Obwohl beide Teams 120 Minuten aus ihren Viertelfinal-Partien in den Beinen hatten, war es ein temporeicher Beginn bei besten Rahmenbedingungen im slowenischen Maribor.
Die Portugiesen - die Italien zuvor in einem spektakulären Spiel mit 5:3 nach Verlängerung ausgeschaltet hatten - waren nach zwölf Minuten bereits im Glück, als Brahim Diaz einen Kopfball relativ unbedrängt aus wenigen Metern über den Querbalken nickte (12.).
Portugals England-Legionär Vitinha gab drei Minuten später den ersten Warnschuss der Portugiesen ab, doch Spanien-Schlussmann Álvaro Fernández bekam gegen den wuchtigen Versuch aus 18 Metern gerade noch die Hände hoch (15.).
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In der Folge kam keines der beiden Teams zu weiteren Abschlüssen. Die Portugiesen standen hinten kompakt und ließen nichts zu, vertändelten dafür vorne aber immer wieder gute Situationen oder schlossen überhastet ab. Nach einer knappen halben Stunde tankte sich dann jedoch Rafael Leao mit einer schönen Einzelaktion auf der linken Seite gegen Oscar Mingueza durch und suchte kurz vor dem Tor seinen Sturmpartner Dany Mota, der am zweiten Pfosten lauerte aber die Fußspitze nicht mehr an den Ball bekam (30.). Einen Angriff später handelte sich Leao dann die Gelbe ein, nachdem er sich lautstark über eine Schiedsrichter-Entscheidung beschwerte (31.). Nach dieser Verwarnung spielte nur noch die Furia Roja.
Erst lenkte Portugal-Kapitän Diogo Queirós einen Diaz-Schuss aus 17 Metern mit dem Fuß gerade noch neben das Tor (33.), anschließend klärte Portugal in höchster Not nach flachen Querpässen von Marc Cucurella (35.), Gonzalo Villar (41.) und Bryan Gil (45.) im Strafraum.
Die Spanier machten nach dem Seitenwechsel da weiter, wo sie aufgehört hatten: Nur Momente nach Wiederanpfiff knallte Cucurella das Spielgerät mit einer sehenswerten Direktabnahme aus 25 Metern an den linken Pfosten (46.).
Drei Minuten später traf Manu García das Außennetz (49.), gefolgt von Jorge Cuencas Großchance. Der Innenverteidiger kam aus fünf Metern völlig frei zum Kopfball – direkt auf den Keeper (50.). Brahim Diaz ließ 60 Sekunden später drei Gegenspieler mit einem Haken ins Leere rutschen, verfehlte aber ebenso den wie zuvor seine Teamkollegen die Führung knapp (51.).
Portugal stand nur noch mit dem Rücken zur Wand und bekam kaum Luft zum Atmen. Diogo Costa parierte erst den Schuss des eingwechselten Juan Miranda (54.), und schaute acht Minuten danach dem Flachschuss von Manu Garcia hinterher, der aber knapp neben dem linken Pfosten ins Aus ging (62.).
Anschließend nahmen die zahlreichen Wechsel etwas das Tempo aus der Partie. Portugal konnte sich sammeln – und nicht nur das. Es kam, wie es kommen musste. Zehn Minuten vor Ende landete ein langer Ball bei Portugals Fábio Vieira, welcher den Ball im Strafraum eigentlich quer legen wollte. Cuenca rutschte hinein um die Kugel abzufangen, lenkte den Ball stattdessen aber unabsichtlich per Bogenlampe unglücklich ins eigene Netz (80.).
Von diesem überraschenden Rückstand konnten sich die Spanier nicht mehr erholen und schieden somit etwas unverdient im Halbfinale aus. Die Portugiesen treffen im Finale am Sonntag nun auf Deutschland oder die Niederlande.

Die Stimmen:

Diogo Dalot (Portugal): "Wenn man nur 72 Stunden nach einem 120-minütigen Viertelfinale gegen ein Team spielen muss, dass so sicher am Ball ist, ist es ganz schwer. Sie haben uns vor einige Probleme gestellt - das hat man gesehen. Es war ein tolles Spiel zum Anschauen. Am Ende hat die Mentalität entschieden. Wir haben ein tolles Spiel gespielt und unser Land stolz gemacht. Jedes der beiden Teams hätte heute gewinnen können, am Ende hatten wir vielleicht das nötige Quäntchen Glück."

Der Tweet zum Spiel:

Portugal wirkte nach den 120 Minuten gegen Italien müde, hatte aber in der 80. Minute noch genug Kraft, das entscheidende 1:0 zu bejubeln.

Das fiel auf: Portugal bestraft Spaniens Chancenverwertung

Die Furi Roja war ab Mitte des ersten Durchgangs die spielbestimmende Mannschaft. Besonders der quirlige Brahim Diaz stellte die Hintermannschaft Portugals wiederholt vor große Probleme, allerdings ohne daraus Profit zu schlagen. Das Team von Rui Jorge ließ die nötige Intensität vermissen und lief daher ausschließlich hinterher.
Besonders in der zweiten Hälfte ließen die Spanier durch Dauerdruck und gezieltes Gegenpressing den Portugiesen keine Luft zum Atmen, zudem sicherte Martín Zubimendi im defensiven Mittelfeld nach hinten gut ab.
Letztendlich rächte sich aber die mangelhafte Chancenverwertung Spaniens und so konnte die eigentlich unterlegene Mannschaft den Finaleinzug feiern.

Die Statistik: 20

Ganze 20 Schüsse gaben die Spanier ab, ohne dabei ein Tor zu erzielen. Mangelnde Präzision, der linke Pfosten und ein stabiler portugiesischer Schlussmann waren dafür ausschlaggebend.

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