Deutschland vs. Rumänien - Drei Dinge, die auffielen: DFB-Team unter Hansi Flick im Aufwind
Publiziert 08/10/2021 um 23:44 GMT+2 Uhr
Die deutsche Nationalmannschaft hat mit einem knappen 2:1-Sieg gegen Rumänien einen wichtigen Schritt Richtung WM in Katar getan. Zwar lag das Team von Bundestrainer Hansi Flick gegen den Außenseiter zurück, drehte das Spiel aber aufgrund zweier nicht zu unterschätzender Attribute. Außerdem war ein eklatanter Unterschied zur Spielweise unter Joachim Löw erkennbar. Drei Dinge, die auffielen.
La Germania festeggia il gol di Muller
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Hansi Flick klatschte erleichtert in die Hände, Matchwinner Thomas Müller nahm die Gratulationen seiner Mitspieler ohne große Emotionen entgegen: Nach dem hart erkämpften 2:1 (0:1)-Arbeitssieg in der WM-Qualifikation gegen Rumänien überwog bei der deutschen Nationalmannschaft die Erleichterung. Die Aufbruchstimmung ist nicht verflogen und das WM-Ticket zum Greifen nah.
Durch den hart erkämpften Sieg ist für Flick der Startrekord von Vorgänger Joachim Löw (fünf Siege) weiter möglich und das Tor zur WM 2022 in Katar offen. Schon im nächsten Qualifikationsspiel am kommenden Montag (20:45 Uhr im Liveticker) in Nordmazedonien könnte Deutschland das Ticket zur WM 2022 vorzeitig buchen.
Vor 25.000 Zuschauern im Volksparkstadion hatte Ianis Hagi, der Sohn von Rumäniens Fußball-Ikone Gheorghe Hagi, bereits in der neunten Minute das 0:1 und damit das erste Gegentor in der Flick-Ära erzielt. Serge Gnabry traf mit seinem 20. Länderspieltor zum 1:1 (52.), ehe Thomas Müller den Sieg herstellte (81.).
Drei Dinge, die uns auffielen.
1. Frische Brise nein, Aufwind ja
"Frische Brise" - unter diesem Claim, der von den Fans in Hamburg mit einer Choreografie vor dem Anpfiff präsentiert wurde, stand das WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Rumänien.
Am Ende war klar: Richtig erfrischend war es nicht, was das DFB-Team bot. Dafür war die Restverteidigung bei Kontern zu fahrig, in der Offensive der finale Pass oft zu unpräzise und einige Stars wie Timo Werner in schwacher Verfassung. Es musste lange um den Sieg gezittert werden, doch immerhin war der Aufwind unter Bundestrainer Hansi Flick weiterhin erkennbar.
Für ihn war es der vierte Sieg im vierten Spiel - die Qualifikation für die WM in Katar ist im Grunde nur noch Formsache. Der Erfolg gegen die tief stehenden Rumänen war ein Resultat von Geduld, Cleverness und dem nötigen Vertrauen in die eigene Stärke. "Wir haben viel Leidenschaft in das Spiel gesteckt", stellte Kapitän Joshua Kimmich fest. Dieser Moralleistung gebührt Respekt.
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Thomas Müller schießt das 2:1 gegen Rumänien
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"Wir haben viel probiert. Umso schöner war es, dass wir uns belohnen konnten. Als das 2:1 fiel, war eine Explosion da. Wir haben eine Verbindung zu den Fans gespürt", stellte Siegtorschütze Thomas Müller fest und fügte an: "Es ist wichtig, dass wir jetzt wissen, dass wir uns bei Rückstand weiter vertrauen können."
Im Gegensatz zum Stil unter Löw war das die definitiv entscheidende Erkenntnis an diesem Freitag. Das DFB-Team blieb jederzeit aktiv, hungrig und erhielt den Druck auf das gegnerische Tor aufrecht. Das 2:1 wurde erzwungen.
