In der Premier League sind Leicester City (56 Punkte, 3. Platz) und Manchester United (57 Punkte, 2. Platz) direkte Konkurrenten, nun kam es im FA Cup zum direkten Duell der beiden Topteams.
Manchester startete engagiert und presste hoch, ohne dabei aber große Torgefahr auszustrahlen. Leicester versuchte, aus einer kompakten Defensive schnell umzuschalten. Gefährliche Torraumszenen blieben zunächst aus, weil die Abwehrreihen beider Mannschaften gut standen.
Ein Flachschuss von Jamie Vardy markierte die erste richtige Torannäherung (17.). Und so war es auch fast logischerweise ein individueller Aussetzer, der zum Führungstreffer führte. Harry Maguire passte auf Fred, der unter Druck den Ball zurück zu Keeper Dean Henderson spielen wollte. Kelechi Iheanacho spritzte aber dazwischen, umkurvte den Torwart und schob zum 1:0 ein (24.).
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Durchbruch: Varane wird zu Manchester United wechseln
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Wie schon das erste Tor fiel auch der zweite Treffer fast aus dem Nichts, weil beide Teams nach vorne nicht viel zeigten. Mit einer Körpertäuschung verschaffte sich Paul Pogba auf der linken Seite Platz und passte von der Grundlinie flach in den Rückraum. Donny van de Beek ließ den Ball durch die Beine durchlaufen, sodass Mason Greenwood in seinem Rücken zum Abschluss kam und den 1:1-Ausgleich markierte (38.).
Zu Beginn der zweiten Hälfte ging Manchester das Spiel etwas zögerlicher an und ließ Leicester kommen. Das wurde prompt bestraft. Nach einem Doppelpass an der Mittellinie startete Youri Tielemans einen Sololauf, bei dem er viel zu wenig bedrängt wurde. Von der Strafraumkante ließ er dann einen kraftvollen Flachschuss ab, der zur 2:1-Führung ins linke Eck einschlug (52.).
United wehrte sich zwar, doch Leicester blieb druckvoll und hatte die besseren Chancen. Jamie Vardy hätte nach einem Beinschuss gegen Maguire eigentlich das nächste Tor erzielen müssen, doch aus halblinker Position schoss der 34-Jährige am kurzen Pfosten vorbei (58.).
Ole Gunnar Solskjaer reagierte und brachte nach einer Stunde gleich vier neue Spieler. Damit erhöhten die Red Devils auch merklich den Druck. Die ganz klaren Torgelegenheiten sprangen dabei aber weiterhin nicht raus. Und so fiel fast aus dem Nichts der nächste Treffer für die Foxes. Nach einem Freistoß aus der Nähe der Eckefahne segelte der Ball bis zum langen Pfosten, wo Iheanacho unbedrängt zum 3:1 einköpfen konnte (78.). Wie auch bei den anderen Gegentreffern sah Uniteds Abwehr alles andere als gut aus.
Auch die Offensivabteilung der Gäste zeigte kein großes Aufbäumen, um nochmal zurückzuschlagen. Bis auf einen Freistoß des eingewechselten Bruno Fernandes (88.) und einen Kopfball von Anthony Martial (90.+2) passierte nicht mehr viel und so zog Leicester verdient ins Halbfinale ein, wo es als Nächstes gegen den FC Southampton geht.

Die Stimmen zum Spiel:

Kelechi Iheanacho (Leicester City): "Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben. Ich fühle mich großartig und das ganze Team ist glücklich. Wir haben darauf gewartet und jetzt stehen wir zum ersten Mal seit fast 40 Jahren im FA-Cup-Halbfinale. Ich bin wirklich glücklich, neben Jamie (Vardie, Anm. d. Red.) zu spielen. Es hilft mir enorm, Platz zu schaffen und danach zum Abschluss zu kommen. Deshalb hoffe ich, dass wir weiter hart zusammenarbeiten können."
Youri Tielemans (Leicester City): "Es war eine richtig gute Teamleistung. Jeder hat zusammengearbeitet, jeder hat gesprochen, jeder war positiv. Das brauchen wir, um diese Art von Spielen zu gewinnen. Es war ein hartes Spiel, aber ich denke, dass wir es brillant gemacht haben."
Brendan Rogers (Trainer Leicester City): "Ich bin logischerweise erfreut. Es war eine großartige Teamleistung. Jeder Aspekt des Spiels war vollkommen. Wir haben den Mut bewiesen, unseren Fußball gegen eins der besten Teams in Europa zu spielen. Ich freue mich sehr für die Spieler. Ich denke, wir haben es uns wirklich verdient."
Ole Gunnar Solskjaer (Trainer Manchester United): "Bei uns hat heute der Funkte gefehlt. Aber das ist nachvollziehbar. Das Team war in den letzten drei oder vier Monaten fantastisch. Wir haben alle drei Tage gespielt und hatten einen großartigen Lauf. All die Spiele und Reisen haben uns nun eingeholt. Wir haben noch die Europa League und die Premier League, auf die wir uns konzentrieren."

Das fiel auf: Abhängigkeit von Fernandes' Geistesblitzen

Die erste Halbzeit gestaltete sich wahrlich nicht reich an Highlights. Beiden Mannschaften fehlte es an Kreativität im letzten Drittel, was bei Manchester United vor allem an einer Personalie festgemacht werden kann: Bruno Fernandes. Der Portugiese kommt in dieser Saison wettbewerbsübergreifend auf 36 Torbeteiligungen und treibt auch sonst das offensive Spiel der Red Devils an. Ohne ihn und auch den angeschlagen fehlenden Marcus Rashford schaffte es United nur selten, sich durch Leicesters gut organisierte Abwehr zu kombinieren. Fernandes' Vertreter Donny van de Beek konnte das Fehlen des Topscorers nicht wirklich kaschieren. Der Sommer-Neuzugang, der eine schwierige erste Spielzeit in England erlebt, machte zwar kein schlechtes Spiel, schaffte es aber auch nicht, nach vorne viele Akzente zu setzen. Mit der Hereinnahme von Fernandes nach einer Stunde schalteten die Red Devils spürbar einen Gang hoch. Doch auch der Portugiese konnte das Ruder nicht mehr herumreißen.

Der Tweet zum Spiel:

Beim Führungstreffer ließ Kelechi Iheanacho seinen ehemaligen Mannschaftskollegen Harry Maguire stehen. Ob er dabei noch den Moment im Hinterkopf hatte, als der Verteidiger ihm in der Kabine die Flip Flops klaute? Ohnehin ist der 24-Jährige mit sieben Treffern in den letzten vier Spielen in absoluter Topform.

Die Statistik: 1/25

Nur einmal aus den letzten 25 Aufeinandertreffen mit Manchester United ging Leicester City als Sieger vom Platz – bis zu diesem Tag. Zuvor datierte der letzte Sieg vom 21.9.2014, als die Foxes mit 5:3 triumphierten. Damals auf der Gegenseite im Aufgebot: Verteidiger Jonathan Evans, der nun auf Seiten von Leicester eine blitzsaubere Abwehrleistung zeigte.
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