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Traum erfüllt: Demme eifert Maradona nach

Traum erfüllt: Demme eifert Maradona nach
Von Eurosport

09/01/2020 um 12:31Aktualisiert 12/01/2020 um 12:36

Diego Demme wechselt von RB Leipzig zum SSC Neapel. Der 28-Jährige war in der Bundesliga-Hinrunde Stammspieler bei den Sachsen und führte das Team oftmals als Kapitän aufs Feld. Trotzdem macht ein Transfer aus Sicht von Verein und Spieler Sinn. In Italien wird Demme, dessen Vater Italiener ist, herzlich empfangen. In Neapel werden Erinnerungen an einen früheren Helden wach.

Diego Demme stürmte mit RB Leipzig von der 3. Liga in die Champions League, aber auf eine mögliche Meisterfeier im Mai auf dem Balkon des Alten Rathauses verzichtet er freiwillig. Warum? Für einen Lebenstraum. Der Deutsch-Italiener wollte schon immer mal in der Serie A spielen - und nun klopfte auch noch der SSC Neapel an. Demmes Herzenswunsch geht in Erfüllung.

Der einmalige Nationalspieler absolvierte bereits einen Medizincheck beim italienischen Spitzenklub, die Vereine haben sich auf eine Ablösesumme von rund zwölf Millionen Euro geeinigt. Demme trägt demnächst das hellblaue Trikot, das einst sein Namensgeber weltberühmt gemacht hatte: Diego Maradona. Der argentinischen Fußball-Ikone hat Demme seinen Vornamen zu verdanken - und nun auch seine Popularität in Italien. "Ein Diego für Neapel", titelte der "Corriere dello Sport".

Papa Enzo Demme ist Fan vom SSC Neapel

Diego Demme sagte einmal:

"Mein Vater stammt aus Süditalien. Als ich auf die Welt kam, wurde Diego Armando Maradona überall verehrt - auch von meinem Vater."

Vater Enzo ist noch immer ein glühender SSC-Fan, der nächste Karriereschritt seines Sohnes dürfte Demme senior daher besonders stolz machen.

Doch nicht nur emotional, auch sportlich ist der Wechsel nachvollziehbar. Zwar bestritt Demme in der Hinrunde alle 17 Ligaspiele für RB, als Co-Kapitän hatte sein Wort in der Kabine Gewicht - doch durch die Rückkehr der angeschlagenen Tyler Adams und Kevin Kampl drohte Demme wieder die Bank. Auch Konrad Laimer und Amadou Haidara wären im zentralen Mittelfeld in Topform vor Demme gesetzt.

In Neapel unsterblich: Diego Armando Maradona

In Neapel unsterblich: Diego Armando MaradonaGetty Images

Diego Demme verehrt Gennaro Gattuso

In Neapel hat der 28-Jährige dagegen die klare Aussicht auf einen Stammplatz, zumal er beim Tabellen-Achten der Serie A auf einen Trainer trifft, den er verehrt und der ein ganz ähnlicher Spielertyp gewesen war: Gennaro Gattuso. "Ich habe es geliebt, ihm zuzuschauen", sagte Demme einmal über Gattuso:

"Er ist immer vorangegangen. Er hat Pirlo den Rücken freigehalten und die Gegner in den Zweikämpfen fast aufgefressen."

Zweikampfhärte, Aggressivität und Siegeswillen sind auch Demmes größte Stärken. In Leipzig hat der gebürtige Herforder aber auch spielerisch einen Riesenschritt nach vorne gemacht, seine Pässe in die Schnittstellen der gegnerischen Abwehrreihen sind mitunter eine Augenweide. Für die deutsche Nationalmannschaft reichte es dennoch nur für ein Spiel (7:0 gegen San Marino am 10. Juni 2017).

Coacht seit Dezember den SSC Neapel: Gennaro Gattuso

Coacht seit Dezember den SSC Neapel: Gennaro GattusoGetty Images

RB Leipzig könnte Ablöse direkt investieren

Für den ganz großen internationalen Durchbruch geht Demme die Torgefahr ab. In seinen 214 Pflichtspielen für RB gelangen ihm nur zwei Treffer. Seinen einzigen Ligatreffer gegen den SC Freiburg musste er mit einem beim Kopfballduell verlorenen Schneidezahn bezahlen. Doch das war sinnbildlich für seine Zeit in Leipzig: Demme hat ohne Rücksicht auf eigene Verluste immer alles für den Erfolg gegeben.

Das Angebot aus Neapel ist aber emotional und auch finanziell zu verlockend. Demme soll einen Vertrag bis 2024 mit einer Option auf ein weiteres Jahr unterschreiben - inklusive einer kräftigen Gehaltserhöhung.

Auch Leipzig profitiert von dem Deal: Zwölf Millionen Euro für einen 28-Jährigen sind keine schlechte Ablöse, zumal Demme im Januar 2014 für gerade einmal 350.000 Euro vom SC Paderborn gekommen war. Mit der Einnahme könnte der Bundesliga-Tabellenführer den angestrebten Transfer von Außenspieler Benjamin Henrichs (AS Monaco) realisieren.

(SID)

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