Im Spitzenspiel gegen den Tabellenführer Türkei setzte Louis van Gaal wieder auf Virgil van Dijk und Daley Blind in der Verteidigung. Zudem erhielt Steven Bergwijn den Vorzug gegenüber Cody Gakpo.
Bei den Gästen aus der Türkei kehrten nach dem souveränen 3:0 über Gibraltar einige Leistungsträger in die Startelf zurück: So begannen Merih Demiral, Cengiz Ünder, Burak Yilmaz, Hakan Calhanoglu, Okay und Kenan Karaman, die allesamt gegen das Schlusslicht wenig oder gar nicht zum Einsatz kamen.
Das Spiel begann für die Hausherren mit einem Traumstart: Nach einem traumhaften Doppelpass zwischen Davy Klaassen und Memphis Depay erzielte der Ex-Bremer schnell das 1:0 (1.). Dieses frühe Tor ließ die Brust der ohnehin vor Selbstvertrauen strotzenden Niederländer noch breiter werden. Immer wieder spielten sich Depay und Klaassen gefährlich durch die Abwehrreihe der Türken. Eine solche Ko-Produktion brachte auch das 2:0. Dieses Mal bediente Klaassen Depay, der einen Weltklasse-Angriff veredelte (16.)
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Oranje zeigte im 4-3-3 ein ganz starkes Spiel, während der Spitzenreiter überhaupt nicht ins Spiel fand und teilweise regelrecht überfordert war mit dem schnellen Kombinationsspiel des Gegners. Depay ließ sich immer wieder aus der Sturmspitze fallen und fungierte so als erste Anspielstation bei der Gastgebern. Die Türkei machte nicht viel falsch, doch Klaassen und Depay bekam man in den ersten 45 Minuten nicht in den Griff. So wurde es noch schlimmer: Nach einem Foul an Klaassen gab es Elfmeter, Depay verwandelte im Panenka-Stil zum 3:0 (38.). Es wurde noch schlimmer für die Gäste, die ab der 44. Minute in Unterzahl spielen mussten: Caglar Söyüncü kam gegen Depay zu spät und wurde mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.
Die Türken kamen sehr motiviert aus der Kabine und wollten merklich Schadensbegrenzung betreiben, mussten jedoch schnell den nächsten Nackenschlag hinnehmen: Memphis Depay schnürte den Dreierpack und stellte auf 4:0 (54.). Die Messe war gelesen, Oranje ließ im weiteren Lauf Ball und Gegner laufen, die Türkei ließ sich jedoch nicht hängen und hielt im Rahmen ihrer Möglichkeiten noch dagegen. Neben Söyüncü holten sich auch Kökcü und Ozan Kabak ihre zweite Gelbe Karte und fehlen im nächsten Spiel gegen Norwegen.
Die Niederlande zeigte sich weiter torhungrig und kam durch den Ex-Freiburger Guus Til (80.) sowie den Dortmunder Donyell Malen (90.) zum 6:0. Das letzte Wort hatten jedoch die Gäste, die durch Cengiz Ünder noch zum Ehrentreffer kamen (90.+2).
Oranje hat mit diesem Kantersieg die Tabellenführung in der Gruppe G übernommen, Norwegen liegt punktgleich mit 13 Punkten auf dem 2. Platz, die Türkei befindet sich mit elf Zählern weiterhin im Rennen um die begehrten Tickets nach Katar.

Das fiel auf: Von wegen defensiv - Oranje begeistert mit Offensivspektakel

Die Frage des Journalisten, ob die Niederlande wieder defensiv im 5-3-2 spielen werde, war durchaus berechtigt, auch wenn er sich dadurch von Louis van Gaal sehr viel Kritik einhandelte. Doch der 70-jährige Bondscoach ließ seinen angriffslustigen Worten auch Taten folgen. Die Oranje spielte von Beginn an wie entfesselt und stellte die Gäste schon ab der 1. Minute vor große Probleme. Allen voran Memphis Depay und Davy Klaassen spielten ganz stark zusammen und waren an den ersten drei Treffern direkt beteiligt. Es ist lange her, dass man solch eine offensivstarke und spielfreudige niederländische Mannschaft gesehen hat. Das enge Match, das alle Beteiligten im Vorfeld erwartet hatten, ging von Beginn an nur in eine Richtung.

Tweet zum Spiel:

Doppelpass, Doppelpass, Panenka-Elfmeter: Die Treffer im ersten Durchgang waren traumhaft, hätten besser nicht herausgespielt werden können. Allen voran der Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 durch Memphis Depay war schlichtweg überragend und zum Zunge schnalzen. Aber sehen und staunen Sie selbst.

Die Statistik: 54

Mit viel Spannung und großen Erwartungen gingen beide Teams in dieses Spitzenspiel der Gruppe G. Allerdings sollte es keine Minute dauern, ehe die Niederländer das Schützenfest starteten. Der Ex-Bremer Davy Klaassen erzielte nach exakt 54 Sekunden das 1:0 nach schöner Kombination mit Memphis Depay. Die Türkei kam gewillt aus der Pause, doch eben jener Memphis Depay sorgte mit dem 4:0 wohl bei den größten Pessimisten für Erleichterung – in der 54. Minute.
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