Eurosport
Hansi Flick auf der Suche nach der echten Nummer neun für Deutschland: "Du brauchst einen Killer"
Von
Publiziert 06/10/2021 um 15:11 GMT+2 Uhr
Das Fehlen eines echten Mittelstürmers ist für die Nationalmannschaft seit Jahren ein Problem. Bundestrainer Flick spricht von einer "gemeinsamen Aufgabe des gesamten deutschen Fußballs und seiner Talentförderung, dass wir uns dieses Themas annehmen". Als einstiger Bayern-Coach weiß er am besten, dass ein echter Torjäger wie Robert Lewandowski die Titeljagd wesentlich erleichtert.
Timo Werner über seine erste Saison in England
Fotocredit: SID
Timo Werner umdribbelt lässig zwei Stangen, an der dritten aber bleibt er plötzlich hängen. Die Szene vom DFB-Training ist keineswegs symptomatisch für die jüngsten Auftritte der Nummer 9, die unter Hansi Flick in allen drei Länderspielen getroffen hat. Und doch ist auch Werner nicht der klassische Mittelstürmer, den die DFB-Elf schon seit dem Rücktritt von Miroslav Klose 2014 vermisst.
"Du brauchst einen Killer vorne drin", sagte auch der einstige Goalgetter Mario Gomez dem "SID". Und das frühere Hamburger Sturm-Idol Horst Hrubesch betonte: "Man benötigt auch mal die Brechstange."
Doch die hat Flick nicht zur Verfügung. Der Verband hatte deshalb unter der Leitung des ehemaligen U21-Trainers Stefan Kuntz und dessen damaligen Assistenten Antonio Di Salvo ein "Stürmerprojekt" initiiert.
Das Duo fand heraus, dass 85 Prozent der Tore in einer "Goldenen Zone" zentral zwischen Torlinie und Elfmeterpunkt erzielt werden - dem klassischen Jagdgebiet von Lewandowski und Co.
Hrubesch: Stürmer-Problem beginnt in den Vereinen
Im Nachwuchsbereich werden seither Abschlüsse in diesem Bereich unter Zeitdruck trainiert - mit dem Blick auf den Ball, nicht aufs Tor, wie es die großen Stürmer tun. Außerdem, sagte Di Salvo, "haben wir erkannt, dass wir Spieler individuell noch mehr fördern müssen". Im Junioren-Bereich, aber auch im A-Team. Zu diesem Zweck hatte Flicks Vorgänger Joachim Löw zwischenzeitlich Klose als Stürmercoach zurückgeholt.
Einen neuen Sturmtank konnte auch der Rio-Weltmeister nicht backen. Auch, weil das Problem laut Hrubesch schon in den Klubs beginnt.
"Viele Vereine haben das Augenmerk eher auf kleine, flinke Spieler gelegt", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe, "für Pressing und schnelles Umschaltspiel benötigt ein Trainer schnelle Profis, deswegen kommen große Stürmer etwas zu kurz."
Gomez lobt Flicks Umgang mit DFB-Sturm
Was also ist zu tun? Gomez sagte:
Der Bundestrainer setzt ganz auf die Flexibilität seines Personals. "Was ist der typische Mittelstürmer? In Deutschland war es immer Horst Hrubesch. War Gerd Müller der typische Mittelstürmer? Er war Torjäger. Das ist für mich entscheidend", sagte er dem "SID".
Flick lobt hier Werners "gute" Bilanz von immerhin 19 Toren in 45 Länderspielen, aber auch Youngster Karim Adeyemi "weiß in der Box, wie man Tore erzielt". Zudem habe er in Serge Gnabry, Thomas Müller, Leroy Sané, Marco Reus oder Jamal Musiala "in der Offensive genug Spieler, die Tore erzielen können". Gomez nennt noch den Wolfsburger Lukas Nmecha als einen Angreifer, der "über kurz oder lang beim DFB landen" werde. Das gilt sicher auch für Dortmunds Ausnahmetalent Youssoufa Moukoko.
Werner prophezeit daher, dass die DFB-Elf "auf lange Sicht keine Probleme haben wird, Tore zu schießen". Allerdings, betonte er, "muss uns bewusst sein, dass jede Chance zählt". Hängen zu bleiben ist auf Dauer keine Option.
Das könnte Dich auch interessieren: Bierhoff gegen WM im Zweijahres-Rhythmus: "Belastung der Spieler"
(SID)
/origin-imgresizer.eurosport.com/2021/10/05/3232127-66159808-2560-1440.png)
Football : Player arrested after kicking referee's head in Brazil
Quelle: Eurosport
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung