Die deutsche U21-Nationalmannschaft startete stark ins EM-Viertelfinale gegen Dänemark. Das Team von Trainer Stefan Kuntz war präsenter in den Zweikämpfen, initiierte schwungvolle Angriffe und spielte ein starkes Angriffspressing. Die Dänen zogen sich weit zurück. Ridle Baku zog in der 9. Minute von außerhalb des Strafraums ab, schoss aber rechts am Tor vorbei. In der 17. Minute brachte Baku einen Ball kurz vor der Grundlinie ins Zentrum, dort schoss Arne Maier, platzierte den Ball aber zu zentral.
In der 20. Minute hatte das DFB-Team die größte Chance der ersten Halbzeit. Nach einem Pass von David Raum leitete Lukas Nmecha den Ball mit einem Kontakt ganz stark weiter auf Mergim Berisha. Der schob den Ball aber freistehend am rechten Pfosten vorbei.
Drei Minuten später hatte Dänemark die erste Chance. Andreas Poulsen passte von der linken Seite auf Jesper Lindström, der zentral von der Strafraumkante knapp am rechten Pfosten vorbeischoss (23.). In der 39. Minute verpasste Jacob Bruun Larsen einen Doppelpass kurz vor dem Tor knapp, in der Nachspielzeit hatte Bruun Larsen eine Riesenchance, konnte einen Flachpass von der rechten Seite knapp vor dem Tor aber nicht aufs Gehäuse bringen (45.+2).
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In der zweiten Halbzeit war Dänemark spielerisch deutlich besser in der Partie. Schon in der 49. Minute hatte Bruun Larsen bei einem Konter eine gute Chance, Finn Dahmen parierte stark mit dem linken Fuß. Danach hatten beide Mannschaften für eine längere Zeit keine Torraumszenen, Dänemark hatte aber leichte Feldvorteile. In der 69. Minute brachte der eingewechselte Wahid Faghir die Dänen in Führung. Nach einem Pass von links ließ er Amos Pieper stehen und schoss wuchtig ins Tor.
In der Folge hatte Deutschland Probleme, das Offensivspiel anzukurbeln. Dänemark war dem 2:0 sogar näher, Mohamed Daramy verzögerte zweimal im Strafraum, seinen Schuss blockte Pieper im Grätschen (74.). In der 80. Minute sprintete Daramy bei einem Konter aufs deutsche Tor zu, Stürmer Karim Adeyemi grätschte ihm aber den Ball weg.
Kurz vor Schluss gelang dem DFB-Team doch noch der Ausgleich. Nach einer Ecke verlängerte Lars Lukas Mai per Kopf, Nmecha brachte den Ball im Rückwärtsfallen aufs Tor und konnte zusehen, wie sich die Kugel ins lange Eck senkte (88.).
Zu Beginn der Verlängerung war nun Deutschland die aktivere Mannschaft. Oliver Christensen hielt einen Schuss von Adeyemi nach einem Konter (93.). In der 100. Minute nahm Jonathan Burkardt eine Flanke von Raum von der linken Seite mit der Brust an, sein Schuss wurde abgefälscht und schlug unhaltbar im oberen linken Eck ein.
Doch auch Dänemark schlug zurück. Der starke Gustav Isaksen bereitete der deutschen Mannschaft mit starken Dribblings große Probleme, in der 107. Minute foulte Mai ihn im Strafraum, Victor Nelsson verwandelte den Elfmeter danach sicher.
Im Anschluss war Dänemark dem Siegtreffer näher, Deutschland warf sich aber in alle Schüsse und Zweikämpfe. Burkardt schoss in der 118. Minute nach einer starken Ballannahme noch an den linken Pfosten, dann war die Verlängerung vorbei. Im Elfmeterschießen verschoss Burkardt den ersten deutschen Elfmeter, Dahmen hielt einen Elfmeter von Faghir. Auch den siebten Elfmeter von Victor Kristiansen hielt Dahmen, Paul Jaeckel traf anschließend ins rechte obere Eck und schoss das DFB-Team ins Halbfinale gegen die Niederlande.

Die Stimmen:

Finn Dahmen (Deutschland): "Jeder ist für den anderen da, jeder darf einen Fehler machen, ein anderer bügelt den dann aus. Heute war ich dran und durfte den Elfmeter halten. Es war brutal, was wir als Mannschaft geleistet haben. Riesen Respekt für unsere Leistung. Wir können mit sehr viel Selbstvertrauen ins Halbfinale gehen."
Stefan Kuntz (Trainer Deutschland): "Ich hatte den Eindruck, dass wir in der ersten Halbzeit die beste Halbzeit mit diesem Jahrgang gespielt haben. Es hat uns nur ein Tor gefehlt. Dann kamen Zweifel und wir haben wegen der Intensität im Anlaufen nachgelassen. Aber wir haben heute das wahre U21-Nationalteam-Gesicht gezeigt. Wir haben einfach nicht aufgegeben. Es war ein überragendes Tor von Johnny Burkardt. Wir haben das Elfmeterschießen erreicht. Ich habe den Jungs gesagt: Alle ziehen den Hut vor euch, wir haben jetzt nichts mehr zu verlieren."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Deutschland zeigt mentale Stärke

Die U21-Nationalmannschaft musste im Viertelfinale gegen Dänemark einige mental schwierige Situationen und Phasen überstehen. Nach der sehr guten ersten Halbzeit der Deutschen war Dänemark zu Beginn des zweiten Durchgangs auf einmal stärker. Die DFB-Junioren mussten sich umstellen. Nach dem Rückstand hatte Deutschland große Probleme, Chancen zu kreieren. Doch kurz vor Schluss gelang der Ausgleich. Als Dänemark in der Verlängerung die deutsche Führung ausglich und angeführt vom starken Isaksen einige gefährliche Angriffe initiierte, warf sich die deutsche Hintermannschaft in alle Zweikämpfe und Schüsse. Im Elfmeterschießen verschoss das DFB-Team nur einen Elfmeter und setzte sich durch.

Die Statistik: 2

In der EM-Vorrunde hatte Dänemark kein einziges Gegentor kassiert. Die Skandinavier überzeugten durch ihre disziplinierte Spielweise und mussten auch gegen die favorisierten Franzosen kein Gegentor hinnehmen. Die deutsche U21-Nationalmannschaft schaffte es aber, zwei Tore gegen Dänemark zu erzielen. In der ersten Halbzeit spielte Deutschland schwungvoll und dynamisch, belohnte sich aber nicht mit einem Tor. In der zweiten Halbzeit und in der Verlängerung schafften es aber Nmecha und Burkardt durch starke Einzelaktionen nach Flanken, jeweils ein Tor zu erzielen. Dank der Nervenstärke im Elfmeterschießen gelang so der Einzug ins Halbfinale.
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