Um im Meisterschaftsrennen vorne dabei zu bleiben, brauchten sowohl Inter Mailand als auch Juventus Turin dringend die drei Punkte.
Die Bedeutung des Spiels war den Akteuren auf dem Feld in den ersten Minuten klar anzumerken. Beide Teams führten die Zweikämpfe intensiv und suchten den Weg nach vorne, auch wenn sich zu Beginn noch ein paar Ungenauigkeiten einmischten. Inter wechselte zwischen hohem Angriffspressing und einer tiefen Defensivordnung, Juve versuchte, sich mit einigen Spielern in der gegnerischen Hälfte festzusetzen.
Die Gäste aus Turin waren es auch, die den Ball erstmals im gegnerischen Tor unterbrachten. Allerdings wurde der Treffer von Cristiano Ronaldo zurecht aberkannt, da Vorlagengeber Federico Chiesa aus dem Abseits kam (11.). Der 23-Jährige hatte einen Abpraller nach einem abgefälschten Schuss von Adrien Rabiot wieder in die Mitte gebracht, stand dabei aber in der verbotenen Zone.
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Stattdessen klingelte es kurz darauf auf der Gegenseite. Arturo Vidal behauptete einen Ball im Zentrum und gab auf Nicolò Barella ab. Dann startete der Chilene mit Tempo in den Strafraum und köpfte die punktgenaue Barella-Flanke zur 1:0-Führung ein (12.).
Und nur drei Minuten später hatte Vidal die nächste gute Gelegenheit. Ex-BVB-Star Achraf Hakimi zog bis zur Grundlinie und legte flach in die Mitte zurück. Weil Lautaro Martínez am Ball vorbeitrat, kam Vidal freistehend zum Abschluss, schoss aus dem Lauf aber ein gutes Stück drüber (15.).
Die Bianconeri brauchten eine Weile, um sich von dem Rückstand zu erholen und sich wieder zu sortieren. Eine halbhohe Flanke konnte Milan Skriniar noch gerade so vor dem einschussbereiten Álvaro Morata klären (22.). Abgesehen von zwei Distanzschüssen von Ronaldo (33. und 37.) war es das dann aber auch schon mit den Turiner Offensivaktionen gewesen.
Stattdessen kam Inter noch zu einigen guten Gelegenheiten nach schnellen Umschaltaktionen. Romelu Lukaku scheiterte nach einem Konter zunächst an Wojciech Szczesny, Martínez schaffte es aber nicht, den Abpraller im fast freien Tor unterzubringen (24.).
Und Inters Topstürmer hatten jeweils noch weitere Chancen auf das zweite Tor. Martínez verfehlte das Tor mit einem Flachschuss (32.) und Lukaku brachte in leichter Rücklage nicht genug Kraft hinter seinen Abschluss (38.).
So ging es mit einer verdienten Führung für Inter in die Pause, die auch durchaus höher hätte ausfallen können.
Inter kam mit dem gleichen Schwung aus der Kabine und belohnte sich dafür schon nach wenigen Minuten. Alessandro Bastoni spielte im Fallen einen perfekten Pass über das halbe Spielfeld in den Lauf von Barella. Der zog im Sprint auf das Tor zu und platzierte die Kugel genau unterhalb der Latte zum 2:0 (52.).
Juve reagierte mit einem Dreifachwechsel, doch aus dem Spiel heraus gelang abgesehen von bedingt gefährlichen Flanken nur wenig. Ein Kopfball des eingewechselten Weston McKennie nach einer Ecke war noch die beste Gäste-Chance (62.).
Inter verteidigte sehr konzentriert und schien über die Konter einem dritten Tor näher zu sein als Juventus dem ersten. Martínez verschaffte sich im Dribbling etwas Platz gegen Giorgio Chiellini, zirkelte den Ball aber am langen Pfosten vorbei (71.).
Erst kurz vor dem Ende hatten die Bianconeri noch die Chance auf den Anschlusstreffer. McKennie legte auf Federico Chiesa ab, der aus kurzer Distanz am überragend reagierenden Samir Handanovic scheiterte (87.).
Abgesehen von dieser Schrecksekunde ließ Inter nichts mehr zu und holte so verdientermaßen die drei Punkte im Spitzenspiel. Damit bleiben die Nerazzurri erster Verfolger von Tabellenführer AC Milan und ziehen zumindest vorrübergehend nach Punkten gleich.
Juventus dagegen tut sich weiterhin schwer gegen die großen Gegner. Nur gegen Milan vor zwei Wochen (3:1) gelang in dieser Saison ein Sieg gegen ein Spitzenteam. Der Rückstand des Serienmeisters auf Platz eins beträgt nun bereits sieben Punkte.

