Paris Brunner: Von Borussia Dortmund suspendiert, beim DFB gefeiert - das ist Deutschlands U17-WM-Held
Paris Brunner von Borussia Dortmund zählt zu den größten Talenten Europas. Dieser Tage stellt er seine Qualitäten bei der U17-WM in Indonesien unter Beweis, avancierte im Halbfinale gegen Argentinien zum Helden. Dabei war seine Turnier-Teilnahme lange offen. Nicht etwa aus sportlichen Gründen, sondern aufgrund eines "schwerwiegenden Vorfalls", der eine Suspendierung beim BVB zur Folge hatte.
Brunner, Darvich, Heide: Die Gesichter des U17-WM-Finals
Quelle: Eurosport
Ecke anvisiert, unhaltbar eingeschoben, Trikot gen Himmel gefeuert, Jubeltraube mit den Jungs - Paris Brunner avancierte im Halbfinale der U17-Weltmeisterschaft gegen Argentinien neben Keeper Konstantin Heide zum Elfer-Helden.
Dortmund-Juwel Brunner war es, der den entscheidenden Versuch zum 7:5 verwandelt - und die deutsche Auswahl erstmals seit 1985 wieder in ein WM-Endspiel geschossen hatte. "Jetzt wollen wir auch noch den Titel holen", frohlockte der stolze 17-Jährige nach der Partie auf den verbandseigenen Social-Media-Kanälen.
Brunner zählt zu den unangefochtenen Leistungsträgern im Team, sein entscheidender Elfmeter war lediglich die Kirsche auf der metaphorischen Torte eines beeindruckenden Turniers. Während der regulären Spielzeit traf Brunner zunächst nach feiner Einzelleistung aus spitzem Winkel zum 1:0 (9.), nach dem Seitenwechsel stellte er mit einem traumhaften Schlenzer auf 2:2 (58.).
Seine Turniertore drei und vier, nachdem er sowohl im Gruppenspiel gegen Neuseeland (3:1) als auch beim 1:0-Sieg im Viertelfinale über Spanien genetzt hatte. "Er hat uns jetzt sehr geholfen im Spiel gegen Spanien, er hat uns sehr geholfen gegen Argentinien", sagte Nationaltrainer Christian Wück, der besonders Brunners "Individualität" hervorhob, im Gespräch mit "RTL".
Wück lobt und kitzelt Brunner
Brunner habe laut Wück vor allem in der Offensive, wo er als Außen- oder Mittelstürmer eingesetzt werden kann, "herausragende Fähigkeiten." Dennoch nahm der Übungsleiter seinen Durchstarter auch in die Verantwortung. Brunners Abwehrverhalten vor dem zwischenzeitlichen 1:1 war Wück ein Dorn im Auge. "Man darf nicht vergessen, dass er das erste Gegentor verschuldet, wo er den Ball einfach nicht klar klären kann. Das heißt, er ist noch nicht am Ende seiner Entwicklung." Freilich nicht ungewöhnlich für einen Nachwuchskicker, Wücks Aussagen dürfen eher als Anreiz denn als Kritik verstanden werden.
Der Coach weiß nämlich nicht erst seit der WM, was er an Brunner hat. Im Frühling sagte Wück gegenüber "Spox" und "Goal": "Paris ist vor dem Tor sehr präsent und brandgefährlich. Er entwickelt im Spiel mit und gegen den Ball eine unheimliche Wucht." Er ergänzte: "Er ist dank dieser Wucht, seiner Körperlichkeit und Athletik gepaart mit seinen technischen Fertigkeiten prädestiniert dafür, zügig zum Torerfolg zu kommen."
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Paris Brunner bekam die Fritz-Walter-Medaille in Gold
Fotocredit: Getty Images
Tor- und Erfolgshunger zeigte Brunner bereits im Mai dieses Jahres bei der U17-EM. Brunner (vier Tore) wurde zum besten Spieler des Turniers gewählt, das Deutschland – übrigens mit einem 5:4 im Elfmeterschießen gegen den kommenden WM-Finalgegner Frankreich (Samstag, 13:00 Uhr im Liveticker) - als Europameister abschloss.
Drei Monate später wurde Brunner eine weitere große Ehre zuteil: Der DFB stattete ihn mit der prestigeträchtigen Fritz-Walter-Medaille in Gold für den besten Spieler des Jahrgangs 2006 aus, Anfang Oktober listete die englische Qualitätszeitung "Guardian" Brunner unter den 60 vielversprechendsten Talenten der Welt.
Brunner vom BVB suspendiert
Und jetzt diese hervorragende WM - man könnte meinen, das Jahr 2023 sei ein einziges Glücksfeuerwerk für den Knipser. Doch weit gefehlt, Brunners junge Karriere wartet schon jetzt mit einer Schattenseite auf. Dass der BVB-Shootingstar die Reise mit nach Indonesien antreten würde, war nämlich zwischenzeitlich gar nicht gewiss. Am 18. Oktober gab sein Klub eine kurze Pressemitteilung heraus und informierte darüber, dass Brunner "aus disziplinarischen Gründen" suspendiert sei – und das "bis auf Weiteres."
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Paris Brunner - Borussia Dortmund
Fotocredit: Imago
Über die Gründe wurde medial gerätselt, doch die Schwarz-Gelben teilten - auch mit Verweis auf Brunners Alter - keine Details mit. Es habe einen "Vorfall" gegeben, erklärte Edin Terzic, Trainer der Profis, bei denen Brunner jüngst mittrainiert hatte, die traditionell gut informierten "Ruhr Nachrichten" sei besagter Vorfall "schwerwiegend" gewesen. Zwei Wochen lang hüllten sich die Westfalen in Schweigen.
Nach intensiven Gesprächen zwischen Sportdirektor Sebastian Kehl, Nachwuchschef Lars Ricken, Brunner und dessen Eltern begnadigte der BVB sein Ausnahmetalent pünktlich vor Wücks Kaderbekanntgabe. Der "Bild" bedeutete die Aufhebung der Suspendierung gleichzeitig grünes Licht für die WM.
Glücklicherweise aus deutscher Sicht. Eine deutlichere Reaktion auf die Negativschlagzeilen hätte Brunner nicht zeigen können.
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#SotipptderBoss: Leverkusen schießt Dortmund ab
Quelle: Eurosport
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