Was wäre, wenn Kylian Mbappé zu Juventus ginge?

Was wäre, wenn ... Frankreichs Superstar Kylian Mbappé zu Juventus Turin wechseln und dort ein Angriffsduo mit Cristiano Ronaldo bilden würde? Ein Transfer des 21 Jahre alten Superstars von Paris Saint-Germain zu Real Madrid ist sicher wahrscheinlicher. Doch auch ein Wechsel nach Italien - und damit derselbe Weg wie der seines Vorbilds Zinédine Zidane - hätte seinen Reiz. Eine Transfer-Utopie.

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Warum gerade Juventus?

Zinédine Zidane - und Cristiano Ronaldo. Kylian Mbappé muss nicht lange überlegen, wenn es um die Vorbilder seiner Jugend geht. "Beide haben in der Geschichte des Fußballs ihre Spuren hinterlassen", verriet der Stürmer in einem Interview mit dem "Mirror". Genau das hat Mbappé auch vor und er weiß, dass er dafür Paris Saint-Germain verlassen muss. Ein Wechsel zu Real Madrid, wo er unter seinem Idol Zidane trainieren würde, scheint nur noch eine Frage der Zeit.
Und dennoch lohnt es sich, das Gedanken-Experiment Juventus einmal durchzuspielen - und Mbappé auf die gleiche Reise zu schicken wie einst Zidane. Der verließ die französische Ligue 1 und Girondins Bordeaux 1996, um bei Juventus anzuheuern. 2001 wagte "Zizou" schließlich den Schritt zu Real Madrid, wo er gleich in der ersten Saison seine Vereinskarriere mit dem Gewinn der Champions League krönte.
Mbappé würde also nicht nur den Spuren seines berühmten Landsmanns folgen, sondern in Turin auch mit Ronaldo zusammenspielen, der den umgekehrten Weg ging und 2018 von Real zu Juventus wechselte.
In der Serie A wäre Mbappé überdies mehr gefordert als in der Ligue 1, wenngleich Juventus die italienische Meisterschaft in den vergangenen Jahren ebenso dominiert hat wie PSG die französische. Turin könnte für die Entwicklung des 21-Jährigen aber genau die richtige Zwischenstation sein, bevor er in Madrid vollends in den Fokus der sportlichen Weltöffentlichkeit rücken würde. Nur: Wäre im taktischen Konzept von Juventus überhaupt Platz für Mbappé?

Welche Spielsysteme bieten sich mit Mbappé an?

Ein Klassiker, der hochinteressant wäre, könnte Juventus doch mit Mbappé, Ronaldo und Paolo Dybala ein Trio absoluter Ausnahme-Stürmer aufs Feld schicken. Aber wer spielt wo? Bei Dybala wäre der Fall klar, der Argentinier müsste wohl oder übel die rechte Angriffsseite besetzen. Bei Ronaldo und Mbappé gäbe es Debatten.
Von der Papierform her müsste der fünfmalige Weltfußballer aus Portugal die linke Seite übernehmen, Mbappé das Zentrum. Das würde bedeuten, dass sich das Spiel mehr auf den jungen Franzosen fokussiert, was wiederum bei Ronaldo auf Ablehnung stoßen dürfte. Schließlich könnte ihm Mbappé die Show stehlen. Juventus-Coach Maurizio Sarri müsste sich daher wohl mit einer flexiblen Offensiv-Aufstellung anfreunden, in der das Trio auf dem Platz extrem viele Freiheiten bekommt.
Die wohl beste Variante, um die Stärken der Offensivstars auszuspielen. Ronaldo und Mbappé agieren auf ihren Lieblinspositionen an vorderster Front und auch Dybala wäre nah genug am gegnerischen Tor, um Gefahr zu entwickeln. Überdies kann der Argentinier hinter dem Portugiesen und dem Franzosen seine Pass- und Dribbelstärke zum Tragen bringen.
Mit einem 4-3-1-2 wäre Juventus kreativer in der Offensive - bislang eine Schwäche des Teams. Ronaldo hätte darüber hinaus in Mbappé einen neuen, kongenialen Partner. Zuletzt hatte der 35-Jährige auch mit Gonzalo Higuaín zusammengespielt, der Argentinier ließ in der abgebrochenen Saison mit nur fünf Toren die nötige Durchschlagskraft allerdings vermissen.
Das Problem fällt sofort ins Auge: Drei Angreifer von Weltklasse-Format, aber nur zwei Plätze im Sturm. Welche Option hat Sarri also? Gut möglich, dass Mbappé bei einem 4-4-2 ins rechte offensive Mittelfeld rückt. Es wäre kein Neuland für den Youngster, der auch in der französischen Nationalmannschaft munter rotieren muss. Coach Didier Deschamps setzte Mbappé bei dessen vier jüngsten Einsätzen auf rechts, auf links und im Zentrum ein. Da ist Flexibilität gefragt - und die bringt das Supertalent auch mit.
Nur: Wenn Mbappé nicht in erster Reihe spielt, geht ihm viel an Torgefahr ab. 18 Treffer erzielte der PSG-Star in der inzwischen abgebrochenen Ligue-1-Saison und sicherte sich damit die Torjäger-Kanone in Frankreich. Ein 4-4-2 mit Mbappé, Ronaldo und Dybala kann letztlich nur eine Notlösung sein.

Die Bilanz: Juventus und Mbappé - passt das?

Große Spieler sind in der Lage, sich immer wieder anzupassen und dabei das Niveau zu halten. Das hat Ronaldo bei Manchester United, Real Madrid und Juventus Turin gezeigt, das hat Zidane bei Juventus und Real unter Beweis gestellt. Fraglos bringt auch Mbappé, trotz seiner jungen Jahre, diese Qualität mit - wie seine Wandlungsfähigkeit in der Équipe Tricolore zeigt, mit der er 2018 Weltmeister wurde.
Die Herausforderung in Turin bestünde darin, sich im Zusammenspiel mit Ronaldo und in einer "raueren" Liga zu behaupten. Das ist Mbappé ohne Abstriche zuzutrauen. Die Antwort auf die Frage, ob der Jungstar zur Alten Dame passen würde, kann nur ja lauten.
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