"Die Mannschaft hat gefightet, die Zuschauer sind mitgegangen. Das ist das, was wir gewollt haben", lobte Flick, dessen Ziel es ist, vor allem die Begeisterung für das DFB-Team wieder zu erwecken. Bis dahin ist wohl noch das eine oder andere Feuerwerk nötig. Lichtblicke gibt es immerhin schon.
2. Gnabry ist richtig wichtig
30 Spiele für die deutsche Nationalmannschaft und mittlerweile 20 Tore: Serge Gnabry hat sich zu einem wichtigen Eckpfeiler, wenn nicht sogar dem wichtigsten, gemausert. Der "Chefkoch" liefert einfach. Die Bilanz stellt das eindrucksvoll unter Beweis. Mit seinen 20 Toren in seinen ersten 30 Länderspielen hat sich Gnabry hinter den DFB-Legenden Gerd Müller (36), Klaus Fischer (23) und Fritz Walter (21) auf Rang vier eingereiht.
"Er hatte viele gute Aktionen. Die Trefferquote ist Wahnsinn. Gnabry ist immer dabei, weil er seine Leistung bringt", konstatierte TV-Experte Lothar Matthäus bei "RTL".
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Jonas Hofmann (li.) und Serge Gnabry (re.) im Spiel gegen Rumänien
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Symptomatisch für die Stärke von Gnabry war sein Treffer aus der Distanz zum 1:1 gegen Rumänien in der 52. Minute: Der 26-Jährige hat zuletzt vor allem unter Flick beim FC Bayern gelernt, vor dem Tor an sich zu glauben. Flick wurde nicht müde, Gnabry zu erklären, er solle mehr Mut zeigen. Gleichzeitig redete er ihn stark. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann führte das fort.
Gnabry zahlt das Vertrauen mit Treffern zurück. Oftmals hatte er in der Vergangenheit aus aussichtsreichen noch den vermeintlich besser postierten Kollegen gesucht, doch schon seit einigen Monaten vertraut er seinen herausragenden Qualitäten. Sein Schuss ist präzise und hart. Mit seinem Antritt hängt er auf den entscheidenden Metern selbst schnelle Außenverteidiger ab. Damit ist er definitiv richtig wichtig für die deutsche Nationalmannschaft.
3. Wo ist Terodde?
Ein Spruch auf einem Pappschild eines Fans, präsentiert in der ersten Halbzeit und eingefangen mit den TV-Kameras, brachte das Dilemma treffend auf den Punkt. "Hey Hansi, wo ist Terodde?", stand dort geschrieben.
Der ironische Ruf nach Simon Terodde, dem Zweitliga-Rekordtorschützen, der aktuell in Diensten von Schalke 04 steht, erzeugte ein großes Echo in den sozialen Netzwerken und sicher auch auf so manchem Sofa in Deutschland.
Mit 33 Jahren wird Terodde zwar sicher nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen, aber ein Typ wie er es ist - ein echter Mittelstürmer mit unbändigem Torhunger - hätte dem DFB gut getan in einer Phase, in der vorne gar nichts lief.
Der Eindruck, dass Werner eben keine echte "Neun" ist, besteht schon länger und verhärtete sich an diesem Abend im Volksparkstadion. Der Chelsea-Star (null Torschüsse) zeigte eine äußerst dürftige Leistung gegen Rumänien.
Die bis auf den Schuss von Gnabry zum 1:1 insgesamt halbherzigen Abschlüsse erlaubten Gedankenspiele, wie die deutsche Mannschaft wohl mit einem Stürmer wie Harry Kane, Romelu Lukaku oder Robert Lewandowski agieren würde. Kombinationen waren da, Ballbesitz genauso wie scharfe Querpässe von der Grundlinie aus - nur ein Vollstrecker fehlte eben.
Das Team von Flick will vor allem begeistern, doch dazu gehören zwingend Tore. Mit U21-Nationalspieler Lukas Nmecha befindet sich ein ambitionierter Angreifer im Blickfeld. Es wäre keine Überraschung, wenn Flick ihn künftig verstärkt einbauen würde. Mit 22 Jahren ist er schließlich auch etwas jünger als Terodde.
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Quelle: Perform
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