Drei Dinge, die bei Argentinien – Frankreich auffielen: Das beste WM-Finale der Geschichte!?
Argentinien ist zum dritten Mal in der Geschichte Weltmeister. Die Albiceleste bezwang Frankreich am Sonntagabend in einem äußerst denkwürdigen WM-Finale voller Plottwists nach Elfmeterschießen 7:5 (3:3, 2:2, 2:0). Der einmal mehr überragende Lionel Messi ist somit endlich am Ziel seiner Träume - obwohl der Fußballgott ihn lange zappeln ließ. Drei Dinge, die im Endspiel auffielen.
Lionel Messi ist Weltmeister
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Die Fußball-WM hatte sich ihr ganz großes Highlight für den Schluss aufgehoben. Und das, obwohl knapp 80 Minuten nichts auf eine derart dramatische Entwicklung hingedeutet hatte. 80 Minuten lang dominierte Argentinien die französische Auswahl nach Belieben, führte nach Toren von Lionel Messi (23.) und Ángel Di Maria (36.) verdient 2:0.
Die Équipe Tricolore, die bis dahin auf ganzer Linie enttäuscht hatte, witterte nach einem verwandelten Elfmeter von Kylian Mbappé (80.) unverhoffte Morgenluft und stellte nur wenige Augenblicke später das Geschehen gänzlich auf den Kopf. Diesmal hatte Mbappé per Volley getroffen (81.).
In der Verlängerung nahm der Final-Wahnsinn weiter seinen Lauf, erst schlug die Albiceleste in Person des überragenden Messi zurück (108.), ehe Mbappé mit dem zweiten erfolgreichen Anlauf vom Punkt (118.) seinen Dreierpack eintütete – und Frankreich ins Elfmeterschießen rettete.
Beim Showdown behielten die Südamerikaner schließlich die Nerven, Kingsley Coman und Aurélien Tchouaméni scheiterten aufseiten der Franzosen. Das vielleicht beste und aufregendste Endspiel der WM-Geschichte hatte einen würdigen Sieger gefunden.
Der goldene WM-Pokal, das Sinnbild der Erfüllung aller Fußballer-Träume, wanderte erstmals in Messis Hände, im fünften Versuch komplettierte er sein riesiges Trophäen-Puzzle um das wohl größte Stück.
Bei Les Bleus, die die Titelverteidigung nur knapp verpassten, wurden die Bundesliga-Stars indes zu tragischen Helden.
Drei Dinge, die auffielen.
1.) Der Fußballgott lässt seinen Sohn zappeln
Das Drehbuch schien eigentlich recht rund und schlüssig: Lionel Messi krönt seine herausragende Karriere bei seiner letzten Weltmeisterschaft mit dem prestigeträchtigen Pokal. La Pulga unternahm einiges, um die Skript-Vorgaben zu erfüllen. Er traf und packte sein gesamtes technisches Repertoire aus.
80 Minuten lang zweifelte niemand daran, dass der Messias, der Sohn des Fußballgottes auf Erden nach etlichen Jahren des Wartens endlich belohnt werden würde. Doch besagter Fußballgott hielt für seinen Filius doch noch eine verspätete, unverhoffte Bewährungsprobe bereit.
Messi bewältigte auch diese. Mit beeindruckender Coolness vom Elfmeterpunkt untermauerte er sein Selbstbewusstsein, dass auch unter dem neuerlichen Rückschlag in der Verlängerung ganz offensichtlich nicht gelitten hatte.
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Lionel Messi
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Als sein Teamkollege Gonzalo Montiel den entscheidenen Elfer im Tor untergebracht hatte, brachen schließlich alle Dämme. Er, dem in der GOAT-Debatte immer wieder der fehlende WM-Triumph vorgehalten wurde, war vollendet.
Als er sich den goldenen Ball, die Trophäe für den besten Spieler des Turniers abgeholt hatte, stattete er dem WM-Pokal bereits einen Besuch ab, küsste das Objekt der Begierde symbolträchtig. Wenige Minuten später stemmte er es in den katarischen Abendhimmel. "Ich wusste, dass Gott ihn mir irgendwann geben wird", sagte Messi nach dem Spiel.
