WM 2022: England läuft in Katar eigenem Anspruch hinterher - Three Lions trotz Top-Spielern ohne Biss

England war zuletzt zweimal nah dran am großen Wurf und hat riesiges Potenzial. Doch im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2022 in Katar überwiegen im Mutterland des Fußballs die Zweifel. Nationaltrainer Gareth Southgate, welcher die Three Lions ins WM-Halbfinale 2018 und ins EM-Finale 2021 geführt hat, steht in der Kritik. Das Turnier in Katar wird für England zum Wegweiser.

Spieler im Fokus - Harry Kane: Ein Neuner aus dem Lehrbuch

Quelle: Perform

Aus den viel besungenen "30 years of hurt" sind 56 Jahre voller Schmerzen geworden - und ein Ende ist nicht in Sicht. Oder doch?
Die Next Generation der englischen Nationalmannschaft um Jungstars wie Jude Bellingham, Phil Foden oder Jadon Sancho lässt das Mutterland des Fußballs träumen - wären da nicht die bösen Geister der Vergangenheit.
Egal wie talentiert, egal wie "golden" die Generation war, seit dem einzigen WM-Triumph 1966 steht fest: Es ist noch immer schiefgegangen. Meistens sogar richtig, begleitet von Skandälchen und Peinlichkeiten. Und so braut sich auch diesmal wieder etwas zusammen über dem WM-Halbfinalisten und Vize-Europameister.
"Es gibt drei Probleme bei den Three Lions", kommentierte die "Daily Mail" nach dem jüngsten Abstieg in der Nations League: "Die Abwehr, das Mittelfeld und den Angriff." Dem massiv in die Kritik geratenen Teammanager Gareth Southgate will es nicht gelingen, aus Toptalenten wie Bellingham, Foden und Sancho sowie gestandenen Stars wie Kapitän Harry Kane, Raheem Sterling und Jordan Henderson eine Mannschaft zu formen.

Southgate: "Spieler lechzen danach, Champions zu sein"

Dabei hat Southgate viel bewirkt. Bei seinem Amtsantritt 2016, erinnerte die "Sun", sei das Aushängeschild der Nation "die Lachnummer Europas" gewesen. Hinter den Three Lions lag das fast schon übliche peinliche Turnier-Aus (im EM-Achtelfinale gegen Island) und ein desaströses Intermezzo unter Sam Allardyce, der sich gerade einmal 67 Tage im Amt hielt.
Doch nach den Achtungserfolgen 2018 (WM-Halbfinale) und 2021 (EM-Finale) herrscht wieder Tristesse, Southgate muss sich trotz eines Vertrages bis 2024 Spekulationen um seine Nachfolge gefallen lassen - auch der Name Thomas Tuchel fällt.
Nach dem 0:4 gegen Ungarn, der höchsten Heimpleite seit 94 Jahren, wurde er ausgebuht. Southgate, heißt es, sei keiner für die "crunch time". Und er lasse trotz Überangebots an Kreativen langweilig spielen.
Aber Southgate hat auch Fürsprecher. Die Kritik sei "ein Witz", meinte Ex-Nationalspieler Jamie Carragher, wer nörgle, ein "Idiot". Dennoch riet die Liverpool-Legende seinem früheren Mitspieler, nach der WM freiwillig zu gehen.
"Die Spieler lechzen danach, Champions zu sein", betonte Southgate. Und wenn es wieder schiefgeht? "Ich weiß um die Konsequenzen - und das ist völlig in Ordnung für mich."

Der Star: Harry Kane

Oliver Kahn wagt sich beim Thema Harry Kane noch nicht aus der Deckung. "Harry Kane ist ein hervorragender Stürmer, der bei Tottenham unter Vertrag steht", sagte der Vorstandsvorsitzende von Bayern München im Sommer über den Kapitän der englischen Fußball-Nationalmannschaft.
Und doch ist es ein offenes Geheimnis, dass der deutsche Rekordmeister den 29-Jährigen gerne im kommenden Sommer an die Isar holen würde - ein Jahr vor dem Ende seines Arbeitspapiers. Eine "erste Kontaktaufnahme", so heißt es, soll es längst gegeben haben.
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Harry Kane

Fotocredit: Getty Images

Kopfballstark, eiskalt im Abschluss und überaus durchsetzungsfähig - Kane verkörpert einen Stürmertypen, wie es sie nur noch wenige gibt im Weltfußball. "Das wäre nicht nur ein guter Spieler, sondern auch eine Bereicherung für die Bundesliga", sagte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus dem SID.
Für die Three Lions ist Kane die Lebensversicherung, nur noch zwei Tore trennen ihn vom "ewigen" Rekord, den Wayne Rooney mit 53 Treffern hält. "Seine Quote ist phänomenal", sagte Teammanager Gareth Southgate. Aber: Die Abhängigkeit von Kane bereite ihm Sorgen.

Der Trainer: Gareth Southgate

Ausgerechnet die berühmt-berüchtigte Sun sprang Gareth Southgate in der größten Not zur Seite. Die beißende Kritik am Teammanager der englischen Fußball-Nationalmannschaft sei "unfair", hieß es dort, England sei unter der Regie des Ex-Nationalspielers immerhin "nur ein Elfmeterschießen" entfernt gewesen vom EM-Titel.
Aber, ach - die "bloody penalties", die verdammten Elfer, hatten Fehlschütze Southgate schon nach dem Halbfinale der EURO 1996 gegen Deutschland um den Schlaf gebracht. In einem berühmt gewordenen Werbespot war er damals mit einer Papiertüte über dem Kopf zu sehen, als Sündenbock der Nation.
Heute wünschen ihn wieder Millionen Fans zum Teufel. Mit einem anderen als dem 52-Jährigen auf der Bank, glauben sie, wäre die talentierte Next Generation der Three Lions schon 2018 ins WM-Finale und 2021 auf den EM-Thron gestürmt.
Southgate, auch das schrieb die Sun, habe "das taktische Geschick eines Zitronenbonbons". Der frühere Verteidiger sei "gut in manchen Dingen - eine Fußball-Mannschaft zu trainieren gehört nicht dazu".

WM 2022: Englands Kader für Katar

Tor: Jordan Pickford (FC Everton), Aaron Ramsdale (FC Arsenal), Nick Pope (Newcastle United)
Abwehr: Trent Alexander-Arnold (FC Liverpool), Conor Coady (FC Everton), Eric Dier (Tottenham Hotspur), Harry Maguire (Manchester United), Luke Shaw (Manchester United), John Stones (Manchester City), Ben White (FC Arsenal), Kieran Trippier (Newcastle United), Kyle Walker (Manchester City)
Mittelfeld: Jude Bellingham (Borussia Dortmund), Mason Mount (FC Chelsea), Jordan Henderson (FC Liverpool), Declan Rice (West Ham United), Conor Gallagher (FC Chelsea), Kalvin Phillips (Manchester City)
Angriff: Marcus Rashford (Manchester United), Phil Foden (Manchester City), Jack Grealish (Manchester City), Harry Kane (Tottenham Hotspur), Bukayo Saka (FC Arsenal), Raheem Sterling (FC Chelsea), Callum Wilson (Newcastle United), James Maddison (Leicester City)
(SID)
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Southgate stellt klar: Katar wird England nicht zum Schweigen bringen

Quelle: Perform

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