WM 2022: Sami Khedira kritisiert Hans-Dieter Flick für Aufstellung gegen Costa Rica - "Hat sich verzockt"
Der ehemalige Nationalspieler Sami Khedira hat Bundestrainer Hansi Flick in seiner Funktion als "ARD"-Experte für dessen Aufstellung gegen Costa Rica kritisiert. Flick habe sich "ein bisschen verzockt", resümierte der Weltmeister von 2014, sieht im 57-Jährigen mit Blick auf die Heim-Europameisterschaft 2024 aber weiterhin den richtigen Mann als Bundestrainer.
Hansi Flick (Deutschland) nach dem WM-Spiel gegen Costa Rica
Fotocredit: Getty Images
Flick sei "selbstkritisch" und habe "gutes Spielermaterial, das er größtenteils richtig einsetzt", befand Khedira in der ersten Analyse des Ausscheidens der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Katar.
Trotzdem sei er der Meinung, "dass er sich ein bisschen mit der Aufstellung verzettelt hat". Vor allem eine schon im Vorfeld der Partie viel diskutierte Personalie stieß dem ehemaligen Stuttgarter auf: "Kimmich hat auf der rechten Seite hoch angefangen. Wenn du Kimmich schon hoch aufstellst, dann brauchst du jemanden in der Mitte, der das verwertet: Füllkrug."
Man habe nach zehn Minuten gesehen, dass Kimmich immer mehr in die Mitte drängte. "Er will in die Mitte, er will das Spiel machen. Leon Goretzka ist kein Verbindungsspieler, kein Kombinationsspieler", analysierte Khedira weiter und stellte fest: "Flick hat sich dahingehend etwas verzockt."
Dennoch sei der Triple-Coach von 2020 (FC Bayern) und langjährige Co-Trainer von Vorgänger Joachim Löw für Khedira auch weiterhin der richtige Trainer für die Nationalmannschaft. "Er hat es bei Bayern schon nachgewiesen. Er ist sehr klar, hat ein super Team und eine gute Spielidee. Er ist streng, aber gleichzeitig auch ein Menschenfänger. Ich würde mir wünschen, dass Hansi bleibt."
Die Alternativen seien aktuell ohnehin nicht da. "Ich sehe ihn trotz des Ausscheidens als einen richtig guten Trainer", so Khedira.
Auch Hitzlsperger will keine Trainerdiskussion
Auch Thomas Hitzlsperger, ebenfalls WM-Experte der "ARD", hält wenig davon, jetzt eine Trainerdiskussion zu führen. "Es war sein erstes großes Turnier in der Hauptverantwortung", verteidigte der 40-Jährige den ehemaligen Bayern-Trainer. Vielmehr sollte man sich noch einmal ernsthaft über die Qualität im deutschen Fußball unterhalten. "Sind wir wirklich so gut? Haben wir wirklich so tolle Spieler", legte der ehemalige Sportvorstand des VfB Stuttgart den Finger in die Wunde. Er selber sei sich da nicht mehr so sicher.
Flick habe jetzt eine "bittere Erfahrung" bei einem Turnier gemacht, habe es aber dennoch verdient, es bei der Europameisterschaft in zwei Jahren besser zu machen. "Er muss die Chance bekommen, aus diesen Fehlern, die jetzt in der Analyse aufgedeckt werden, zu lernen. Jetzt den Trainer rauszuschmeißen, halte ich für absoluten Quatsch."
Für Hitzlsperger seien rein sportliche Defizite der Hauptgrund für den zweiten Gruppen-K.o. in Folge: "Wir sind nicht in der Lage, Mannschaften, die tief stehen und nur verteidigen, zu bespielen. Spanien hat das gemacht, wir können es nicht. Das müssen wir einfach einsehen. Dafür brauchen wir Alternativen und da ist jetzt genügend Zeit, nachzudenken."
Gegen Costa Rica mühte sich das DFB-Team gegen völlig unterlegene Costa Ricaner zu einem 4:2-Sieg, lag zwischenzeitlich sogar mit 1:2 in Rückstand.
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