumen (Hinspiel in Neapel 1:1).
Doch damit nicht genug: Sollte Bayern ein hypothetisches Viertelfinale gewinnen, wartet im Halbfinale (18./19. August) mit Manchester City, Real Madrid, Juventus Turin oder Olympique Lyon gleich der nächste Brocken. Letztgenannte Franzosen gelten im Kampf um das zweite Halbfinal-Ticket in dieser Turnierhälfte (trotz des 1:0 im Hinspiel gegen Juve) als klarer Außenseiter.
Im Umkehrschluss heißt das für den FC Bayern: Allein um das Finale zu erreichen, muss man neben den beiden Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, die mit ihren jeweiligen Teams in sechs der letzten zehn Jahren den Henkelpott gewannen, auch Ex-Trainer Pep Guardiola und den CL-Rekordsieger aus Madrid hinter sich lassen. Eine Herkulesaufgabe, vor allem wenn man sich die andere Hälfte des CL-Tableaus anschaut, in der sich neben PSG mit RB Leipzig, Atalanta Bergamo und Atlético Madrid vermeintlich leichtere Gegner tummeln.
Rummenigge: Fokus auf Chelsea
Geht es nach Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge stellt sich die Frage nach möglichen Gegnern jedoch noch nicht: "Wir sollten wie 2013 Schritt für Schritt gehen, und zwar unaufgeregt. Denn mir ist nach dem Double-Gewinn in der Öffentlichkeit schon wieder zu viel Euphorie im Spiel", sagte der 64-Jährige: "Jetzt liegt der Fokus auf Chelsea, dann sehen wir weiter. Aber klar: Im Viertelfinale gibt es ohnehin nur noch sehr starke Gegner."
Keine Frage, wollen die Münchner nach 2013 das zweite Triple der Vereinsgeschichte perfekt machen, müssen sie es ohnehin mit jedem Gegner aufnehmen. Im direkten Duell mit den erfahrenen Top-Klubs aus Spanien hatte sich der deutsche Rekordmeister jedoch in den vergangenen Jahren immer schwer getan, auch wenn die Form eigentlich für die Bayern gesprochen hatte. Ähnlich wie in diesem Jahr.
"Barcelona spielt in dieser Saison nicht so gut, wie wir es von Barcelona gewohnt sind. (...) Ich habe mir noch vorgestern ein Spiel von Barcelona angeschaut, und das war grausam“, so Ex-Bayern-Torjäger Giovane Élber bei "Sky":
"Aber es ist halt Barcelona. Wenn es um alles geht, sind Barcelona, Madrid usw. da."
Bayern muss sich vor niemandem verstecken
Vergleicht man die Leistungen seit dem Restart, muss sich der FC Bayern auf jeden Fall vor niemandem verstecken. Während PSG seit Mitte März überhaupt kein Pflichtspiel mehr bestritten hat, Barça regelmäßig in La Liga strauchelt und sich Peps ManCity vor allem defensiv immer wieder Aussetzer leistet, gewann die Flick-Elf seit Mitte Mai jedes Spiel, teils in beeindruckender Manier.
Neben einigen Experten zählt auch Jürgen Klopp den deutschen Rekordmeister zum Favoritenkreis: "Für mich sind die beiden großen Titel-Anwärter, die noch im Turnier sind, Bayern und ManCity“, sagte er Liverpool-Coach jüngst der "Daily Mail": "Bayern hat eine beeindruckende Saison in Deutschland gespielt, seit Flick übernommen hat. Es war wirklich beeindruckend, was sie gemacht haben."
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FC Bayern: Fehlender Rhythmus als großes Fragezeichen
Die große Frage wird sein, ob die Münchner die bestechende Form auch über die Spielpause hinweg konservieren können. Während die Saison in England, Italien und Spanien noch bis Ende Juli läuft, muss der FCB eine fünfwöchige Pause überbrücken.
Laut Robin Gosens von CL-Konkurrent Bergamo könnte das zum Nachteil werden: "Eigentlich wären sie ein Top-Favorit, aber der fehlende Rhythmus könnte schwerwiegend sein", sagte der 26-Jährige im "Sport1"-Interview.
Das sieht auch "Sky"-Experte Dietmar Hamann so: "Die Chancen wären sehr viel größer, wenn es eine oder zwei Wochen nach dem Pokalfinale weiter gegangen wäre“, so der Ex-Profi, der allerdings betonte: "Wenn sie an das Level der letzten Wochen herankommen, sind sie das Team, das es zu schlagen gilt."
Wenn es einem Trainer zuzutrauen ist, die Mannschaft auf den Punkt auf Weltklasse-Niveau zu bringen, dann Flick, der den kriselnden FCB bereits im vergangenen November innerhalb kürzester Zeit wieder zum Top-Team geformt hatte.
Gelingt ihm das, stehen die Chancen nicht schlecht, dass am 23. August im Estádio da Luz in Lissabon nicht Messi, Ronaldo oder Guardiola den Henkelpott in die Höhe strecken, sondern Manuel Neuer und der FC Bayern.
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