Die Stimmen zum Spiel:

Antonio Conte (Trainer Inter Mailand): "Um gegen eine Mannschaft wie Juventus zu gewinnen, muss man ein Spiel nahe an der Perfektion spielen. Heute Abend haben wir ein wirklich gutes Spiel gemacht, über das Ergebnis hinaus haben wir es gut vorbereitet und die größte Genugtuung ist, die Situationen, die wir im Training geprobt haben, um dem Gegner weh zu tun, auf dem Feld umgesetzt zu haben. Der Weg, den wir vor eineinhalb Jahren begonnen haben, trägt seine Früchte."
Arturo Vidal (Inter Mailand): "Ich bin glücklich, denn dieser Sieg ist sehr wichtig. Wir haben ein starkes Team geschlagen, das bis zum Ende um den Scudetto kämpfen wird - genau wie wir. Wir sind hier, wir sind hungrig und wir haben alles, um darum zu kämpfen. Wir mussten einen Qualitätssprung machen und das schafft man durch solche Spiele. Wir haben intelligent gespielt. Der Weg ist der richtige, der Weg der Arbeit."

Das fiel auf: Duell Ronaldo vs. Lukaku ohne klaren Sieger

Das Duell der beiden Topstürmer der Serie A wurde vor dem Spiel mit Spannung erwartet. Dabei gab es zwischen Cristiano Ronaldo (15 Ligatore) und Romelu Lukaku (12 Tore) am Ende auf dem Papier zwar keinen Sieger, die bessere Figur gab aber Lukaku ab.
Ronaldo erlebte gegen eine gute Inter-Defensive einen mehr als gebrauchten Abend. Der Superstar konnte bis auf zwei Distanzschüsse in der ersten Hälfte kaum Akzente setzen und musste sich häufig die Bälle selbst im Mittelfeld abholen.
Lukaku hatte zwar noch weniger Ballaktionen, entwickelte dabei aber deutlich mehr Torgefahr. Der Belgier hätte in zwei Situationen selbst treffen können und bereitete daneben gute Chancen für Sturmpartner Martínez vor. Mit seiner Physis stellte er die Juve-Abwehr zudem oftmals vor Probleme. Doch am Ende wurden beide Sturmstars von Matchwinner Nicolò Barella, der nicht nur durch sein Tor und seine Vorlage glänzte, in den Schatten gestellt.

Der Tweet zum Spiel:

Dass eine Schalker Leihgabe dem Turiner Spiel enorm fehlen würde, hätte man vor einigen Monaten wohl nicht gedacht. Doch dass Weston McKennie angeschlagen zunächst auf der Bank Platz nahm, war klar spürbar. Mit starkem Zweikampfverhalten und gleichzeitigem Zug zum Tor hatte sich McKennie bei Juve unverzichtbar gemacht.
Beides ging seinen Alternativen, Aaron Ramsey und Adrien Rabiot im Spiel gegen Inter ab. Vor allem auf Inters Nicolò Barella bekamen die Gäste so kaum Zugriff. McKennie kam nach einer knappen Stunde und war bezeichnenderweise an den besten beiden Turiner Chancen direkt beteiligt.

Die Statistik: 0

Um den Titel in der Serie A zu gewinnen, muss man ein gutes Nervenkostüm bewahren. Und genau das legt Inter in dieser Saison bisher an den Tag. In Heimspielen haben die Nerazzurri nach einer Führung noch keinen einzigen Punkt abgegeben. Gegen Juventus ließen sie über das gesamte Spiel kaum etwas anbrennen.
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