So lief das Spiel:

Beide Mannschaften suchten direkt den Weg nach vorne und versuchten den Gegner bereits tief in dessen Hälfte unter Druck zu setzen. So richtig gelingen wollte dies aber nur den Italienern. Die Squadra Azzurra kam auch schnell zu ersten Möglichkeiten. Die erste Halbchance hatte Lorenzo Pellegrini, der einen Kopfball links neben das Tor setzte (10.).
Nur eine Minute später hätte es dann bereits 1:0 stehen müssen. Kamil Glik lud die Gäste mit einem schlimmen Fehlpass im Aufbau ein. Die Italiener schalten sofort um und setzen Andrea Belotti links am Strafraum ein, der Mittelstürmer hob den Kopf und sah Federico Chiesa in der Mitte.
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Die scharfe Flanke war perfekt an den zweiten Pfosten gezogen, Chiesa musste den Ball aus fünf Metern eigentlich nur noch ins Tor drücken, aber er setzte den Ball knapp drüber. Nach diesem Wachmacher konnten sich die Polen etwas vom italienischen Druck befreien. Die Mancini-Elf blieb jedoch die klare bessere Mannschaft, sie kam nur nicht mehr zwingend vors Tor.
Die sich bietenden Möglichkeiten wurden oft durch Ungenauigkeiten, im Passspiel oder in der Annahme, selbst vergeben. Die Polen kamen im gesamten ersten Abschnitt nur zu einem Abschluss und das war ein völlig ungefährlicher Kopfball von Kamil Jóźwiak (30.). Das wurde in der zweiten Hälfte etwas besser, aber nicht bedeutend.
Immerhin durfte Gianluigi Donnarumma im italienischen Tor sich mal beweisen. Jakub Moder entschied sich rechts am Strafraum gegen eine Flanke und zog den Ball einfach mal auf die kurze Ecke. Eine gute Idee, aber Donnarumma hatte aufgepasst und wehrt ab (52.).
Auf der anderen Seite war es der aufgerückte Linksverteidiger Emerson, der aus sechs Metern unter Bedrängnis nur knapp neben das Tor köpfte (65.). Diese beiden Annäherungen blieben für lange Zeit die Letzten. In der Schlussphase probierte es Italien, angetrieben von mehreren Wechseln, noch einmal, das führte allerdings nur zum beinahe entscheidenden Konter.
Grzegorz Krychowiak bediente Karol Linetty links am Fünfmeterraum, der Italien-Legionär nahm den Ball kurz an und haute ihn dann ans Außennetz (89.). Das war die letzte Möglichkeit ein müdes Fußballspiel doch noch zu entscheiden.

Die Stimmen:

Roberto Mancini (Trainer Italien): "Die Mannschaft hat gut gespielt, aber leider konnten wir die Chancen, die wir kreiert haben, nicht nutzen. Wir haben mehr als ein Unentschieden verdient."
Jerzy Brzęczek (Trainer Polen): "Ich freue mich sehr über die Entschlossenheit, die wir heute auf dem Platz gezeigt haben. Leider haben wir sehr wenig aus den sich bietenden Kontermöglichkeiten gemacht."
Marco Verratti (Italien): "Ich denke, wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht. Es ist nicht einfach auf diesem tiefen Platz Fußball zu spielen, aber ich denke wir hätten das Spiel trotzdem gewinnen können. Wir hatten genug Möglichkeiten. Jetzt freuen wir uns auf die Partie gegen die Niederlande."
Francesco Acerbi (Italien): "Ich glaube uns hat heute nur das eine Tor gefehlt. Die Leistung und das Ergebnis ist nicht schlecht. Lewandowski ist ein großartiger Stürmer, aber wir haben uns gegen ihn sehr gut geschlagen. Die Niederlande ist eine gute Mannschaft, aber wir haben bereits gegen sie gewonnen und hoffen, dass wir es am Mittwoch wieder tun."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Die fehlende Linie des Schiedsrichters

Schiedsrichter José Sánchez Martínez leistet sich keinen gravierenden Fehler, allerdings ließ der Spanier über die gesamte Partie eine klare Linie vermissen. Er entschied häufig sehr kleinlich und bewertete Zweikampfführungen immer wieder sehr unterschiedlich. Das führte zu vielen Unterbrechungen und trug zum allgemein zerfahrenen Spiel bei.

Die Statistik: 15

Die Italiener zeigten in Polen zwar keine Glanzleistung, jedoch blieb die Mancini-Elf das 15 Pflichtspiel in Folge ungeschlagen (zwölf Siege, drei Unentschieden). Das ist die zweitlängste Serie von ungeschlagenen Pflichtspielen in der Geschichte der Squadra Azzura. Nur zwischen Juni 1997 und Juni 1999 blieb die italienische Nationalmannschaft jemals länger unbesiegt (17 Spiele).

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