Michael Zorc wusste, worauf er sich einlässt.
Als der Manager von Borussia Dortmund im Januar des Jahres 2020 den Transfer des in ganz Europa begehrten Stürmers Erling Haaland von RB Salzburg zum BVB perfekt machte, war ihm klar, welch außergewöhnliches Talent dieser besaß.
Vielleicht sogar wusste der erfahrene Funktionär, dass der Spieler seinem Klub irgendwann einmal entwachsen würde. Ob er in dieser rasenden Geschwindigkeit damit rechnete, darf aber bezweifelt werden.
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27/03/2021 AM 13:07
Denn nach nur eineinhalb Haaland-Jahren in Dortmund hat sich eine seltsame Gemengelage entsponnen. Der Verein kämpft nach einem durchwachsenen Saisonverlauf darum, irgendwie noch die Qualifikation zur Champions League klarzumachen.
Während der norwegische Wunderstürmer eine Weltklasseleistung an die nächste reiht und in 49 Pflichspielen für die Borussia ebensoviele Tore erzielt hat. Seinen Anspruch, Jahr für Jahr in der Königsklasse spielen zu wollen, betont er derweil gebetsmühlenartig.
Sollte der BVB nicht also mindestens Vierter werden, dürfte es eng werden, was einen Verbleib des Norwegers angeht. Wenn es nicht längst zu spät ist.

Mino Raiola

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Haaland-Berater Raiola hinterfragt Wechsel zum BVB

Das jedenfalls legen Berichte aus Spanien nahe.
So berichtet "Cuatro", Haaland habe Zorc und Co längst mitgeteilt, dass er den Verein im kommenden Sommer verlassen wolle. Und dass, obwohl eine zusätzlich zum bis 2024 datierten Vertrag, per Handschlag ausgemachte Ausstiegsklausel erst im Sommer 2022 greifen sollte.
Der Grund ist offensichtlich.
"Erling ist seiner eigenen Entwicklung voraus. Er hat sich schneller entwickelt, als man es erwarten konnte", sagte Mino Raiola zu "The Athletic". Der Berater des Norwegers hinterfragt sogar seine eigene Entscheidung.
"Vielleicht war ich zu vorsichtig, als ich ihm riet, von Salzburg erst nach Dortmund zu gehen anstatt sonstwo hin". Ohnehin könne sein Klient "schon jetzt bei jedem Klub der Welt spielen". So viel sei mal klar. "Er ist längst auf diesem Level. Und das hätte er auch schon letztes Jahr machen können."

Familie Haaland soll Haus in Spanien gekauft haben

Haaland wurde im Grunde seit seiner Ankunft am Signal Iduna Park laufend mit großen Klubs aus dem In- und Ausland in Verbindung gebracht. Real Madrid, FC Barcelona sowie zahlreichen Premier-League-Topklubs wie FC Liverpool, FC Chelsea und Manchester City.
Praktisch alle haben den Namen des 20-Jährigen ganz oben auf der internen Einkaufsliste notiert.
Besonders die Gerüchte über einen Wechsel nach Spanien erhalten nun neue Nahrung. Wie "Cuatro" berichtet, soll sich die Familie Haaland bereits ein Haus in Marbella gekauft haben. Das plauderte der Bürgermeister der Stadt Ángeles Muñoz nun ganz unverblümt aus.
In Marbella hält sich Haaland gerade mit der norwegischen Nationalmannschaft auf. "Unsere Stadt hat ihm die Türen nach Spanien geöffnet. Seine Zukunft wird hier liegen", so Muñoz.

Real Madrid wohl in der Pole-Position

Das passt zu dem, was rund um die Personalie Haaland seit Monaten zu hören ist.
So soll der Norweger die absolute Wunschbesetzung von Real Madrid für die Sturmmitte sein. Er soll - möglichst gemeinsam mit Kylian Mbappé - eine neue Ära begründen.
Kontakt mit dem Spieler haben die Königlichen schon vor Jahren aufgenommen, was nun einen Vorteil gegenüber Klubs wie Barcelona bedeutet. Barça müsste zusätzlich noch jede Menge Stars verkaufen, um das Geld für Haaland aufzubringen.
Es riecht also nach Real. Wenn nicht in diesem Sommer, dann in einem Jahr. Nach spanischen Medienberichten wartet Madrids Präsident Florentino Pérez nur auf ein Zeichen aus Dortmund, dann sollen die Verhandlungen aufgenommen werden.

Erling Haaland

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Fall Haaland: Wie reagiert der BVB?

Ausgemacht ist die Sache deshalb aber noch lange nicht.
Laut "ESPN" möchten die Schwarz-Gelben in der Causa Haaland eine ähnlich klare Kante zeigen wie im vergangenen Sommer bei den Verhandlungen zwischen Jadon Sancho und Manchester United.
Damals forderte der BVB 110 Millionen Euro für den Engländer und zeigte sich auch nicht verhandlungsbereit. Am Ende scheiterte der Abgang des englischen Nationalspielers.
Laut Raiola ist der finanzielle Druck auf die Vereine aber mittlerweile durch die Coronakrise deutlich höher, was diese Taktik im kommenden Sommer aus Dortmunder Sicht weniger wahrscheinlich macht. Trotzdem soll sich der BVB intern auf ein 180-Millionen-Euro-Preisschild für Haaland festgelegt haben.
Das wäre die zweithöchste jemals gezahlte Ablösesumme.
"Manchmal ist es im besten Interesse des Spielers, zu bleiben, wenn jeder einen Wechsel erwartet oder zu wechseln wenn alle rufen, er müsse jetzt bleiben", meint Raiola noch vielsagend. Er könne das entscheiden, schließlich habe er 25 lange Jahre Erfahrung in diesem Geschäft.
Irgendwann - so viel ist klar - wird die Haaland-Seite dem BVB eine Entscheidung mitteilen. Spätestens dann weiß man in Dortmund, dass man zu klein geworden ist für Erling Haaland.
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