Der güldene Abschluss im Dress der argentinischen Nationalmannschaft? Offenbar nicht. "Nein, ich werde nicht aus der Nationalmannschaft zurücktreten. Ich möchte in der Weltmeister-Ausgabe des argentinischen Trikots spielen", sagte er im Gespräch mit "TyC Sports".
2.) Das beste Finale der Geschichte!?
Gianni Infantino, der schon vor dem Finale nicht müde geworden war, die WM in Katar als beste aller Zeiten zu deklarieren, sah seine These nach dem Finale bestätigt. Die Weltmeisterschaft, die im Vorfeld und während ihrer Austragung für mehr negative Nebengeräusche gesorgt hatte als sämtliche Vorgängerinnen, bekam das vielleicht beste Endspiel der Geschichte.
"Die WM 2022 ist mit dem, für mich, besten Finale aller Zeiten und einem mehr als würdigen Sieger zu Ende gegangen", schrieb Ex-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger bei Twitter. England-Legende Gary Lineker lobte: "Ich bin entzückt. Das beste Spiel, das ich je gesehen habe. Das beste Team hat gewonnen." Auch David Alaba meldete sich via Twitter zu Wort: "Das beste Fußballspiel, das ich bisher vor dem TV geschaut habe. WOW!"
Freilich eine subjektive Meinung, natürlich bot die WM-Geschichte schon etliche dramatische Finalspiele. Das Endspiel im Lusail, das mit mehr Plottwists als Filme von David Fincher und mehr Drama als eine Shakespeare-Tragödie aufwartete, wird dennoch einen besonderen Platz in den Geschichtsbüchern erhalten.
Nicht nur, weil es zum Elfmeterschießen kam, nicht wegen der späten Frankreich-Tore – vor allem, weil die beiden Stars, um die sich vor dem Spiel alles gedreht hatte, ihrer Rolle mehr als gerecht wurden. Doppelpack Messi, Dreierpack Mbappé. Eine epische Pointe. Ausgerechnet bei der umstrittendsten aller Weltmeisterschaften.
3.) Bundesliga-Stars als tragische Helden
Olivier Giroud und Ousmane Dembélé waren sichtlich gefrustet, als sie noch vor der Pause (41.) Platz für Randal Kolo Muani (Eintracht Frankfurt) und Marcus Thuram (Gladbach) Platz machen mussten. Giroud verlieh seinem Ärger über die Höchststrafe mit einem Flaschenwurf auf den Boden Ausdruck.
Tatsächlich barg der Schachzug von Trainer Didier Deschamps ein gewisses Risiko. Zwei WM-Novizen anstelle zweier arrivierter Spieler? Das hätte ihm im Nachhinein auf die Füße fallen können. Doch das Wagnis zahlte sich aus. Kolo Muani und Thuram brachten gleich frischen Wind ins lahmende französische Spiel.
Zu den ganz großen Chancen kamen die beiden allerdings nicht. Erst als mit Kingsley Coman vom FC Bayern (71.) der dritte Bundesliga-Akteur kam, spielten sich Les Bleus mehr und mehr in der argentinischen Hälfte fest.
Kolo Muani holte zunächst den Elfer vor dem 1:2 heraus, nur Sekunden später eroberte Coman gegen Messi den Ball und leitete damit Thurams sehenswerte Vorlage auf Mbappé zum viel umjubelten Ausgleich ein. Das Trio hatte somit entscheidenden Einfluss auf die Wende eines längst verloren geglaubten Spiels genommen.
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Kingsley Coman
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Dabei sollte es auch in der Verlängerung und im Elfmeterschießen bleiben. Diesmal allerdings mit negativem Ausgang. In der 123. Minute, sprich der dritten Nachspielzeitminute in der Verlängerung, scheiterte Kolo Muani völlig freistehend am glänzend reagierenden Albiceleste-Torwart Emiliano Martínez, ehe Coman selbiges Schicksal vom Punkt ereilte.
"Schade, dass er in der Nachspielzeit das Tor nicht gemacht hat", sagte Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche mit Blick auf SGE-Stürmer Kolo Muani. Er ergänzte: "Er hat ein ganz starkes Finale gespielt und Eintracht Frankfurt super repräsentiert. Wir sind sehr stolz auf ihn." Ein starkes Finale – so wie seine Bundesliga-Kollegen. Am Ende mit einem unglücklichen Ausgang.
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