Bundestrainer Julian Nagelsmann bricht sein Versprechen: Laues Lüftchen statt frischer Wind beim DFB

Als Julian Nagelsmann die deutsche Nationalmannschaft 2023 von Hansi Flick übernahm, trat er mit dem Versprechen an, die Fans zurück auf die Seite des DFB-Teams zu holen - mit Leidenschaft und den "deutschen Tugenden", Emotionalität auf und neben dem Platz. Nach der blamablen 0:2-Niederlage in der Slowakei wirkt es jedoch, als hätte der Bundestrainer sein Wort bereits gebrochen.

Peinlich! DFB-Elf blamiert sich in der Slowakei

Quelle: Perform

"Wenn wir mal bei ganz einfachen Dingen, bei der Emotionalität anfangen, war der Gegner uns einfach meilenweit von der ersten bis zur letzten Minute überlegen, das ist Fakt."
Rumms. Julian Nagelsmann war die Wut im Bauch anzusehen und anzuhören. Der 38-Jährige wirkte ob des blutleeren Auftritts seines Teams bei der 0:2-Pleite in Bratislava ungewohnt endgültig: "Wenn wir diese Emotionalität nicht hinkriegen, dann kann man das Buch zu machen, weil dann spielt Qualität keine Rolle."
Das Problem: Erst einen Tag vor dem Spiel in der Slowakei hatte Nagelsmann auf der Pressekonferenz öffentlich "die volle Überzeugung" und "Commitment von allen" gefordert.
Davon war auf dem Rasen beim Auftakt der WM-Qualifikation nur leider gar nichts zu sehen.
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Julian Nagelsmann auf der Pressekonferenz nach der Niederlage in der WM-Qualifikation in der Slowakei

Fotocredit: Getty Images

Und noch schlimmer: Weder der Bundestrainer, noch seine Akteure selbst wussten nach dem Spiel, warum die - bei allem Respekt - kleine Fußballnation Slowakei in Sachen Emotionalität der DFB-Elf am Donnerstagabend so haushoch überlegen war.

Tah und Co. überrascht: Wo bleibt die Mentalität?

Fast schon erschreckend wirkten da die Aussagen von Abwehrspieler Jonathan Tah. Man habe gewusst, dass der Gegner gegen den dreimaligen Weltmeister hochmotiviert antreten würde, meinte der.
Eher deutete der Neu-Münchner ein Mentalitätsproblem an: "Das müssen wir aufarbeiten und dabei ehrlich mit uns selbst sein. Es war für uns alle sehr überraschend, dass das Spiel so gelaufen ist. Das ist nicht unser Anspruch."
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Deutschland kassiert gegen die Slowakei das 2:0

Fotocredit: Getty Images

Übersetzt könnte man Tah und seinen Kollegen unterstellen, die Partie auf die leichte Schulter genommen zu haben. Die krachende Realität ist allerdings, dass die DFB-Elf weit entfernt von der Weltspitze ist.

Nagelsmanns Weltmeister-Forderung fällt ihm auf die Füße

Darüber kann auch der Viertelfinaleinzug bei der Europameisterschaft im vergangenen Jahr nicht hinwegtäuschen. Getragen vom Heim-Publikum konnten die Defizite der Mannschaft dort noch kaschiert werden.
Grund genug für Nagelsmann, sich nach dem Aus gegen Spanien hinzustellen und zu behaupten: "Dann werden wir eben Weltmeister." Nun droht allerdings schon in der Qualifikation für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko der Super-GAU.
Denn die Bilanz von Nagelsmann liest sich nicht gerade rosig: In der Slowakei kassierte er die sechste Niederlage im 24. Spiel. Zwölf Siegen stehen nun sechs Unentschieden und sechs Pleiten gegenüber.
Hinzu kommt, dass die letzten drei Länderspiele hintereinander verloren gingen. In der Nations-League-Endrunde bekam man in Heim-Spielen gegen Portugal (1:2) und Frankreich (0:2) die Grenzen aufgezeigt.

Flick musste nach drei Niederlagen in Folge gehen

Mal zum Vergleich: Nagelsmanns Vorgänger Hansi Flick wurde nach drei Niederlagen in Folge im Herbst 2023 entlassen. Damals hießen die Gegner allerdings Polen (0:1), Kolumbien (0:2) und Japan (1:4).
Dennoch schwant auch dem aktuellen DFB-Coach Böses. Nagelsmann weiß, dass er an seinen eigenen Worten gemessen wird. Die Weltmeister-Forderung droht, für ihn zum Bumerang zu werden.
Noch gibt sich der 38-Jährige allerdings kämpferisch: "Ja, das Ziel ist nach wie vor das gleiche. Es zu ändern, wäre unglaubwürdig. Aber natürlich stehe ich heute nicht überragend gut da, das weiß ich. Wir haben die Worte nicht gefüttert als Gruppe, das muss ich aushalten. Aber es wäre ein fatales Zeichen zu sagen, wir wollen nicht mehr Weltmeister werden. Mir ist aber bewusst, dass man das nicht alles locker abschütteln kann."
Am Sonntag (20:45 Uhr im Liveticker) beim nächsten Qualifikationsspiel gegen Nordirland muss die Mannschaft ein anderes Gesicht zeigen. Sonst wird aus dem frischen Wind, den Nagelsmann einst versprach, schnell ein laues Lüftchen.
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Quelle: Perform


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