Die Anfangsminuten des französischen Supercups, der erstmals seit zwölf Jahren wieder innerhalb Frankreichs ausgetragen wurde, gestalteten sich eher unspektakulär. Beide Teams begannen verhalten. Paris konnte wie erwartet mehr Ballbesitzanteile für sich verbuchen, jedoch ohne wirklich gefährlich zu werden. Auch Olympique Marseille gelang nach vorne nur wenig. Beide Defensiv-Reihen standen kompakt, weshalb sich viel im Mittelfeld abspielte.
Den ersten gefährlichen Abschluss des Spiels gab es nach 18 Minuten zu sehen: Nachdem Nemanja Radonjic Paris‘ Alessandro Florenzi an der eigenen Torauslinie abgegrätscht hatte, zirkelte Ángel di María den fälligen Freistoß punktgenau auf die Stirn von Mauro Icardi, der das Leder unbedrängt aus fünf Metern am Tor vorbeinickte (18.). Die Chance wirkte wie ein Weckruf für den Favoriten aus Paris.
Nur vier Minuten später drückte angesprochener Icardi das Leder, nach einem Querpass von Kylian Mbappé, über die Linie – der Jubel blieb allerdings aus. Mbappé hatte zuvor beim Zuspiel im Abseits gestanden (22.). Sieben Minuten später war es dann Mbappé selbst, der das Spielgerät nach einem hohen Ball aus der eigenen Hälfte annahm und eiskalt an Steve Mandanda vorbei im Tor platzierte. Doch wieder gab es nicht zu lachen für den Stürmer-Star, denn wieder ging die Fahne hoch (29.).
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Marseille lief in dieser Phase nur hinterher und kreierte keinerlei gefährliche Situationen nach vorne – im Gegenteil zu den Parisern, die in der 39. Minute schließlich den Bann brachen: Di María zirkelte eine gefühlvolle Flanke aus dem Halbfeld an den Fünfer zu Icardi, der mit seinem Kopfball erst am glänzend parierenden Mandanda scheiterte, dann aber mit dem Nachschuss zur Stelle war – 1:0 (39.).
In der Nachspielzeit hatte der wiedererstarkte Argentinier sogar noch das 2:0 auf dem Schlappen, scheiterte mit einem wuchtigen Linksschuss aus halblinker Position am Querbalken des OM-Gehäuses (45.+2). So ging Olympique mit einem schmeichelhaften 0:1-Rückstand in die Pause.
OM-Kapitän und Schlussmann Mandanda blieb verletzungsbedingt in der Kabine, er wurde durch Yohann Pelé ersetzt. Zudem brachte André Villas-Boas früh Dario Benedetto und Morgan Sanson für Radonjic und Pape Gueye in die Partie.
Marseille steigerte sich von dort an, spielte nun offensiver. Besonders Florian Thauvin tauchte ein ums andere Mal auf der linken Seite auf und kreierte brenzlige Situationen (53./58.), jedoch scheiterte er erst aus spitzem Winkel an Keylor Navas, dann fehlte Boubacar Kamara der Mut, das Zuspiel von Thauvin direkt zu nehmen.
Marseille dominierte den zweiten Spielabschnitt weitestgehend, konkrete Großchancen blieben aber Mangelware – auf beiden Seiten. Erst in den letzten zehn Minuten nahm das "Trophée des Champions" wieder Fahrt auf: Ein Kopfball landete im Lauf von Icardi, der alleine aufs Tor zu stürmte. Der Argentinier wollte sich daraufhin das Leder am heraus-eilenden Pelé vorbei legen, wurde dabei aber vom Keeper getroffen und ging zu Boden. Nach Ansicht der Videobilder zeigte Schiedsrichter Ruddy Buquet zu Recht auf den Punkt. Der eingewechselte Neymar verwandelte den Strafstoß souverän zum 2:0 (85.).
Marseille schien geschlagen, doch Dimitri Payet verkürzte mit feiner Technik kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit auf 1:2. Thauvin hatte über die rechte Seite die Vorarbeit geleistet (89.). In der anschließenden fünfminütigen Nachspielzeit hielt Paris den Gegner weitestgehend vom eigenen Tor fern, sodass Thauvins Fehlversuch in der Schlusssekunde der Schlusspunkt der Begegnung war (90.+5).
Paris gewann verdient mit 2:1 gegen Olympique Marseille und sicherte sich somit den achten Supercup-Erfolg in Serie.

Die Stimmen:

Florian Thauvin (Olympique Marseille): "Wir haben trotz der Niederlage ein gutes Spiel gemacht. Ich finde, dass wir Fortschritte machen. Paris hat uns früher an die Wand gespielt, das war heute nicht der Fall. Wir haben gezeigt, dass wir Qualität in der Mannschaft haben und mit Teams wie Paris mithalten können. Dennoch müssen wir weiter an uns arbeiten, um Siege wie im September zu wiederholen."
Abdou Diallo (Paris Saint-Germain): "Es war etwas schwierig, da das Spiel aufgrund der Pandemie verschoben wurde. Umso mehr freuen wir uns jetzt natürlich über diesen Titel. Der Sieg gibt uns einen Push für die restlichen Wettbewerbe. Heute Abend werden wir diesen Titel ganz bestimmt feiern!"

Der Tweet zum Spiel:

Unter seinem argentinischen Landsmann Mauricio Pochettino scheint Mauro Icardi wieder zurück in der Spur zu sein. Beim 3:0-Sieg am Wochenende über Stade Brest sammelte der Stürmer zwei Scorerpunkte, heute markierte er das 1:0 selbst und holte den Strafstoß zum 2:0 heraus.

Das fiel auf: Icardi im Fokus, OM mit Steigerung

Beide Teams begannen sehr verhalten, ehe PSG nach einer knappen Viertelstunde einen Gang zulegte. Besonders Mauro Icardi, der unter Pochettino wieder erstarkt ist (ein Tor, eine Vorlage), spielte sich in den Blickpunkt: Nach einer vergebenen Kopfballchance und einem Abseits-Treffer traf der Argentinier zum wichtigen 1:0 und verpasste Sekunden vor dem Halbzeitpfiff nur knapp das 2:0 (Lattentreffer).
Verletzungsbedingt blieb OM-Kapitän und Schlussmann Mandanda in der Kabine und auch Gueye und Radonjic wurden früh durch Sanson und Benedetto ersetzt (56.). Die Wechsel von Villas-Boas zeigten Wirkung, OM wurde besser. Besonders Florian Thauvin war ein ständiger Aktivposten auf der rechten Seite und brachte die PSG-Defensive ein ums andere Mal in die Bredouille. Allerdings machten seine Mitspieler – bis auf Payet – oft zu wenig aus den Zuspielen des Flügelspielers. OM bestimmte den zweiten Durchgang über weite Strecken, machte letztendlich aber zu wenig aus den einzelnen Situationen. So reichte Paris ein Zwei-Tore-Vorsprung letztendlich knapp zum Pokalgewinn.

Die Statistik: 11

Ganze elf Tage hat es gedauert, bis Mauricio Pochettino sich über den ersten Titel als PSG-Coach freuen darf. Nach dem 1:1 zum Auftakt gegen St. Etienne und dem darauf folgenden 3:0 über Stade Brest beschert der heutige 2:1-Sieg den Parisern den achten Supercup-Erfolg in Serie.
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(SID)

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