Wegen Ausschlüssel bei Paralympics und Fußball-WM: Russland zieht vor Internationalen Sportgerichtshof CAS

Russland will seinen Platz im Weltsport vor Gericht einklagen. Nach zahlreichen Ausschlüssen durch internationale Verbände als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine kündigten russische Vertreter in zwei Fällen den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS an: Der Ausschluss von den am Freitag beginnenden Winter-Paralympics soll dort ebenso angefochten werden wie die Sperre im Weltfußball.

Artem Dzyuba

Fotocredit: Getty Images

Zunächst kündigte Sportminister Oleg Matyzin laut der russischen Nachrichtenagentur TASS eine Klage an, über die der CAS "noch vor der Eröffnungsfeier" der Paralympics in Peking am Freitag befinden solle.
Der vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) auferlegte Bann sei "eine eklatante Verletzung der Athletenrechte", sagte Matyzin, überdies "eine Manipulation der Olympischen Charta und der Menschenrechte zur Verfolgung politischer Ziele". Die Klage solle sich "gegen die Diskriminierung von Sportlerinnen und Sportlern aufgrund ihrer Herkunft und gegen politischen Druck" richten.
Das IPC hatte erst am Donnerstagmorgen eine kaum mehr erwartete Kehrtwende vollzogen. Nachdem der Dachverband noch am Mittwoch beschlossen hatte, Russen und Belarussen als neutrale Athleten unter paralympischer Flagge starten zu lassen, folgte mit dem Komplettausschluss von 83 Sportlern und Sportlerinnen die Rolle rückwärts - weil die ursprüngliche Entscheidung für internationale Entrüstung gesorgt hatte.
Am Nachmittag meldete sich dann Russlands Fußballverband zu Wort: Auch gegen den Ausschluss von der WM im Winter in Katar und sämtlichen internationalen Wettbewerben soll Einspruch eingelegt werden.

Verband sieht "keine Rechtsgrundlage"

Russlands Nationalmannschaft hätte am 24. März in den WM-Play-offs gegen Polen antreten sollen. Am Montag wurde das Land jedoch vom Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union UEFA von allen Wettbewerben ausgeschlossen.
Der russische Verband werde nun die Wiederaufnahme aller Männer- und Frauennationalteams in alle Wettbewerbe fordern, und zudem beim CAS ein "beschleunigtes Verfahren" in dieser Angelegenheit beantragen. Gegner Polen hatte bereits angekündigt, in den Play-offs auf keinen Fall gegen Russland anzutreten.
Aus Sicht des Verbandes liege für die Entscheidung von FIFA und UEFA "keine Rechtsgrundlage" vor. Der Beschluss sei "unter dem Druck" der gegnerischen Verbände getroffen worden, zudem habe man seine eigene Position nicht darlegen dürfen. Die Fußball-WM findet vom 21. November bis 18. Dezember in Katar statt.
(SID)
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