Zwölf europäische Top-Klubs haben die Gründung einer neuen Super League beschlossen und damit ein Erdbeben im internationalen Fußball ausgelöst. Die Pläne stoßen auf viel Kritik, die Reaktionen der internationalen Presse fallen vernichtend aus.
"Le Monde" konstatiert: "Die Wölfe sind aus dem Wald gekommen. Mehr Geld, aber weniger sportlicher Verdienst. Der "Guardian" kommentierte: "Nur jemand, der Fußball wirklich hasst, kann hinter einer europäischen Super League stehen."
"Super League? Super-Nein", titelte "Gazzetta dello Sport". Die spanische "AS" schrieb: "Der Krieg im Fußball wurde gestartet. Man darf gespannt sein, wie Vereine und Verbände aus dieser Geschichte wieder herauskommen."
Fußball
"Verbrechen am Fußball": Völler kritisiert Super League
19/04/2021 AM 07:54
Die weiteren Pressestimmen zur Gründung der Super League.

ENGLAND

Daily Mail: "Fußball im Krieg. Die Entscheidung droht den englischen Fußball zu spalten, da die Premier League am Sonntagabend in einem Brief an die Vereine mitteilte, dass sie einen solchen Wettbewerb nicht genehmigen würde - was Manchester United, Liverpool, Arsenal, Manchester City, Chelsea und Tottenham keine andere Wahl lässt, als einen Rückzieher zu machen oder sich zu von der Premier League zu trennen. Die Gruppe hat zugestimmt, Teil einer überwiegend geschlossenen Liga zu sein."
Sun: "FUSSBALL-FARCE: Die Fans sind wütend, weil sich die 'Big Six' der abtrünnigen europäischen Super League anschließen. Die Chefs der Premier League sind wütend auf die Klubs aus Manchester, Liverpool, Chelsea, Arsenal und Tottenham, weil sie den 4,6 Milliarden Pfund teuren Abspaltungsplan vorantreiben, der gestern Abend bestätigt wurde. Premierminister Boris Johnson kritisiert den Schritt, der den Fußball in die größte Krise stürze, die er in diesem Jahrhundert außerhalb der COVID-19-Pandemie erlebt hat."
The Guardian: "Nur jemand, der Fußball wirklich hasst, kann hinter einer europäischen Super League stehen. Die Pläne, die eine der größten Änderungen im Fußballkalender darstellen würden, bedrohen nicht nur die Zukunft der Champions League, sondern könnten auch seismische Auswirkungen auf die gesamte Struktur des Vereinssports haben. In England hatte die Premier League die Vereine aufgefordert, 'sofort auszusteigen, bevor ein irreparabler Schaden angerichtet wird'."
Mirror: "Sechs Premier-League-Klubs haben umstritten zugestimmt, einer neuen, abtrünnigen europäischen Superliga beizutreten. Am Sonntag tauchten Berichte auf, dass die so genannten 'Big Six' der englischen Königsklasse - Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City, Manchester United und Tottenham - beabsichtigen, einem rebellischen Wettbewerb beizutreten. Auch Boris Johnson hat sich über die Pläne der europäischen Super League geäußert, die sechs Premier-League-Klubs einbeziehen soll, und fordert sie auf, 'vor ihren Fans Rechenschaft abzulegen'."

