Deutsche Nationalmannschaft: Jürgen Klopp und Rudi Völler als Duo - DFB übt den Mittelweg, oder stellt das perfekte Duo

Nach dem enttäuschenden WM-Aus gegen Paraguay forderten viele Fans und Experten einen personellen Neuanfang beim DFB. Nun herrscht auf einer der wichtigsten Positionen Klarheit: Rudi Völler wird seinen Vertrag als Sportdirektor bis zur EM 2028 erfüllen. Das bestätigte der 66-Jährige am Dienstag selbst. Was kann der Weltmeister von 1990 der deutschen Nationalmannschaft und dem DFB noch geben?

Neuer Bundestrainer? Klopps legendäre Karriere

Quelle: Perform

Nach dem WM-Aus gegen Paraguay forderten viele beim DFB einen personellen Neuanfang. Doch ausgerechnet auf einer Schlüsselposition setzt der DFB auf Kontinuität.
"Es wäre für mich kein Problem gewesen, dem ein Ende zu setzen. Aber dafür hängt mir das alles hier zu sehr am Herzen", erklärte Völler.
Zuvor hatten bereits Berichte von "Sky" nahegelegt, dass auch Bundestrainer-Wunschkandidat Jürgen Klopp im Falle seiner Verpflichtung unbedingt mit Völler zusammenarbeiten möchte. Unterstützung erhielt der Weltmeister von 1990 zudem von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Vizepräsident Hans-Joachim Watzke.
Kaum ein Funktionär genießt im deutschen Fußball ein vergleichbares Ansehen. Völler bringt jahrzehntelange Erfahrung im DFB mit, kennt die Abläufe im Verband wie kaum ein Zweiter und verfügt über ein enormes nationales wie internationales Netzwerk.
Hinzu kommen seine ruhige Art, seine Autorität und seine Nähe zur Mannschaft.

Was kann Völler dem DFB noch geben?

Nicht zuletzt gilt Völler als verbindendes Element zwischen Verband, Trainerteam und Spielern. Ganz ohne Kritik verläuft seine bisherige Amtszeit allerdings nicht.
Schließlich war Völler als Sportdirektor Teil jener DFB-Führung, die das frühe WM-Aus gegen Paraguay im Sechzehntelfinale mitzuverantworten hat. Er trug die Entscheidungen rund um Julian Nagelsmann ebenso mit wie zahlreiche organisatorische Maßnahmen während des Turniers.
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Rudi Völler war ein großer Unterstützer von Julian Nagelsmann

Fotocredit: Imago

Vor allem aber steht Völler für Kontinuität - und genau diese wünschten sich nach dem erneuten Scheitern längst nicht alle. Nach mehreren enttäuschenden Turnieren wurde aus Fans und Teilen der Öffentlichkeit immer wieder der Ruf nach einem echten personellen und strukturellen Neuanfang laut. Diesen verkörpert Völler naturgemäß nicht.

Forderung nach Neuanfang - mit Mertesacker?

Ein Name, der zuletzt immer häufiger fällt, ist Per Mertesacker. Der Weltmeister von 2014 machte selbst deutlich, dass ihn eine Aufgabe beim DFB reizen würde. "Dem deutschen Fußball, dem ich auch so viel zu verdanken habe, irgendetwas zurückzugeben - dafür stehe ich natürlich zur Verfügung", sagte der ehemalige Nationalspieler.
Auch finanzielle Aspekte würden für ihn keine Rolle spielen. Auf die Frage, ob er für eine DFB-Aufgabe auf Geld verzichten würde, antwortete Mertesacker im "ZDF" unmissverständlich: "Ganz genau!"
Er begründete dies mit deutlichen Worten: "Besonders in der jetzigen Situation braucht es wieder viele Denker und Lenker, die gerne zum DFB kommen und gerne etwas verändern möchten. Klubs und RB-Konzerne zahlen viel, viel mehr Geld."
Unterstützung erhält Mertesacker von prominenter Seite. Uli Hoeneß sprach sich zuletzt öffentlich für den früheren Arsenal-Profi aus. "Er hat als ehemaliger Profi große internationale Erfahrung. Er hat immer gezeigt, wie gut er mit Menschen umgehen kann", erklärte der Ehrenpräsident des FC Bayern gegenüber der "Bild".
Tatsächlich würde Mertesacker für vieles stehen, was Kritiker derzeit beim DFB vermissen: neue Impulse, moderne Führungsstrukturen sowie umfangreiche Erfahrung in der Nachwuchsarbeit. Als Leiter der Arsenal-Akademie entwickelte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Talente und sammelte wertvolle Erfahrungen im langfristigen Aufbau sportlicher Strukturen. Eine mögliche Rolle neben Völler könnte nach wie vor realistisch sein.

Klopp und Völler: Ein Führungsduo mit klarer Rollenverteilung

Mit Völlers Bekenntnis bis 2028 richtet sich der Blick nun vor allem auf eine mögliche Zusammenarbeit mit Jürgen Klopp.
Auf den ersten Blick könnten sich beide hervorragend ergänzen. Klopp gilt als emotionaler Antreiber, Motivator und Gesicht einer Mannschaft. Völler dagegen bringt die nötige Ruhe im Hintergrund mit. Während Klopp den sportlichen Alltag und die Nationalmannschaft prägen würde, könnte Völler weiterhin als Vermittler zwischen Trainerteam, Verband und Öffentlichkeit fungieren.
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Jürgen Klopp: Bundestrainer-Engagement rückt näher

Fotocredit: Getty Images

Gerade diese Rollenverteilung könnte für den DFB entscheidend sein. Klopp würde sich auf das Sportliche konzentrieren, während Völler als erfahrener Ansprechpartner organisatorische und strategische Themen im Verband begleitet. Gleichzeitig kennt der Sportdirektor die Strukturen des DFB seit Jahrzehnten und genießt sowohl intern als auch bei den Nationalspielern großes Vertrauen.
In Sachen Kommunikation und Präsenz in der Öffentlichkeit kann Völler weiterhin die Mannschaft vor möglichen Unruhen bewahren. Dort bewies er bereits in den vergangenen Monaten Stärken.
Mit seiner öffentlichen Zusage hat Völler nun jedenfalls eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Sollte Klopp tatsächlich neuer Bundestrainer werden, stünde dem DFB ein Führungsduo zur Verfügung, das Erfahrung und Kontinuität mit neuen sportlichen Impulsen verbinden könnte - genau darauf hofft der Verband nach dem erneuten WM-Rückschlag.
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Tielemans über Balogun: "Hat keinen Unterschied gemacht"

Quelle: Perform


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