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WM 2026 - Deutschland vor Match gegen Paraguay unter Druck - Kritik wegen mangelnder Zweikampfhärte im DFB-Team
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Publiziert 28/06/2026 um 22:38 GMT+2 Uhr
Siegen oder fliegen? Die DFB-Auswahl und Bundestrainer Julian Nagelsmann stehen vor dem Sechzehntelfinale gegen Paraguay unter Druck. Die Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Ecuador offenbarte Schwächen, insbesondere in der Zweikampfhärte. Auch das hochgelobte Duo Jamal Musiala und Florian Wirtz in der Offensive kam bei der WM noch nicht wirklich zum Zuge. Das Team muss ein Zeichen setzen.
Völler warnt: "Das müssen wir aufs Minimum reduzieren"
Quelle: Perform
Der "Gute-Laune-Onkel" Rudi Völler beruhigte in seiner väterlichen Art die nervöse Nation - doch der Druck ist riesig.
Bei einem Scheitern der Mannschaft von Julian Nagelsmann im kniffligen WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay könnte auch der DFB-Sportdirektor mit seinem unerschütterlichen Optimismus nichts mehr retten. "Wir wissen, dass wir nun das Messer am Hals haben", betonte Geschäftsführer Andreas Rettig.
Ein souveräner Erfolg gegen die Albirroja wäre auch deshalb, wichtig, um fürs Achtelfinale ein Zeichen zu setzen - denn dort dürfte es zum Duell mit den bärenstarken Franzosen kommen, die neben Argentinien als WM-Topfavorit gelten.
Zunächst liegt der Fokus auf Paraguay. Seit der Gegner für das erste K.o.-Spiel am Montag (22:30 Uhr MESZ im Liveticker) in Foxborough feststeht, tüftelt Nagelsmann mit seinen Co-Trainern und Analysten am Matchplan. Die simple Lösung: "Wir müssen einfach mit dem nötigen Selbstvertrauen aufdribbeln."
Probleme wie schon gegen Ecuador? Völler wiegelt ab
Doch werden die Ballkünstler Florian Wirtz und Jamal Musiala endlich durch die Abwehrreihen tanzen - oder bekommt der Favorit wieder große Probleme mit der Körperlichkeit des Gegners? Völler gibt sich entspannt.
"Ich bin völlig beruhigt und relaxt, am Montag wird die Mannschaft alles reinhauen", sagte der Weltmeister von 1990 vor dem Abflug nach Boston im DFB-Quartier in Winston-Salem. "Der Glaube", versicherte Völler, "ist da, dass wir alles rausholen und ans Limit gehen".
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Jamal Musiala kommt bei der WM 2026 noch nicht in Fahrt
Fotocredit: Getty Images
Das ist auch dringend nötig. Der herbe Stimmungsdämpfer zum Abschluss der Vorrunde gegen Ecuador (1:2) offenbarte eine längere Mängelliste - besonders in der Zweikampfhärte waren die Probleme unübersehbar.
Kroos zweifelt an DFB-Team: "Keine physischen Monster"
"Tah, Rüdiger und mit Abstrichen Nmecha können über 90 Minuten physisch dagegenhalten, ansonsten sind das alles keine physischen Monster", lautete die besorgniserregende Bestandsaufnahme des 2014er-Weltmeisters Toni Kroos.
Diese Erkenntnis reifte auch beim Bundestrainer vor dem Abschlusstraining im Spry Soccer Stadium. Doch was soll er in der Kürze der Zeit machen? "Körperlichkeit", räumte Nagelsmann ein, "ist schwer zu trainieren." Bis zum Spiel gegen Paraguay "werden wir uns nichts auftrainieren können im Oberkörperbereich".
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Julian Nagelsmann und sein Team stehen unter Druck
Fotocredit: Getty Images
Es müssen also andere Lösungen her. Nagelsmann erwartet weniger "Harakiri bei der Positionierung" im Offensivspiel. Zudem sollen die Kombinationen schneller werden.
"Wir müssen den Ball früher spielen, um dem Zweikampf aus dem Weg zu gehen. Oder wir schaffen im Kollektiv mehr Überzahlsituationen", forderte Nagelsmann.
Dafür kann er aus dem Vollen schöpfen. Linksverteidiger Nathaniel Brown ist nach leichten Adduktorenproblemen wieder ins Training eingestiegen und sollte seinen angestammten Platz in der Viererkette einnehmen. Das gilt auch für Kapitän Joshua Kimmich, mit dem Nagelsmann trotz öffentlicher Diskussionen weiter hinten rechts plant.
Nmecha und Pavlovic wohl erneut in Startelf
"Die Diskussionen gab es schon immer. Er ist auf beiden Positionen Weltklasse", sagte der gewiefte Krisenmanager Völler und wischte alle Kritik an Nagelsmann weg. Dieser sei schließlich "ein absoluter Top-Trainer".
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Kimmich nach Pleite ehrlich: "Das war eine verdiente Niederlage"
Quelle: MagentaTV
Trotz einer schwachen Leistung gegen Ecuador dürften Felix Nmecha und Aleksandar Pavlovic eine erneute gemeinsame Chance im Maschinenraum erhalten. Auch sonst kämen Änderungen überraschend.
Noch keine Gedanken an Frankreich
Das zuletzt von Nagelsmann geprobte 5-4-1-System gegen den Ball ist gegen Paraguay nicht zu erwarten, dies wäre erst eine Alternative in einem möglichen Achtelfinale gegen Frankreich. "Mit Frankreich", stellte Völler aber klar, "befassen wir uns gar nicht. Da gibt es überhaupt keinen Grund für."
Völler hat das nicht für möglich gehaltene Vorrunden-Aus bei den Turnieren 2018 und 2022 als Mahnung noch im Hinterkopf, außerdem weiß er aus eigener Erfahrung, wie unangenehm Paraguay auftreten kann.
Sieben Schüsse, vier Gegentore: Neuer muss sich steigern
Mit Teamchef Völler mühte sich die DFB-Auswahl im WM-Achtelfinale 2002 zu einem 1:0 gegen den Außenseiter, Oliver Neuville traf spät (88.). "Damit könnte ich auch dieses Mal gut leben", sagte Völler und grinste.
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Fehler beim Gegentreffer? Neuer verteidigt Entscheidung
Quelle: Perform
Damit ihm das Lachen nicht vergeht, muss sich auch Rückkehrer Manuel Neuer steigern. Der 40-Jährige kassierte vier Treffer bei sieben Schüssen auf sein Tor, gegen Ecuador patzte er erstmals. Dass der erfahrene Neuer mit Drucksituationen umgehen kann, hat er schon oft bewiesen. Doch wie ist es mit dem Rest des Teams?
"Das hatten wir schon einmal gegen die Slowakei. Auch da war der Druck groß", sagte Rettig, er erinnerte bei "MagentaTV" an das entscheidende WM-Qualifikationsspiel in Leipzig. In der Wiege des deutschen Fußballs schoss sich der viermalige Weltmeister im November mit einem beeindruckenden 6:0 zum Turnier.
Gegen einen solchen Auftritt hätte auch Völler nichts einzuwenden. Dann wäre die nervöse Fußball-Nation erst einmal wieder beruhigt.
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(SID)
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Nagelsmann nimmt Neuer in Schutz: "Undankbar für Torwart"
Quelle: Perform
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