Nations League: Deutschland verpasst erfolgreichen Jahresabschluss - Ungarn verwandelt VAR-Elfer mit dem Schlusspfiff

Die deutsche Nationalmannschaft hat einen Sieg zum Jahresabschluss knapp verpasst: Gegen Ungarn kam das DFB-Team, das bereits vor der Partie als Sieger der Nations-League-Gruppe A3 festgestanden hatte, nicht über ein 1:1 hinaus. Liverpool-Star Dominik Szoboszlai verwandelte in der neunten Minute der Nachspielzeit einen Handelfmeter, nachdem Felix Nmecha Deutschland in Front gebracht hatte (76.).

Nagelsmann zieht Bilanz: "Glaube, dass da viel entstehen kann"

Quelle: Perform

Julian Nagelsmann diskutierte vergeblich mit dem Schiedsrichter, seine B-Elf stand bedröppelt auf dem Platz herum. Der Abschluss des berauschenden EM-Jahres hatte für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen faden Beigeschmack.
Wegen eines späten Handelfmeters des früheren Leipzigers Dominik Szoboszlai hat sie sich nach Monaten voller Begeisterung und Euphorie im letzten Länderspiel 2024 mit einem enttäuschenden 1:1 (0:0) in Ungarn von den zurückeroberten Fans verabschiedet.
"Boah, die Hand ist an seinem Körper", schimpfte Torschütze Felix Nmecha im ZDF. "Da haben wir wieder das Handproblem. Er kriegt den Ball mit 100 Kilometer dran", polterte Robert Andrich: "Das trübt es, trotzdem können wir mit dem Jahr zufrieden sein."
Ohne Stars wie die eine Stunde lang geschonten Zauberfüße Jamal Musiala und Florian Wirtz fehlten trotz Dominanz der Glanz und die letzte Gier.

Tor-Debütant Nmecha lässt DFB-Elf jubeln

Kai Havertz traf nur den Pfosten (63.). Nach dem ersten Länderspieltor von Startelfdebütant Nmecha (76.) kam Hoffnung auf den elften Sieg im 15. Spiel des EM-Jahres auf, doch Szoboszlai (90.+9.) glich nach einem Handspiel von Robin Koch per Panenka-Elfer aus. Der starke Torhüter Alexander Nübel hatte das Nachsehen. Immerhin blieb es bei der einzigen Niederlage im Viertelfinale des so mitreißenden Heimturniers gegen Spanien (1:2 n.V.).
Der Bundestrainer brachte aus Rücksicht auf die Vereine im Puskas-Stadion im Vergleich zum furiosen 7:0 gegen Bosnien und Herzegowina gleich neun Neue - der Gruppensieg und der damit verbundene Einzug ins Viertelfinale waren ja schon sicher. Bei der Auslosung der ersten K.o.-Runde am Freitag warten Italien, Kroatien und Dänemark als mögliche Gegner für den 20. und 23. März. Wirtz fehlt im Hinspiel auswärts gelbgesperrt.
Nagelsmann überreichte seinem Kollegen Marco Rossi vor dem Anpfiff ein DFB-Trikot mit Genesungswünschen für seinen Hoffenheimer Ex-Spieler Adam Szalai. Der Athletikcoach befindet sich nach seinem Kollaps am vergangenen Samstag auf dem Weg der Besserung.

Sand im Deutschen Getriebe

Joshua Kimmich beschäftigte sich da schon mit der Aufstellung. "Sie haben es verdient", sagte der Kapitän über die Neuen und betonte: "Ich bin überzeugt, dass wir keinen großen Qualitätsabfall haben werden." Doch das war ein Trugschluss, des Münchners, der neben Andrich als einziger in der Startelf verblieben war. Gegen den massiven ungarischen Defensivriegel wäre Kombinationsspiel und Passschärfe gefragt gewesen, doch da haperte es.
Der sogenannte "Schattenkader" sollte laut Nagelsmann genau wie die Stammelf "zeigen, wie wichtig es ihnen ist, dass wir die deutsche Nationalmannschaft sind". An Einsatz und Bereitschaft mangelte es nicht, wohl aber an der Konzentration und teils auch an der Qualität. Nach einem Ballverlust von Julian Brandt hatte der Berliner Andras Schäfer die Führung auf dem Fuß, doch Torwart Nübel war da (24.).
Nagelsmann schimpfte. Die 20 Minuten Anlaufzeit, die er seinem neuformierten Team zugestanden hatte, war verstrichen, flüssiger wurde es nicht. Die Offensive kam über Ansätze nicht hinaus und vor allem: nicht hinter die Abwehrkette. Dem deutschen Spiel fehlte die Tiefe, auch ein Freistoß von Benjamin Henrichs (30.) brachte nichts ein.

Havertz ans Gebälk, Nübel glänzend

Nach einem nicht geahndeten Foul an Serge Gnabry und einer Unachtsamkeit von Kimmich musste Nübel gegen Zsolt Nagy abermals retten (39.). "Es stockt im letzten Drittel", monierte ZDF-Experte Per Mertesacker, "und wir kriegen Konter, die gefährlich sind."
Robin Gosens für Kimmich mit Wiederanpfiff war ein vorher abgesprochener Wechsel. Der Italien-Legionär hatte nach einer Ablage von Gnabry die bis dahin beste Chance (50.). Ein Treffer von Brandt zählte wegen einer Abseitsposition nicht (60.).
Nagelsmann hatte genug gesehen und brachte "Wusiala" sowie Havertz. Nach Musialas Hereingabe traf Havertz Aluminium, wenig später war Nübel nach einem Andrich-Lapsus gegen Barnabas Varga zur Stelle (67.). Das Spiel wurde offener. Ungarn löste seine Fesseln, die DFB-Elf drängte. Nach einer Wirtz-Ecke wurde Nico Schlotterbecks Kopfball abgewehrt, Nmecha traf per Abstauber.
(SID)
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Kuriosum: Dänemark-PK endet nach 20 Sekunden

Quelle: Perform


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