Eurosport
Juventus Turin startet den nächsten Großangriff auf die Champions League
Von
Publiziert 15/07/2019 um 10:47 GMT+2 Uhr
Juventus Turin hinkt weiter dem begehrten Henkelpott hinterher. Nicht einmal die Verpflichtung von Cristiano Ronaldo konnte in der abgelaufenen Saison die Leidenszeit der "Alten Dame" beenden. Noch nicht. Nun soll der nächste Angriff auf Europas Thron folgen. Dafür hat Juve weiter aufgerüstet. Die Devise lautet: Ein neuer Trainer, neue Spieler, ein neuer Anlauf.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
23 Jahre! So lange ist es schon her, dass Juventus Turin die Champions-League-Trophäe zum letzten Mal in den Nachthimmel recken durfte. Seither ist viel passiert. Ronaldinhos und Zinédine Zidanes Stern ging auf und wieder unter, die Klitschko-Brüder eroberten den Box-Ring und traten wieder zurück und Deutschland erlebte drei Bundeskanzler.
Wenig verwunderlich also, dass man in Turin nach dem Pokal mit den großen Ohren geradezu lechzt. Zweimal standen die "Bianconeri" in den vergangenen vier Jahren im Finale - und beide Male am Ende mit leeren Händen da.
2017 (Endspiel) und 2018 (Viertelfinale) scheiterte der italienische Rekordmeister an Real Madrid, in beiden Duellen schoss Cristiano Ronaldo Juve quasi im Alleingang aus dem Wettbewerb. Die Lösung schien also einfach: Für stolze 117 Millionen Euro Ablöse verpflichtete Turin den Portugiesen im Sommer 2018 - und schied erneut im Viertelfinale aus.
Diese Saison soll der nächste Angriff auf Europas Thron erfolgen. Dafür gab es sogar einen Trainerwechsel von Massimiliano Allegri zu Maurizio Sarri. Dafür gab es aber auch einige kluge Transfers. Und: Ronaldo ist nach wie vor der Schlüssel.
Juve macht ernst
Dass man Ronaldo aus Madrid loseiste, war der erste Schritt, mit der Trennung von Allegri ist nun vielleicht der nächste entscheidende Zug getätigt worden. Trotz zahlloser nationaler Titel war es dem Italiener nicht gelungen, den ganz großen Wurf zu landen.
Mit Sarri soll sich das endlich ändern. Gleich bei seiner Ankunft verkündete dieser offensiv, dass der CL-Titel zwar "extrem hart, aber das klare Ziel" ist. Spätestens seit dieser Aussage ist klar: Juve hat Sarri für den Henkelpott geholt. So wie Ronaldo ein Jahr zuvor.
"Ich habe noch nie einen Verein gesehen, der so entschlossen war, einen Trainer zu verpflichten. Das hat mich überzeugt", schwärmte Sarri und gab damit auch indirekt die Messlatte für seine Arbeit in Turin preis.
Juve hat den hohen Ansprüchen allerdings auch weitere Taten folgen lassen. Mit den ablösefreien Verpflichtungen von Aaron Ramsey (vorher FC Arsenal) und Adrien Rabiot (Paris Saint-Germain) ist den Verantwortlichen ein echter Coup gelungen.
Juventus Turin: Ablösefreie Stars für Sarri
Die mitunter etwas ideenlose Schaltzentrale, in der Miralem Pjanic den Alleinunterhalter spielen musste, hat ordentlich an Kreativität und Farbe gewonnen. Ronaldos Tore wollen eben auch von irgendjemandem aufgelegt werden.
Hinzu kommen die Verpflichtungen der Defensiv-Talente Merih Demiral (US Sassuolo), Luca Pellegrini (AS Rom) und die Rückholaktion von Vereinsikone Gianluigi Buffon. Der 41-Jährige ist zwar nicht als Nummer eins zwischen den Pfosten eingeplant, seine Rolle in der Kabine dürfte jedoch die eines Edelreservisten bei weitem übersteigen.
Und schenkt man der brodelnden Gerüchteküche im Transfergeschehen Glauben, war’s das noch nicht - im Gegenteil! Mit Matthijs de Ligt bahnt sich der nächste Transferkracher der "Alten Dame" an, auch ein Flügelspieler könnte noch kommen. Sarri soll es an nichts fehlen.
Wenn schon Spieler wie Leonardo Bonucci, Paulo Dybala oder Mario Mandzukic aufgrund zu großer Konkurrenz mit einem Abgang in Verbindung gebracht werden, lässt sich nur erahnen, welch Qualität Juve in der kommenden Saison auf den Platz bringen wird.
Und die Spitze dieser Qualität ist, wie sollte es auch anders sein, mal wieder Ronaldo. Er soll es richten, wie er es immer für Real Madrid gerichtet hat. 126 Champions-League-Tore und 44 Assists in 162 Spielen kommen schließlich nicht von ungefähr.
Ronaldo ist der Anfang - und das Ende
So stellt sich auch für dessen neuen Trainer nicht die Frage, auf wen er zählen muss, sondern wie viele Treffer es am Ende dann sein dürfen.
"Es ist fantastisch, Ronaldo trainieren zu können, nachdem ich bei Chelsea viele tolle Spieler gecoacht habe. Ich hoffe, dass Ronaldo mit mir eine Rekordzahl an Treffern schaffen wird“, betonte Sarri beim Amtsantritt.
Laut "Goal" soll der Übungsleiter den 34-Jährigen sogar in dessen Urlaub an der Cote d’Azur besucht haben. Der Grund: Sarri plant mit Ronaldo als zentrale Spitze in einem 4-3-3 oder einem 4-3-2-1. Schließlich hatte er genau das angekündigt. Sarri möchte den fünffachen Weltfußballer zu noch mehr Toren verhelfen.
Am besten dann in den Do-or-Die-Spielen der "Königsklasse". Denn die kann Ronaldo bekanntlich am besten. Juve braucht diese Eigenschaft.
23 Jahre ist es jetzt schon her. In Turin möchte man nicht länger warten. Der Großangriff auf Europas Thron geht in die nächste Runde.
Werbung
Werbung