Einzelkritik Deutschland vs Italien - die Noten fürs DFB-Team: Leon Goretzka mit Traum-Comeback, Oliver Baumann glänzt
Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt ihr Viertelfinal-Hinspiel in der UEFA Nations League 2:1 in Italien. Im Mailänder San Siro glänzen vor allem Rückkehrer und Siegtorschütze Leon Goretzka sowie Keeper Oliver Baumann. David Raum erlebt indes einen eher gebrauchten Abend, Leroy Sané wird von Fortuna auch im Dress des viermaligen Weltmeisters im Stich gelassen. Die DFB-Stars in der Einzelkritik.
Nagelsmann: "Versuchen auch das zweite Spiel zu gewinnen"
Quelle: Perform
Die deutsche Nationalmannschaft hat sich eine exzellente Ausgangsposition für den erstmaligen Einzug ins Final Four der Nations League erspielt.
Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann gewann das Viertelfinal-Hinspiel gegen Italien in Mailand am Donnerstag 2:1 (0:1).
Auch, weil Rückkehrer Leon Goretzka ein Traum-Comeback feierte und Oliver Baumann im Kasten einen herausragenden Abend erwischte.
Im Gegensatz zu David Raum von RB Leipzig und Bayern-Star Leroy Sané.
Die DFB-Elf in der EInzelkritik
Oliver Baumann: Der Hoffenheimer stach Konkurrent Nübel als Nummer eins aus - und zeigte in eindrucksvoller Manier, warum Nagelsmann ihm den Vorzug gab. Bei seinem ersten Länderspiel-Gegentor (9.) vollkommen machtlos, danach zeigte Baumann aber mehrfach seine ganze Klasse. Parierte zunächst einen satten Fernschuss von Tonali (30.), zwei Minuten später reagierte er glänzend gegen Keans Abschluss aus sieben Metern (32.). Nach dem Seitenwechsel verhinderte er mit einer Fußabwehr ein mögliches 1:2 durch Raspadori (67.) und ein Kleindienst-Eigentor (78.). Ganz starker Auftritt!
Note: 1,5
Joshua Kimmich: Beim FC Bayern Dreh- und Angelpunkt im defensiven Mittelfeld, im DFB-Team - wie gewohnt - als Rechtsverteidiger gefragt. Kimmich stellte mal wieder unter Beweis, dass es auf ebenjener Position in Deutschland keinen Besseren gibt. Defensiv hielt sich der 30-Jährige weitestgehend schadlos, in der Offensive lieferte er Top-Flanke um Top-Flanke. Fand kurz nach dem Seitenwechsel erst von der rechten Seite Kleindiensts Kopf (48.) und servierte im Nachgang von der linken Eckfahne punktgenau für Kumpel Goretzka (76.).
Note: 2
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Joshua Kimmich zählte gegen Italien zu den besten Spielern aufseiten des DFB-Teams
Fotocredit: Getty Images
Antonio Rüdiger: Fels in der Brandung, stets unter Strom. Rüdiger legte sich mit so ziemlich jedem Offensivmann des Gegners an, behielt aber im entscheidendend Moment immer einen kühlen Kopf. Gewann jeden seiner Zweikämpfe (3/3) und hätte sogar in artistischer Art und Weise das 0:1 auf der Linie fast noch verhindert.
Note: 2,5
Jonathan Tah: Entschärfte Politanos Hereingabe eigentlich gut, Tah hatte allerdings das Pech, dass sein Klärungsversuch direkt vor Tonalis Füßen landete und dieser die Kugel im Netz unterbrachte (9.). Nach dem Rückstand stellte sich der Leverkusener gegen Kean nicht immer clever an, was sich in einigen unnötigen Fouls (4) äußerte. Ansonsten blieb der 29-Jährige ohne Fehler.
Note: 3,5
David Raum (bis 46.): Der Leipziger hatte sich im mannschaftsinternen Duell mit Stuttgarts Mittelstädt durchgesetzt - zurückzahlen konnte er Nagelsmanns Vertrauen jedoch nicht. Raum stand im Vorfeld des 0:1 (9.) nach einem Flankenwechsel nicht ideal zum Ball und ließ im Anschluss Gegenspieler Politano passieren. Eine richtungsweisende Szene, Raum bekam den Neapolitaner nämlich zu keinem Zeitpunkt in den Griff. Zur Halbzeit war sein Dienst beendet.
Note: 4,5
Pascal Groß (bis 90.): Dürfte den DFB in Anbetracht der aktuellen Lage bei seinem Arbeitgeber Borussia Dortmund als Wohlfühloase wahrnehmen. Groß stand als einziger BVB-Akteur in der Startelf, blieb aber - qua Jobbeschreibung - meist unsichtbar.