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: "Super League? Super-Nein. UEFA, Verbände und FIFA reagieren hart. Agnelli verrät sowohl die ECA, als auch die UEFA. Die Super League, die er gründen will, fördert die Interessen seines Klubs und einiger Spitzenvereine. Ein paralleles Turnier zwischen den prestigeträchtigsten Klubs Europas würde nur den involvierten Vereinen Geld bringen."
Corriere dello Sport: "Super League - Die UEFA erklärt Agnelli den Krieg. Der erste, der von einer Super League der Reichen und Erfolgreichen geträumt hatte, war Silvio Berlusconi in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Mit roten Bilanzen und leeren Kassen haben Schwergewichte wie Juve, Inter, AC Mailand, Barcelona und Real jetzt einen Weg gefunden, um die Gewinne zu steigern und die Kassen zu füllen. Das ist ein umgekehrter Weg als der Brexit: Man vernachlässigt die Heimat, um Europa zu umarmen. Auch wenn Europa, in diesem Fall die UEFA, darüber nicht glücklich ist."
Tuttosport: "Erdbeben im europäischen Fußball. Die Ankündigung der Super League ist ein Schock. Der Fußball wird nicht mehr derselbe sein. Es wird auch Folgen für die Fußballer geben, die sich an der Super League beteiligen."
Corriere della Sera: "Der Fußball der Reichen: Wegen des Plans der Super League ist Andrea Agnelli zu einer der unpopulärsten Persönlichkeiten des europäischen Fußballs avanciert. Juve stellt den europäischen Fußball und seine Traditionen auf den Kopf und zwar aus persönlichen Gewinnzwecken und schadet dabei Dutzenden Klubs in ganz Europa."

SPANIEN

Marca: "Die Bombe ist jetzt offiziell: Die europäische Super League ist geboren! Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sind unter den Gründerklubs. Florentino Perez ist der große Antreiber als Präsident der Super League. Ein schwerer Schlag ins Gesicht des Fußballs. Die Zukunft des Fußballs steht auf dem Spiel. Das wird zur Destabilisierung eines Sports führen, der sich immer weiterentwickelt hat."
AS: "Eine Bombe im europäischen Fußball: Die Super League ist offiziell geboren! Diese Initiative wird den europäischen Fußball durcheinanderwirbeln, in diesem Kontext findet das Treffen des Exekutivkomitee der UEFA am Montag statt, bei dem wichtige Veränderungen in der Champions League ab 2024 vorgenommen werden sollen. Der Krieg im Fußball wurde gestartet. Man darf gespannt sein, wie Vereine und Verbände aus dieser Geschichte wieder herauskommen."
Sport: "Die europäische Super League ist eine Antwort auf das neue Format der Champions League. Dieses geplante Format läuft allerdings ohne die Unterstützung von PSG und Bayern München, die bei den Verhandlungen nur am Rande vertreten waren. Barcelona zieht bei dieser Geschichte voll mit."
El Mundo Deportivo: "Ein Riesen-Erdbeben bei König Fußball! Die internationalen und nationalen Verbände laufen Sturm gegen diese Initiative. Die drei großen Spanier sind dabei. Reals Präsident Florentino Pérez ist das Gesicht der Super League. Jetzt heißt es abwarten, wie es mit diesem neuen Szenario weitergeht."

FRANKREICH

L'Équipe: "Der Krieg der Reichen. PSG und Bayern bleiben im Moment noch der UEFA treu. Wenn die Verräter ihr Projekt durchsetzen, wird es ihnen niemals verziehen. Diese Infamie ist nicht nur ein Verrat an der Idee, die diese Zeitung im Dezember 1954 entwickelt hat, sondern auch an denen, die seit ewigen Zeiten den europäischen Fußball geliebt und geholfen haben, ihn zu entwickeln. Das ist der pure Zynismus und permanente Habgier. Wir können nur hoffen, dass die Fans die übertragenden Fernsehsender nicht abonnieren, dass sie keine Trikots der Vereine mehr kaufen."
Liberation: "Der seit Jahren angekündigte Urknall steht bevor. Die Champions League wird ihre Zugpferde und damit besten Spieler verlieren."
Le Monde: "Die Wölfe sind aus dem Wald gekommen. Mehr Geld, aber weniger sportlicher Verdienst. Von den Fußballern war bislang noch keine Reaktion zu hören. Dabei könnten sie schon bei der Europameisterschaft betroffen sein, wenn sie im 'falschen' Verein spielen."
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