WM 2026 - Musiala und Wirtz in der Krise - Deutschlands Sorgenkinder: Warum "Wusiala" einfach nicht zündet
Update 27/06/2026 um 11:02 GMT+2 Uhr
Nach der Niederlage gegen Ecuador rücken Jamal Musiala und Florian Wirtz in den Fokus. Das einst gefeierte "Wusiala"-Duo bleibt bei der Weltmeisterschaft bislang weit hinter den Erwartungen zurück. Befinden sich die Zauberkünstler im Formtief - oder hinkt das System von Bundestrainer Julian Nagelsmann? Vor dem Beginn der K.o.-Runde wächst der Druck auf Deutschlands größte Offensiv-Hoffnungen.
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Quelle: MagentaTV
Begibt man sich auf der Video-Plattform "YouTube" auf die Suche von Jamal Musialas "besten Momenten gegen Ecuador", bekommt man diverse Zusammenschnitte des Bayern-Stars zu sehen - nur leider liegt er zur Hälfte der Zeit dabei auf dem Rasen.
Bei der 1:2-Niederlage gegen Ecuador im glücklicherweise unbedeutenden letzten Gruppenspiel tat sich der Zauberfuß - wie schon im gesamten restlichen Turnier - sichtlich schwer.
Mit der Körperlichkeit und Aggressivität seiner südamerikanischen Gegenspieler konnte der 23-Jährige nicht umgehen, auch das Zusammenspiel mit Florian Wirtz - bei der Heim-EM wurde das Duo noch zu "Wusiala" hochstilisiert - hakt sichtlich.
Der frühere Leverkusener gelobte im "ARD"-Interview Besserung, die Frage bleibt aber: Wie lange kann Bundestrainer Julian Nagelsmann noch auf Wirtz und Musiala außer Form setzen?
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Musiala und Wirtz strahlen kaum Torgefahr aus
Dass beide Ausnahmekönner sind, ist unbestritten. Auch Wille und Einsatz sind weder Musiala noch Wirtz abzusprechen. Die Statistiken aber sind nach drei WM-Spielen ernüchternd. Ersterer reihte sich beim Schützenfest gegen Curaçao (7:1) noch in die Torschützenliste ein, gegen Ecuador aber verzeichnete Musiala lediglich einen Torschuss und einen xG-Wert von 0,028.
Vom Bundestrainer erhielt der Münchner dennoch Rückendeckung. Einmal mehr verwies Julian Nagelsmann auch auf die lange Ausfallzeit Musialas, den er durch Spielpraxis zurück zu alter Stärke führen will: "Er war ein Jahr weg. Wir wissen alle, welche Fähigkeiten er hat. Wir müssen sie aus ihm rauskitzeln."
Der Liverpooler Wirtz bereitete immerhin das 1:0 durch das andere Sorgenkind - Leroy Sané - vor, von seinen Leistungen in der Meistersaison mit Bayer 04 Leverkusen ist der 23-Jährige aber weit entfernt.
"Flo war sehr bemüht und hat Gas gegeben", gab der Bundestrainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zu Protokoll. "Die Fortune fehlt ihm. Er hatte zwei, drei Top-Dribblings im Sechzehner. Das Tor fehlt."
Wirtz wirkt auf seiner Position fehl am Platz
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die beiden technisch hoch veranlagten Spieler in Nagelsmanns taktischem Korsett nicht zur Entfaltung kommen. Wirtz spielt auf der linken Außenbahn auf einer Position, die kaum seinen Stärken als Spielgestalter und torgefährlicher Zehner entspricht.
Dadurch zieht der gebürtige Rheinländer häufig ins Zentrum, wo er und der nominelle Zehner, nämlich Musiala, sich allzu häufig auf den Füßen stehen.
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WM - Florian Wirtz und Deutschland müssen eine Niederlage zum Abschluss gegen Ecuador hinnehmen
Fotocredit: Getty Images
Hinzu kommt, dass die Spielausrichtung des DFB-Teams ganz klar auf Angriffe durch die Mitte ausgelegt ist. Das Problem dabei aber: Es fehlt die Tiefe. Gegen Ecuador dribbelten sich sowohl Musiala als auch Wirtz viel zu häufig an der gegnerischen Defensive fest.
Linksaußen David Raum, der den angeschlagenen Nathaniel Brown ersetzte, stieß viel zu selten in die Lücke vor, die Wirtz durch seinen Zug ins Zentrum öffnete. "MagentaTV"-Experte Jürgen Klopp kritisierte zudem die Positionierung in der Defensivbewegung: "Wirtz und Musiala waren überall - aber bei jedem Ballverlust war niemand irgendwo."
Nagelsmann hält an Startelf fest
Bleibt die Frage, wie der Bundestrainer das "Wusiala"-Problem in der K.o.-Runde zu lösen gedenkt. Bislang ist Nagelsmann seiner Startelf eisern treu geblieben, ein Wechsel in der Formation erscheint auch gegen den voraussichtlichen Gegner im Sechzehntelfinale, Paraguay, unwahrscheinlich.
Bei der EM 2024 hatte Nagelsmann in den K.o.-Spielen gegen Dänemark und Spanien übrigens Wirtz geopfert und einzig Musiala in der Startelf belassen.
Wirtz selbst sah im "MagentaTV"-Interview nach dem Spiel zwar Raum für Optimierung, befand aber auch, er und Musiala hätten "schon ab und zu ganz gute Kombinationen" gehabt: "Bei uns muss es auch einfach noch ein bisschen besser werden. Insgesamt auch: Mehr rotieren, um uns gegenseitig Platz zu schaffen. Das werden wir uns angucken und dann auch verbessern."
Tatsache ist: Die Zeit für Anpassungen während einer Weltmeisterschaft ist knapp. Schon am Montag (22:30 Uhr MESZ im Liveticker) bestreitet die deutsche Nationalmannschaft die Runde der letzten 32.
Dann muss von "Wusiala" endlich mehr kommen - sonst sind die deutschen Titelhoffnungen schnell begraben.
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