Löw-Aus nach EM? Flick als Nachfolger gehandelt

Bundestrainer Joachim Löw steht nach der historischen 0:6-Niederlage in der Nations League gegen Spanien mehr denn je in der Kritik. Wie die "Sport Bild" berichtet, gilt eine Weiterbeschäftigung Löws als Trainer der Nationalmannschaft über die EM im kommenden Sommer hinaus als "unwahrscheinlichstes Szenario". Als möglicher Nachfolger wird sein ehemaliger Co-Trainer Hansi Flick gehandelt.

Fotocredit: Getty Images

Der Trainerstuhl von Joachim Löw wackelt derzeit gehörig. Seit dem frühen Ausscheiden bei der WM 2018 in Russland stimmen die Resultate bei der deutschen Nationalmannschaft nicht mehr. In den zwei Teilnahmen an der Nations League sprangen bei zehn Spielen gerade einmal zwei Siege (gegen die Ukraine) heraus.
Deshalb wird Löw inzwischen intern angezählt. Die EM 2021 könnte der entscheidende Gradmesser sein. "Den Weg, den der Bundestrainer eingeschlagen hat, gehe ich bis einschließlich der EM mit", erklärte DFB-Direktor Oliver Bierhoff im Interview mit der "FAZ" und ergänzte:
"Am Ende des Tages müssen wir alle uns an Ergebnissen messen lassen. Das weiß Jogi auch. Jetzt ist aber noch nicht der Zeitpunkt für eine Entscheidung – das Turnier kommt noch."
Diese Aussage traf Bierhoff vor der 0:6-Pleite gegen Spanien. Besser wurde die Situation für Löw im Anschluss nicht. Deswegen wird beim DFB bereits über einen möglichen Nachfolger diskutiert.

Flick intern bereits als Nachfolger im Gespräch

Der Name von Bayern-Trainer Hansi Flick soll in diesem Zusammenhang bereits gefallen sein, wie die "Sport Bild" berichtet. Mit Flick als Co-Trainer holte Deutschland den WM-Titel 2014, im Anschluss daran suchte sich der 55-Jährige neue Herausforderungen. Nach seinem perfekten Triple-Jahr mit den Bayern hat Flick nun viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Bis 2023 läuft Flicks Vertrag in München noch. Es ist aber durchaus möglich, dass er diesen nicht erfüllt. Nicht zuletzt die Handhabung der Vertragssituationen von David Alaba und Jérôme Boateng - beiden wird aktuell kein neuer Vertrag angeboten - soll ihm nicht gepasst haben. Dass Flick in so einem Fall seine Konsequenzen ziehen kann, hat er bereits gezeigt, als er 2017 vorzeitig als DFB-Sportdirektor zurücktrat. Deshalb rechne sich der DFB laut "Sport Bild" auch realistische Chancen auf Flick als Nationaltrainer aus.

Klopp lange Zeit einziger Wunschkandidat

Als absoluter Wunschkandidat galt lange Zeit Jürgen Klopp, der bei Liverpool aber noch bis 2024 unter Vertrag steht. Gerade mit Blick auf die Heim-EM 2024 wäre der ehemalige Mainzer und Dortmunder Trainer auch durch sein Auftreten eine ideale Besetzung. Lange Zeit gab es nur wenige Alternativen zu Klopp - bis Flick auf den Plan trat.
Sollte Löw nach der EM tatsächlich aus dem Amt ausscheiden, wovon die "Sport Bild" ausgeht, muss der DFB entscheiden, ob er eine kurzfristige Lösung nur für die WM 2022 in Katar sucht und im Anschluss eine Verpflichtung von Klopp anstrebt oder sich auf einen langfristigen Kandidaten festlegen möchte. In letzterem Fall soll Flick die besten Karten besitzen.
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