1. Gosens feiert fast perfektes Debüt

Es war der große Abend des Robin Gosens. Nach einer aufsehenerregenden Saison mit Atalanta Bergamo, die überraschend bis ins Viertelfinale der Champions League vorgestoßen waren, gab der Linksverteidiger gegen Spanien mit 26 Jahren sein Debüt für die Nationalmannschaft – und war beim 1:1 (0:0) prompt an allen spielentscheidenden Szenen beteiligt. Wenn auch nicht immer positiv. Aber der Reihe nach.

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Joachim Löw schenkte Gosens von Beginn an auf der linken Außenbahn im 3-4-3-System das Vertrauen, das dieser - zwar mit etwas Anlaufschwierigkeiten - durchaus zu nutzen wusste.

"Alles in allem war ich zufrieden", lobte der Bundestrainer nach Abpfiff im "ZDF": "Lange Zeit hat er mir gut gefallen. Er war sehr dynamisch nach vorne, hatte in der ersten Hälfte zwei, drei gute Flanken."

Noch besser: Anfang der zweiten Hälfte konnte der aufgerückte Gosens im ersten Spiel direkt einen Assist beisteuern. Mit einem genauen Pass in den Rückraum des spanischen Sechszehners setzte er Timo Werner in Szene, der noch einen Gegenspieler aussteigen ließ und dann flach links unten zum 1:0 verwandelte (51.).

Dass ihm sein Debüt nicht ausschließlich positiv in Erinnerung bleiben wird, lag jedoch daran, dass Gosens auch beim späten Gegentreffer in der Nachspielzeit durch José Luis Gayá (90.+6) eine Hauptrolle spielte. Weil der deutsche Linksverteidiger nach einer Grätsche noch im rechten Toraus lag, als der Torschütze von Rodrigo bedient wurde, hob er das Abseits auf.

Als "Wechselbad der Gefühle" beschrieb der Debütant seinen Auftritt im Anschluss passend, auch wenn er sich bis auf diesen Fauxpas wenig vorzuwerfen hatte: "Ich dachte, wenn ich außerhalb des Feldes bin, dann bin ich nicht mehr Teil des Spiels. Da habe ich auf jeden Fall wieder was gelernt."

2. Fehlende Kommunikation ohne Bayern-Block

Mit Manuel Neuer, Serge Gnabry und Joshua Kimmich fehlten der DFB-Elf drei Spieler, die unter Löw nicht nur gesetzt sind, sondern auch zu den Leadern des Teams gehören. Besonders Kimmichs fehlende Präsenz in der Zentrale als Lautsprecher war gerade in der ersten Hälfte deutlich zu spüren.

"Es haben sechs, sieben Spieler gefehlt, die schon lange dabei sind. Vor allem der Bayern-Block", erklärte Löw die Abstimmungs- und Kommunikationsprobleme seiner Elf: "Klar ist es wünschenswert, dass mehr kommuniziert wird, wenn ein Team neu zusammengesetzt ist. Aber das ist halt nicht immer der Fall. Da sind wir natürlich noch steigerungsfähig."

Generell zeigte sich der 60-Jährige aber trotz des späten Gegentreffers sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf:

"Unsere Jungs haben alles gegeben, haben gefightet bis zum Schluss. Es war gut, ich kann zufrieden sein. Wir hatten im Spiel insgesamt die besseren Chancen als die Spanier."

Thiago (l.) im Zweikampf mit Timo Werner (r.)

Fotocredit: Getty Images

3. Thiago macht weiter Werbung

Während die Triple-Sieger des FC Bayern aufseiten der DFB-Elf noch im Sonderurlaub verweilten, war Thiago für die Furia Roja schon wieder mit von der Partie und knüpfte nahtlos an seine hervorragende Leistung aus dem Champions-League-Finale gegen PSG (1:0) an.

Der 29-Jährige war am Donnerstagabend in Stuttgart der beste Spanier auf dem Platz, zog als zentrale Figur in Luis Enriques 4-3-3 die Fäden im Mittelfeld (122 Ballkontakte).

Thiago war nicht nur wie in der 53. Minute nach hinten aufmerksam, als er in höchster Not gegen Leroy Sané zur Ecke klärte, sondern auch nach vorne brandgefährlich. Sein Schlenzer aus 20 Metern strich in der 70. Minute nur knapp am Kasten von Kevin Trapp vorbei.

Fragen nach seiner ungeklärten Zukunft moderierte der (Noch-)Bayern-Star nach Abpfiff gekonnt weg. Sollten jedoch noch Zweifel beim interessierten FC Liverpool oder in Manchester bestanden haben, sollte Thiago am Donnerstag auch die letzten davon beseitigt haben.

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