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Drei Dinge, die bei Deutschland gegen Italien auffielen: Die deutsche Nationalmannschaft hat (Un-)Wucht
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Update 24/03/2025 um 08:28 GMT+1 Uhr
Achterbahnfahrt ins Halbfinale der Nations League: Deutschland überrollt Italien beim 3:3 (3:0) in der besten ersten Halbzeit unter Bundestrainer Julian Nagelsmann und beeindruckt mit elektrisierender Energie. Super-Scorer Joshua Kimmich deckt dabei erneut Italiens Standardschwäche auf. In Halbzeit zwei war dann aber die Luft zu schnell raus, Italien schnupperte an der totalen Wende. Was auffiel.
Nagelsmann über Tor nach Blitzecke: "Kann man nicht einstudieren"
Quelle: Perform
2:1 und 3:3 gegen Italien - die deutsche Nationalmannschaft steht im Final Four der Nations League und trifft dort Anfang Juni in Deutschland auf Portugal.
Im Viertelfinal-Rückspiel in Dortmund sah das DFB-Team nach einer famosen ersten Halbzeit schon wie der sichere Sieger aus. Doch Italien kam mit einer starken Aufholjagd noch zu einem 3:3 und hatte bei einem zurückgenommen Elfmeter sogar noch Pech.
Den Torreigen für Deutschland eröffnete Kapitän Joshua Kimmich per Foulelfmeter in der 30. Minute. Nach einer schnell ausgeführten Ecke erzielte Jamal Musiala das 2:0 (36.). Noch vor der Pause steuerte Tim Kleindienst per Kopfball den dritten Treffer bei (45.).
Nach der Pause drehte die Partie: Moise Kean verkürzte zunächst auf 1:3 (49.). 20 Minuten später traf der Stürmer erneut (69.). Giacomo Raspadori erzielte in der Nachspielzeit nach einem VAR-Handelfmeter den Ausgleich (90.+5). Am Ende kam das DFB-Team jedoch mit dem Schrecken davon.
Drei Dinge, die uns beim 3:3 Deutschlands gegen Italien auffielen.
1. Aus der Zeitmaschine in die Waschmaschine
Welche Schlüsse ziehen die Trainer aus dem Hinspiel am Donnerstag? Diese Frage war das Hauptthema auf der Pressekonferenz mit Julian Nagelsmann am Samstag. Der Bundestrainer ließ sich nicht wirklich in die Karten schauen – weder personell noch taktisch.
"Auch die Italiener haben keine Zeitmaschine, um acht Einheiten einzustreuen", sagte der Bundestrainer: "Deshalb gehe ich davon aus, dass wir in Dortmund viele Dinge sehen werden, die wir auch in Mailand gesehen haben."
Nach den ersten 45 Minuten schien es aber so, als hätten zumindest die Deutschen noch ein paar Zeitfenster gefunden, um gewisse Dinge einzustudieren. In einer modifizierten Grundordnung mit Dreierkette, unterschiedlich hoch positionierten Schienenspielern (Maximilian Mittelstädt hoch, Joshua Kimmich etwas tiefer), einem Sechser (Angelo Stiller) und einem nach vorne geschobenen Leon Goretzka erdrückte die DFB-Elf eine völlig überforderte Squadra Azzurra.
Die Italiener dürften sich wie im Schleudergang einer Waschmaschine vorgekommen sein, so extrem schüttelten die Deutschen sie 45 Minuten lang durch.
"Die erste Halbzeit war unfassbar gut", sagte Nagelsmann bei "RTL". Der Bundestrainer lobte die hohe Aggressivität, das vertikale Spiel und die vielen Rhythmuswechsel seiner Mannschaft.
Italien versuchte sich immer wieder im flachen Aufbauspiel, fand gegen das unheimlich aggressive und konsequente Mann-gegen-Mann-Pressing der DFB-Elf aber überhaupt kein Mittel und stand damit unter Dauerdruck. Die Energie, das Tempo und die Flexibilität der deutschen Mannschaft fand nicht nur der Bundestrainer "beeindruckend".
"In allen Phasen des Spiels: mit Ball sehr gut, auch defensiv unfassbar aggressiv. Die Führung war auch in der Höhe verdient", befand Nagelsmann.
Wie in Mailand gelang Deutschland aber wieder nur eine richtig starke Halbzeit. Denn nach dem Seitenwechsel waren Intensität und Energie plötzlich verschwunden, während Italien nach dem schnellen Anschlusstreffer - Leroy Sané passte schlampig auf Kimmich - auf einmal im Spiel war.
Dass das Duell nicht noch komplett kippte, war auch der zweifelhaften Entscheidung von Schiedsrichter Szymon Marciniak zu verdanken, beim Spielstand von 3:2 einen Elfmeter für Italien (Foul von Nico Schlotterbeck) zurückzunehmen.
