DFB-Team startet in die Vorbereitung: Drei Baustellen von Julian Nagelsmann vor der WM 2026

Am Mittwoch startet Julian Nagelsmann mit der deutschen Nationalmannschaft in die Vorbereitung für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada, die am 11. Juni startet. Der Kader ist seit einigen Tagen bekannt. Die verbleibende Zeit braucht der Bundestrainer, um über einige Schwachstellen im Kader nachzudenken und Lösungen zu finden. Eurosport.de zeigt drei Baustellen.

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Quelle: Perform

Es war keine Überraschung, dass Joshua Kimmich vergangene Woche bei der Kaderbekanntgabe als Erster an der Reihe war. Mit einem persönlichen Video, durch das sofort klar wurde, wie wichtig er ist. Als Persönlichkeit und als Spieler für den DFB-Kader. "Ich bin sehr froh, dass du mein Leader auf dem Feld bist", sagte Nagelsmann darin.
Als Kapitän führt der 31-Jährige die DFB-Elf bei der Weltmeisterschaft (11. Juni bis 19. Juli 2026) auf den Platz. Obwohl er beim FC Bayern im defensiven Mittelfeld spielt, ist er unter Nagelsmann wieder als Rechtsverteidiger gesetzt.
Eine echte Alternative auf dieser Position gibt es nicht. Ist er also die beste Lösung des Bundestrainers?
Auch auf anderen Positionen herrscht Unklarheit, wer spielt - und warum diejenigen spielen, die spielen. Eurosport.de zeigt drei Baustellen, die Nagelsmann in der am Mittwoch startenden Vorbereitung klären muss.

Kimmich als Rechtsverteidiger - wer noch?

Die Rechtsverteidigerposition ist seine unliebsamere Position, das ist bekannt. Julian Nagelsmann war redlich bemüht, Kimmich auf seiner Lieblingsposition im defensiven Mittelfeld aufzustellen. Doch der Bundestrainer braucht ihn hinten rechts, wie spätestens das desaströse Länderspiel gegen die Slowakei (0:2) im September 2025 zeigte.
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Kai Havertz, Joshua Kimmich und Nick Woltemade beginnen am Dienstag die Vorbereitung zur WM 2026

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Namdi Collins spielte Rechtsverteidiger und ging unter. Im folgenden Spiel gegen Nordirland, das das DFB-Team mit 3:2 gewann, probierte sich Nagelsmann an einer Dreierkette. Er hatte nur Collins als Rechtsverteidiger für diese beiden Länderspiele nominiert, während Kimmich auf der Doppelsechs spielte.
Seitdem ist klar: Kimmich ist rechts hinten wieder gefordert. "Der Trainer weiß, dass ich auf beiden Positionen spielen kann und dementsprechend kann man das dann auch nutzen", hatte Kimmich bei seiner Rückkehr auf diese Position im Oktober der "Sportschau" diplomatisch gesagt.
Einen prominenten Gegensprecher hat der Bundestrainer: "Ich würde Joshua auf keinen Fall da verbrennen, weil er als rechter Verteidiger dem Spiel nicht so viele Impulse geben und nicht so Führungsspieler sein kann, wie er das beim FC Bayern ist", sagte Uli Hoeneß dem "Spiegel". Das Problem ist nur: Außer Kimmich hat Nagelsmann keinen Rechtsverteidiger in den DFB-Kader berufen. Zweifel an der Doppelsechs oder ein Ausfall Kimmichs? Für beide Optionen braucht Nagelsmann einen Plan B.

Wie bringt er Musiala wieder in Form?

Über ihn wird mal wieder viel gesprochen, nur leider nicht in der Form, in der es Jamal Musiala lieb ist. Seine Wachsfigur in Berlin war ebenso Thema wie der Autounfall, den er im April verursacht hatte.
Weniger ging es um seine sportliche Rolle beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft, dabei ist sie doch das Glanzstück. Nagelsmann hatte ihn kürzlich noch als einen der "außergewöhnlichsten Spieler, die dieser Planet hat" bezeichnet.
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Jamal Musiala will sich zur WM 2026 in seine Bestform zurückkämpfen

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Von dieser Extraklasse ist beim 23-Jährigen aktuell nicht viel sehen, wie seine Leistung im DFB-Pokalfinale einmal mehr zeigte. Während sich Harry Kane in die Tiefe fallen ließ, um Räume zu kreieren, wirkte Musiala wie ein Fremdkörper, spielte das System nicht mit und letztlich auch keine große Rolle in dieser Partie.
Seit seinem Unterschenkelbruch im Sommer 2025 hat er seine Form - bis auf wenige Ausnahmen - kaum mehr gefunden. Für den Bundestrainer kein Grund zur Sorge. "Er wird immer besser und immer mehr zu dem Spieler, der er mal war”, sagte Nagelsmann kürzlich. Was aber, wenn die Leistung des Spielmachers auch während der WM ein Rätsel bleibt?

Wer stürmt für Deutschland?

Auch Kai Havertz war lange verletzt. Zuerst ein halbes Jahr aufgrund einer langwierigen Knieverletzung, im Frühjahr setzte ihn noch eine Muskelverletzung außer Gefecht. Und auch jetzt wird Havertz zum Vorbereitungsstart nicht dabei sein: Am Samstag bestreitet er mit dem FC Arsenal das Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain.
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Kai Havertz erzielte den goldenen Treffer gegen Burnley - und war bei einem Foul im Glück

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Nach vielen Verletzungen brillierte der 26-Jährige zwar in den letzten beiden Premiere-League-Spielen mit einem Tor und einer Vorlage, wie stark er aktuell wirklich ist, ist aber eine Black Box.
Wer wo spielt und wer für das DFB-Team bei der WM stürmt, ist noch nicht geklärt: Im Testspiel gegen Ghana im März setzte der Bundestrainer auf Havertz auf dem rechten Flügel und Nick Woltemade von Newcastle United im Sturmzentrum.
Der frühere VfB-Stürmer spielte eine durchwachsene Saison in England, während sein früherer Teamkollege in Stuttgart, Deniz Undav, zweitbester Bundesliga-Torschütze mit 19 Toren geworden ist. Den 29-Jährigen kritisiert Nagelsmann immer wieder. Startelfeinsätze wären bei ihm eher die Überraschung. Auch Maximilian Beier von Borussia Dortmund wird eher als Backup mitfahren.
Viele Positionen und Personalien also, die Julian Nagelsmann während seiner Vorbereitung in Herzogenaurach ab dem 27. Mai angehen muss.
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Quelle: Perform


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