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Sergio Ramos ist Spaniens Nationalheiligtum: Wichtiger als der Coach
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Publiziert 17/11/2020 um 09:57 GMT+1 Uhr
Zwei verschossene Elfmeter in einem Spiel verpassen Spaniens Fußballikone Sergio Ramos vor dem Nations-League-Spiel gegen Deutschland (20:45 Uhr im Liveticker) kaum Kratzer. Zu groß ist die Bedeutung des 34-Jährigen für die verjüngte Furia Roja. Acht Einsätze fehlen ihm noch zum alleinigen Weltrekord, bis 2022 will er mindestens weitermachen. Das gilt auch für Real Madrid - das sich jedoch ziert.
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Etwas bedröppelt sah er schon aus. Zumindest kurz. Sagen wir mal so, Sergio Ramos schaute leicht irritiert aus der Wäsche, kurz nachdem er beim Stand von 0:1 im Nations-League-Spiel seiner spanischen Mannschaft in der Schweiz einen Elfmeter verschossen hatte.
Es lief die 81. Minute und es war schon der zweite an diesem Abend. Noch dazu war ihm der angedachte Panenka-Chip in die Tormitte leicht nach links verrutscht. Das machte die Sache nicht besser.
Ein Weltuntergang aber würde dieser Abend von Bern für den Innenverteidiger nicht sein - allenfalls eine zum Schmunzeln einladende Episode.
Geraderücken musste Ramos die Situation nichtmal selbst. Das übernahm Luis Enrique für seinen Kapitän.
Sergio Ramos von Luis Enrique in Schutz genommen
"Wenn es noch einen Elfmeter gegeben hätte, hätte er ihn auch geschossen. Und wenn es einen vierten Elfmeter gegeben hätte und er zuvor den dritten verschossen hätte, hätte er ihn auch geschossen", meinte der spanische Nationaltrainer und verwies auf die 25 Elfmeter in Folge, die der 34-Jährige seit März 2018 verwandelt hatte.
Ein "Erfolg, der von den Zahlen her nur Auserwählten zur Verfügung steht", so Enrique. Und damit war das Thema dann auch erledigt.
Dass Spanien das Spiel am Ende (1:1) nicht einmal verlor, passte ins Bild.
Ramos' verkorkstes Rekordspiel
Ohnehin wird dieser Abend aus anderem Grund Einzug in die Fußball-Geschichtsbücher finden. Es war Ramos' 177. Länderspiel. Damit überholte er Italiens Legende Gianluigi Buffon als Rekordnationalspieler Europas.
Es sind diese Zahlen, die den Sportler Sergio Ramos antreiben. Ihn, der längst eine lebende, noch immer aktive Legende ist. Denn eigentlich müsste er schon lange nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen, mit der er alles gewann.
"Ramos treibt an, dass er in naher Zukunft nicht nur eine spanische Ikone, sondern einer der größten Fußballer aller Zeiten sein wird", sagt Augustin Galan, La-Liga-Experte von Eurosport in Spanien.
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Ramos warnt DFB-Team: "Werde nächsten Elfer schießen"
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Bedeutender als Casillas und Xavi
Diese Annahme kann leicht mit Zahlen unterfüttert werden. Vor wenigen Tagen erst überholte Ramos den Argentinier Daniel Passarella als torgefährlichsten Nationalmannschafstverteidiger aller Zeiten (23 Tore).
Den Rekord für die meisten Länderspiele weltweit wird der Spanier dem Ägypter Ahmed Hassan (184) ohne Probleme entreißen. Um gleichzuziehen, fehlen ihm nur noch sieben Einsätze.
"Wenn er all diese Rekorde hält, wird er niemals vergessen werden. Das ist sein großes Ziel in dieser Karrierephase", so Galan. Es sei ohnehin fast unglaublich, dass Ramos "für den spanischen Fußball mittlerweile bedeutender ist als Iker Casillas oder Xavi Hernández".
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Mätzchen zwischen Real und PSG: Wechseln Ramos und Mbappé die Klubs?
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Nachfolger Torres singt Loblied auf Ramos
Was nicht bedeuten soll, dass da ein alternder Star an der Mannschaft vorbei, persönliche Unsterblichkeit sucht. Ramos ist das Herz der Furja Roja, der Star von Real Madrid hält das Team im Innersten zusammen.
In Spanien ist die Meinung weit verbreitet, der 34-Jährige sei wichtiger als Trainer Enrique oder Luis Rubiales der Präsident des spanischen Fußballverbandes. Ramos ist der unumstrittene Boss, steht gleichberechtigt für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der spanischen Nationalmannschaft.
"Jeder Innenverteidiger der Welt kann von ihm lernen", sagt Ramos' junger Nebenmann in Spaniens Defensivzentrale, Pau Torres: "Er ist unser Mentor, die Seele der Mannschaft. Wir profitieren jeden Tag von seiner puren Anwesenheit."
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Deutschland fordert Spanien: Zahlen sprechen klare Sprache
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Fernziel WM 2022
Bis zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar - Ramos erklärtem Fernziel - könnte die Übergabe des Staffelstabs mindestens dauern.
"Ich würde aber auch nicht ausschließen, dass wir ihn auch danach noch im roten Trikot sehen", meint Galan. "Es kommen kaum überdurchschnittlich talentierte Innenverteidiger nach, das könnte für ihn sprechen."
Ramos selbst ließ schon vor einiger Zeit verbreiten, er wolle nicht einfach so zurücktreten. "Wenn nötig spiele ich auch noch mit grauen Haaren", sagte er.
Verhandlungen mit Real stocken
Und im Verein? Auch hier ranken sich seit Monaten Gerüchte um Ramos und seinen Verein Real Madrid.
Die Verhandlungen über den im kommenden Sommer auslaufenden Vertrag stocken aktuell ganz gewaltig. Ramos fordert weitere zwei Jahre, die Königlichen wollen sich nur ein weiteres Jahr binden. Das zweite soll eine Vereinsoption sein.
Erst am Montag zog sich der Spieler aus der Pressekonferenz vor dem Deutschland-Spiel zurück, für die er eigentlich eingeteilt war. Er wolle nicht nur zu seiner Zukunft befragt werden, ließ er ausrichten.
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Neuer über den Spanien-Fluch: Serie wird reißen
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Inter Miami, PSG oder doch Real Madrid?
Auch Real-Präsident Florentino Pérez sagte ein ausgemachtes Interview mit dem Radiosender "Cadena SER" ab. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Galan rechnet trotzdem mit einer Einigung. Zu eng sind Ramos und der Klub, für den er seit 2005 spielt, miteinander verwoben. "Jedes Jahr gibt es die gleichen Gerüchte. Mal ist es PSG, mal Inter Miami, mal China oder sonst ein Klub. Dabei weiß Ramos ganz genau, dass er zu Real gehört. Er wird sein Gehalt den Gegebenheiten in der Pandemie anpassen und dann verlängern."
Denn auch in Madrid gibt es noch Rekorde zu brechen.
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Vor "Endspiel" gegen Spanien: Gnabry sendet Kampfansage
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