"Vielleicht ist es für uns auch besser, dass wir heute nicht 4:0 gewonnen haben", meinte Nagelsmann nach dem 3:3 pragmatisch: "Wir haben gemerkt, was wir leisten können, wie gut wir Fußball spielen können. Aber wir müssen den guten Fußball über das ganze Spiel zeigen."
Vielleicht hilft aber auch nochmal der Einstieg in die Zeitmaschine. Die Historie zeigt nämlich, dass es auch großen deutschen Mannschaften schon ähnlich erging: Im Herbst 2012 verspielte Deutschland mit Lahm, Schweinsteiger, Neuer, Kroos, Müller und Kollegen eine 4:0-Führung in Berlin gegen Schweden (Endstand 4:4) - keine zwei Jahre später wurde man in Brasilien Weltmeister.
2. Kimmich wird zum Scorerkönig
Joshua Kimmichs Vertragsverlängerung beim FC Bayern München war mit viel Getöse verbunden. Entscheidend war laut Kimmichs Worten vor allem die sportliche Perspektive. Dass es dabei neben seinem allgemeinen Standing auch um seine Position gegangen ist, ist kein Geheimnis.
In München hat sich Kimmich im Mittelfeld etabliert, Trainer Vincent Kompany vertraut dem 30-Jährigen im Zentrum - anders als dessen Vorgänger Thomas Tuchel. Und auch anders als Bundestrainer Julian Nagelsmann.
Für Deutschlands Spitzentrainer scheint Kimmich auf rechts wertvoller zu sein als in der Mitte. Die beiden Spiele gegen Italien bestätigten Nagelsmann in seiner Entscheidung. Kimmich war besonders im Rückspiel auf der rechten Schiene der heimliche Spielgestalter. "Ein guter Spieler kann überall Einfluss nehmen, das hat nichts mit der Position zu tun, sondern mit der Attitüde und der Qualität", sagte Nagelsmann.
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Nagelsmann über Tor nach Blitzecke: "Kann man nicht einstudieren"
Quelle: Perform
Schon im Hinspiel hatte Kimmich mit seiner Flanke auf Tim Kleindienst und der Ecke auf den Kopf von Leon Goretzka bei beiden Treffern seine Füße im Spiel. Nicht umsonst lobte Nagelsmann seinen Kapitän als einen der besten Flankengeber der Welt.
In Dortmund war Kimmich wieder an allen Treffern beteiligt: Das 1:0 erzielte er mit einem sicheren Elfmeter selbst. Bei Jamal Musialas kuriosem Treffer zum 2:0 schaltete er bei der Ausführung der Ecke schnell. Seine Chip-Flanke vor dem 3:0 auf Kleindienst war zudem einmal mehr butterweich.
Macht: zwei Spiele, fünf Tore, fünf Kimmich-Scorerpunkte - mehr geht kaum. Kleines Aber: Auch Kimmich konnte die Mannschaft in der zweiten Halbzeit nicht stabilisieren, wobei die Italiener deutlich gefährlicher über die linke deutsche Defensivseite nach vorne kamen.
3. Italien versaut sich's mit den Standards
Klar, die erste Halbzeit der Italiener war unterirdisch, geradezu unwürdig für eine stolze Fußballnation, die ihre Kraft stets aus einer stabilen Defensive zog. Der im TV mehrmals eingeblendete Gigi Buffon auf der Bank der Italiener bereitete dieses Abwehrverhalten offensichtlich körperliche Schmerzen.
Deutschland walzte einfach so hinweg über Italien und legte kollektive und individuelle Schwächen eindrucksvoll offen. Beim Blick auf die beiden Spiele werden die Italiener aber auch mit einer vorher schon bekannten Problematik hadern: ihr Verhalten bei defensiven Standards.
Schon in Mailand brannte es im Fünfmeterraum der Italiener mehrmals lichterloh. Auch weil Gigi Donnarumma trotz seiner Größe keine Sicherheit in der Strafraumbeherrschung ausstrahlt. Auch in Dortmund irrlichterte er durch seinen Strafraum.
Wie tölpelhaft sich er und seine Kollegen aber vor dem 0:2 anstellten, mit Diskussionen beschäftigt waren wie im Training sowie Ball und Gegner komplett aus den Augen verloren, ist selbst auf unterklassigem Niveau nicht zu entschuldigen und hat auf Weltklasselevel sowieso nichts zu suchen.
Am Ende hat auch diese Unfähigkeit bei Standards den Italienern das Final Four gekostet.
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Wegen Umgang mit Goretzka: Rummenigge attackiert Tuchel
Quelle: Eurosport
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