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Keine Geduld mit Ronaldo: Warum Juventus gegensteuern muss

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Cristiano Ronaldo von Juventus Turin

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
17/06/2020 Am 15:42 | Update 17/06/2020 Am 15:42

Cristiano Ronaldo hat mit Juventus Turin gerade einmal ein Pflichtspiel nach der Zwangspause infolge der Corona-Pandemie bestritten, da steht er medial schon in der Kritik. Keine Spur von Geduld. Dabei ist eigentlich gar nichts passiert, Juventus löste vielmehr das Ticket fürs Finale der Coppa Italia. Bei Ronaldo werden eben andere Maßstäbe angesetzt - und das kann Folgen haben.

Elfmeter sind "Chefsache" bei Juventus Turin - und dagegen spricht auch nichts, schließlich verwandelte Cristiano Ronaldo in dieser Saison die ersten acht allesamt. Am vergangenen Freitag leistete sich der Superstar dann im Rückspiel des Pokal-Halbfinales gegen den AC Mailand den ersten Fehlschuss. Darf einem wie Ronaldo aber nie und nimmer passieren, befanden italienische Medien.

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Coppa Italia

"Ronaldo, wo steckst du?": Italienische Presse kritisiert Juve-Superstar nach Restart

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"Ungenau und unspektakulär", bewerte der "Corriere dello Sport" den Auftritt Ronaldos, der "noch einiges nachzuholen" habe. Die Kollegen von "Tuttosport" gingen mit dem fünfmaligen Weltfußballer ebenfalls hart ins Gericht. "Verfehlter Elfmeter und Höchstform noch in weiter Ferne", lautete das Fazit. Dass Juventus am Ende durch das 0:0 im heimischen Allianz Stadium ins Coppa-Finale gegen den SSC Neapel einzog? Fast schon eine Randnotiz.

Sicher, Ronaldo erwischte keinen guten Tag, man ist anderes gewöhnt vom Portugiesen. Mit 21 Toren in 22 Ligaspielen hat er großen Anteil daran, dass Juventus als Tabellenführer der Serie A gute Aussichten auf den neunten Scudetto in Folge hat. Beim Halbfinal-Hinspiel im Pokal in Mailand war er es, der in der Nachspielzeit per Elfmeter zum 1:1 traf und damit den Grundstein fürs Weiterkommen legte. In der Champions League ist Italiens Rekordmeister ebenfalls noch dabei, muss im Achtelfinale gegen Olympique Lyon allerdings eine 0:1-Niederlage aus dem Hinspiel drehen. Turin braucht einen Ronaldo in Bestform, die heftige Kritik in den Medien ist da natürlich kontraproduktiv.

Bonucci stärkt Ronaldo vor Pokalfinale den Rücken

Zudem tauchten in diesem Jahr auf, wonach der 35-Jährige Juventus nach der Saison verlässt. Eine Rückkehr zu Real Madrid ist laut "Corriere dello Sport" denkbar, das spanische Portal "Don Balón" wollte gar erfahren haben, dass Ronaldo sich einen Wechsel in die Bundesliga zum FC Bayern München vorstellen könne. Beide Optionen sind wenig realistisch. Allerdings könnte Ronaldo durchaus ins Grübeln kommen, ob die Serie A ob der jüngsten Kritik der beste Platz ist, um seine Karriere zu beenden.

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Teamkollege Leonardo Bonucci sieht das Thema indes entspannt. "Auch die ganz Großen machen ab und zu Fehler", erklärte der Innenverteidiger. In dieser Woche werde man "wieder den alten Ronaldo sehen". Damit spielte Bonucci auf das Coppa-Finale in Rom an, wo Juventus sich am Mittwoch (ab 21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) den Titel zurückholen will.

Privilegien für Ronaldo und Dybala

Turins Coach Maurizio Sarri gab unterdessen zu, dass es mitunter knifflig sei, die beiden Offensivstars Ronaldo und Paulo Dybala gemeinsam aufs Feld zu schicken. "Es geht darum, dass Paolo und Cristiano auf dem Spielfeld miteinander harmonieren. Doch es ist nicht immer einfach, sie zusammen spielen zu lassen", so der 61-Jährige gegenüber "Sky Sport Italia". Doch genau daran will Sarri festhalten und gesteht den beiden Stürmern Privilegien zu.

Juventus-Stars Paulo Dybala (li.) und Cristiano Ronaldo (re.)

Fotocredit: Getty Images

"Wenn zwei Spieler mit dieser Art von Qualität zur Verfügung stehen, muss sich der Rest der Mannschaft anpassen", stellte Sarri klar. Das gelte "sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung".

Vor allem für Ronaldo ist der öffentliche Vertrauensbeweis des Trainers in Zeiten herber Kritik vonseiten der Presse wichtig. Denn der Europameister braucht ein sehr gutes Arbeitsumfeld, wie er im Februar gegenüber der spanischen Zeitung "Marca" bekannte. "Vieles wird davon abhängen, wie ich mich fühle. Auch von meiner Motivation. Das ist es, was den Unterschied machen wird", erklärte der Ausnahmespieler auf die Frage, wie lange die Karriere noch dauern solle. Grundsätzlich könne er aber "spielen, bis ich 40 bin".

Eines wird Ronaldo dabei klar sein müssen: Wie lange er auch spielen mag, es werden immer besondere Maßstäbe sein, die an ihn angelegt werden.

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