Mauricio Pochettino blieb gewohnt cool.
Die Frage, ob er besorgt über die Gerüchte um einen Abgang von Kylian Mbppé sei, umschiffte der neue PSG-Coach auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Supercups gegen Olympique Marseille (ab 21:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) wie ein Profi.
"Es ist unglaublich, mit wie vielen Namen und Gerüchten Paris in Verbindung gebracht wird", erklärte der Nachfolger des geschassten Thomas Tuchel mit einem Grinsen im Gesicht und beruhigte die zugeschalteten Journalisten: "Der Klub wird Euch informieren, wenn etwas passiert. Es gibt so viel tun, dass ich mich auf so etwas nicht fokussieren kann." Und noch ein Lächeln hinterher.
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Sicher nicht die Antwort, die sich der Fragesteller erhofft hatte - und sicher auch nicht der wahre Gemütszustand, mit dem intern über besagtes Thema diskutiert wird. Denn trotz intensiver Bemühungen hat bislang keiner der beiden Superstars seinen Vertrag über 2022 hinaus verlängert.

Neymar und Mbappé: Die Gerüchteküche brodelt

Während Mbappés kongenialer Partner Neymar bereits durchblicken ließ, dass er sich einen Verbleib in Paris durchaus vorstellen kann, wartet man auf Ähnliches aus dem Mund des französischen Stürmers bislang vergeblich.
Klub-Präsident Nasser Al-Khelaifi gab sich im Dezember zwar zuversichtlich, neben Neymar auch mit Mbappé (ebenfalls Vertrag bis 2022) verlängern zu können, materialisiert hat sich seitdem jedoch nichts. Ganz im Gegenteil: Die Gerüchteküche brodelt mehr denn je.
Am Dienstag prangte das Konterfei des 22-Jährigen auf der Titelseite der spanischen Zeitung "AS", die dem spanischen Rekordmeister Real Madrid nahe steht. Überschrift: "Die Formel Mbappé."

Real und die "Formel Mbappé"

Im Bericht wird detailliert aufgedröselt, wie ein Transfer des Franzosen nach Madrid funktionieren könnte. Vor allem finanziell. Demnach seien die Königlichen, die aufgrund der Corona-Pandemie erhebliche Einnahmeverluste hinnehmen mussten, bereit, im kommenden Sommer bis zu sechs Spieler für Mbappé zu verkaufen.
Mit potenziellen Abgängen von Isco, Dani Ceballos, Gareth Bale, Luka Jovic, Marcelo und Brahim Díaz erhoffen sich die Madrilenen laut "AS" Einnahmen zwischen 100 und 150 Millionen Euro. Damit würde man auch Gehaltsspielraum für den Wunschspieler freischaufeln. Zudem ist die Hoffnung in der spanischen Hauptstadt groß, im Laufe des Jahres 2021 wieder Zuschauer bei Heimspielen begrüßen zu dürfen, was weiteres Kapital für Mbappé in die Kassen spülen würde.
Dass eine Verpflichtung des Torjägers zu den wichtigsten Zielen von Real-Präsident Florentino Pérez zählt, ist hinlänglich bekannt. Natürlich steht und fällt alles mit Mbappés Verhandlungen mit PSG, doch auch der Stürmer machte bereits mehrfach deutlich, dass er eines Tages für das weiße Ballett unter Zinédine Zidane auflaufen möchte. Dem Vernehmen nach zweifelt Mbappé daran, dass er in Frankreich seine hohen Ziele erreichen kann, statt dort weiter zu stagnieren, strebt er den nächsten Schritt in seinem Karriereplan an.

PSG: Pochettino hat Messi und Agüero im Visier

In Paris käme ein Mbappé-Abgang auf den ersten Blick einem Super-Gau gleich. Das Aushängeschild des Klubs, den kommenden Star des Weltfußballs mit gerade einmal 22 Jahren verlieren? Eine Katastrophe! Sollte man zumindest meinen.
Allerdings scheint sich mit der Ankunft Pochettinos auch die Zukunftsvision innerhalb des Klubs verändert zu haben. Angeblich rechnet sich der französische Serienmeister mittlerweile gute Chancen aus, den beim FC Barcelona unzufriedenen Superstar Lionel Messi 2021 an die Seine locken zu können.
"Jeder große Spieler in der Welt ist bei PSG jederzeit willkommen", meinte Pochettino jüngst vielsagend im Interview mit der "L'Équipe". Julien Pereira von Eurosport.fr in Paris bringt es auf den Punkt: "Es wäre der Deal des Jahrhunderts - sowohl aus finanzieller Sicht als auch hinsichtlich des Marketingeffekts."
Neben dem Barça-Star genießt auch die Personalie Sergio Agüero beim argentinischen Coach "Priorität", wie dessen Berater Bruno Satin bei "Canal+" verriet. Der Vertrag des Stürmers von Manchester City läuft im kommenden Sommer aus. Genau wie Messis. Seit 1. Januar dürfen beide mit anderen Klubs verhandeln.

Sergio Agüero (l.) und Lionel Messi

Fotocredit: Getty Images

PSG: Wird Mbappé zum prominenten Bauernopfer?

Gemeinsam mit Angel Dí Maria, Mauro Icardi und Neymar, der sich jüngst ebenfalls für einen Messi-Transfer stark machte, könnten die beiden Argentinier eine neue Südamerika-Connection in Paris bilden, die - zumindest auf dem Papier - jeder Abwehr Europas den Angstschweiß auf die Stirn treiben würde.
Verschmerzbar bzw. Voraussetzung für dieses Szenario wäre dann wohl der Abgang Mbappés. Denn auch wenn sich Messi und Agüero ablösefrei dem Klub anschließen würden, müsste PSG für eine Verpflichtung Einnahmen generieren und Gehälter aus den Büchern streichen. Auch im Hinblick auf das Financial Fairplay. Wie Sportdirektor Leonardo bereits im vergangenen Herbst mitteilte, muss der Klub Verluste in Höhe von rund 100 Millionen Euro für das Jahr 2020 einkalkulieren.
Real würde sich in diesem Fall freudig die Hände reiben. Doch die PSG-Verantwortlichen um Leonardo und die Qatar-Sports-Investments-Gruppe (QSI) werden eine solche Entscheidung genau abwägen. Immerhin sind Messi (33) und Agüero (32) - trotz unbestrittener Weltklasse - nicht mehr die Jüngsten. Für langfristigen, kontinuierlichen Erfolg und die Entwicklung des Teams wäre ein Mbappé-Verbleib sicher die bessere Alternative.
Doch Pereira erinnert daran, dass der Verein mehr denn je kurzfristigen Erfolg sucht: "Das Duo hat vielleicht nur noch ein, zwei gute Jahre in sich - aber PSG ist in einer Notsituation: Sie wollen den Sieg in der Champions League und ihr Standing in Europa erhöhen. Allerdings glaube ich nicht, dass die Operation finanziell umsetzbar ist."
Denn der französische Fußball steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise und trotz aller Unterstützung aus Katar triftt diese auch PSG hart. Ganz davon abgesehen hat das Team aus rein sportlicher Sicht Bedarf an Verstärkungen auf fast allen Positionen - die Schwächen in anderen Mannschaftsteilen machen das Erreichen der großen Ziele weitaus fraglicher als mögliche Rochaden der Superstars.
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