Note: 3,5
Leon Goretzka: Seit dem unsäglichen 0:2 in Österreich vor anderthalb Jahren nicht mehr Teil des DFB-Teams, nun aber zurück - und wie! Goretzka gab neben Groß den auffälligen Teil der Doppelsechs und war schon im ersten Durchgang überall zu finden. Wurde es einmal ansatzweise gefährlich, war der 29-Jährige involviert. Sein schöner Dropkick aus 20 Metern landete in Donnarummas Armen (20.), gegen Goretzkas Kopfball-Streichler war der Italiener aber dann machtlos. Der gebürtige Bochumer dürfte sich mit einem hervorragenden Comeback erst einmal auf unbestimmte Zeit wieder festgespielt haben.
Note: 1,5
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Leroy Sané im Dress des DFB-Teams
Fotocredit: Getty Images
Leroy Sané (bis 82.): Stets bemüht, zumeist ohne Fortune. Das, was für Sané beim FC Bayern gilt, hat auch im Nationaltrikot Bestand. Sané lief, arbeitete auch defensiv gut, in seiner Kerndisziplin blieb er aber vieles schuldig. Brach seine Dribblings viel zu häufig ab und traf einige falsche Entscheidungen im Spiel nach vorne.
Note: 4
Nadiem Amiri (bis 66.): Erstmals seit viereinhalb Jahren wieder im Kader - und dann gleich in der Startelf. Amiri machte seine Sache im Mittelfeldzentrum ordentlich, ohne die ganz großen Glanzpunkte zu setzen. Der ehemalige Leverkusener fand mit seinem Flachpass von der Grundlinie beinahe Burkardt (39.) und setzte einen Freistoß aus 22 Metern knapp über den Kasten (42.).
Note: 3,5
Jamal Musiala: Ohne seinen kongenialen Partner Wirtz blieb der Bayern-Star insgesamt einigermaßen blass. Musiala ließ seine Dribblingkünste zwar ein ums andere Mal aufblitzen (zum Beispiel, als er einen Freistoß aus aussichtsreicher Position herausholte (42.)), enormen Einfluss aufs Spiel hatte er aber nicht. Leistete sich zudem ungewöhnlich viele Ballverluste (14).
Note: 3,5
Jonathan Burkardt (bis 45.): Wurde für seine starken Leistungen beim Überraschungsteam Mainz 05 belohnt und durfte im San Siro anstelle von Kleindienst von Beginn an ran. Burkardt war bei der qualitativ hochwertigen Innenverteidigung aber bestens aufgehoben und fand keine Bindung zum Spiel. Wäre dennoch fast als Knipser in Erscheinung getreten, nachdem Mainz-Kollege Amiri ihn im Strafraum mit einer flachen Hereingabe von rechts bedient hatte. Di Lorenzo verhinderte das zwischenzeitliche 1:1 aber mit einer leidenschaftlichen Grätsche. Der Youngster musste nach der Halbzeit in der Kabine bleiben.
Note: 4
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Jamal Musiala, Tim Kleindienst und Leon Goretzka (v.l.n.r.) jubeln gegen Italien
Fotocredit: Getty Images
Tim Kleindienst (ab 46.): Kam, sah und traf. Nur wenige Augenblicke nach seiner Einwechslung veredelte der Gladbacher eine tolle Kimmich-Flanke per Kopf. Ansonsten fiel der Mittelstürmer besonders als Arbeiter und Beinahe-Eigentorschütze (78.) auf. Insgesamt blieb aber ein positiver Eindruck. Job erfüllt!
Note: 2,5
Nico Schlotterbeck (ab 46.): Bekam - anders als Raum - Politano sofort mit den ersten Aktionen in den Griff. Schlotterbeck zeigte prompt nach seiner Hereingabe die obligatorische "Giftigkeit" und eroberte etliche Bälle im Gegenpressing. Schlotterbeck gewann vier seiner fünf direkten Duellen und setzte zwei erfolgreiche Tacklings. Eine Empfehlung für die Startelf.
Note: 2,5
Jamie Leweling (ab 66.): Ersetzte den fleißigen Amiri und reihte sich nahtlos ein. War vor allem in der Defensive gefordert.
Note: 3,5
Karim Adeyemi (ab 82.): Acht Minuten vor dem Ende für Sané eingewechselt - und ähnlich glücklos unterwegs.
Ohne Note
Robert Andrich (ab 90.): Kam in der Schlussphase und half mit seiner körperlichen Präsenz dabei, den Sieg über die Ziellinie zu retten.
Ohne Note
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Rüdiger will Titel: "Haben bei der EM Blut geleckt"
Quelle: Perform
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