Die deutsche Nationalmannschaft hat auch das zweite Spiel bei der WM 2026 gewonnen. Gegen die Elfenbeinküste drehte der eingewechselte Deniz Undav mit einem Doppelpack (68., 90.+4) die Partie
zum 2:1-Sieg. Franck Kessie hatte die Afrikaner in Toronto in der 30. Minute in Führung gebracht.
"Wir sind mit Rückschlägen gut umgegangen", sagte Bundestrainer Julian Nagelsmann, der mit seinen Auswechslungen die Partie maßgeblich beeinflusste. "Es war emotional. Es zeigt die Bedeutung für die gesamte Truppe. Jeder Spieler hat heute seine Wertigkeit gespürt, auch wenn ich leider nicht alle einwechseln kann. Die gesamte Gruppe hat sich den Sieg heute wieder erarbeitet."
Die deutsche Mannschaft steht zudem vorzeitig als Gruppensieger fest. Durch das
0:0 zwischen Außenseiter Curaçao und Ecuador kann das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann in Gruppe E nicht mehr von Platz eins verdrängt werden.
Im letzten Gruppenspiel wartet am Donnerstag (22:00 Uhr im
Liveticker) in New York Ecuador auf die DFB-Elf
Drei Dinge, die uns beim WM-Sieg des DFB-Teams gegen die Elfenbeinküste auffielen.
1.) Undav und das Stürmer-Gen
Das berüchtigte "Kicker-Interview" von Julian Nagelsmann und die beiden folgenden März-Länderspiele ließen nichts Gutes vermuten für Deniz Undav. Der Bundestrainer outete sich nicht gerade als Undav-Fanboy. Aber in den vergangen drei Monaten hat sich die Trainer-Spieler-Beziehung positiv entwickelt.
Undav begeistert: "Selbst in Toronto wird mein Name gerufen"
Quelle: Perform
Nagelsmann ist in seinen Aussagen etwas zurückgerudert und Undav hat weiter mit Toren überzeugt. Undavs Doppelpack gegen die Elfenbeinküste ist der vorläufige Höhepunkt des Stürmers in der Nationalmannschaft.
Es waren zwei echte Stürmertore. Tore, die so in der deutschen Nationalmannschaft so keiner schießen kann, wie Thomas Müller meinte. "Sobald sich das Spiel um den Strafraum bewegt, hat er außergewöhnliche Fähigkeiten", sagte Müller. "Das ist dieses Stürmer-Gen."
Deniz Undav (r.) trifft gegen die Elfenbeinküste doppelt
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Beim ersten Treffer kommt er kurz, spielt einen sauberen Pass auf Nadiem Amiri, läuft in den Strafraum durch und verwandelt direkt mit links. Beim zweiten stiehlt er sich im Rücken des Verteidigers geschickt weg, nimmt den scharfen Pass von Felix Nmecha perfekt mit rechts an und schweißt mit links ein.
"Er ist einfach ein Vollblutstürmer. Das hat man heute wieder gesehen. Die Räume wurden größer und dann hat er einfach ein Super-Gen", sagte Nagelsmann. Das war inhaltlich ähnlich zu Nagelsmanns Aussagen im März, aber deutlich positiver formuliert. Damals sagte der Bundestrainer, Undav sei "eher ein Finisher", der vor allem zur Geltung komme, "wenn der Gegner schon müde ist".
Undav zeigte in den ersten beiden WM-Spielen seine Qualitäten. Qualitäten, die aber dennoch weiter für seine Rolle als Joker sprechen. Auch wenn die Rufe nach einem Startelf-Einsatz sicher noch lauter werden dürften. "Klar, das ist absolut im Bereich des Möglichen", sagte Nagelsmann im "ZDF". Aber Undav erfülle "seine Rolle herausragend gut und die Quote, die er hat, ist unfassbar wichtig für uns". Bei "Magenta" klang das so: "Viel mehr Decider als jetzt kann er ja gar nicht sein."
Undav selbst übte sich in einem sehr unaufgeregten Interview in Understatement: "Das Wichtigste war, dass wir gewonnen haben. Wir haben in der zweiten Halbzeit viel Druck gemacht. Für mich war klar: Wenn ich reinkomme, werde ich einen Ball bekommen, das muss ich ausnutzen. Es klappt gerade vieles, ich nehme den Flow mit und versuche, das Ganze zu genießen."
2.) Nagelsmann: Auf dem Weg zum Turniertrainer
80 Minuten waren gespielt, als Julian Nagelsmann plötzlich auf dem Rasen stand, er hatte sogar den Ball in der Hand. Es war aber jetzt nicht so weit gekommen, dass sich der 38-Jährige selbst eingewechselt hätte.
Der Bundestrainer hatte sich über ein aus seiner Sicht unsportliches Verhalten von Wilfried Singo beschwert und wollte mit seiner Positionierung beim Vierten Offiziellen wohl noch mehr Eindruck hinterlassen.
Nagelsmann stolz nach Krimi: "Wichtiger als ein einfacher Sieg"
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Dabei sind Nagelsmann kreative Personalentscheidungen durchaus zuzutrauen. Man erinnere sich nur an Kai Havertz als Linksverteidiger. Aber auch Nagelsmanns - neudeutsch - In-Game-Coaching sorgte schon mehrfach für Kritik. In Italien wurde nach schwer nachvollziehbaren Wechseln aus einem 3:0 mal flugs ein 3:3. In der Nations-League-Endrunde wurde nach einem Dreierwechsel gegen Portugal aus einem 1:0 innerhalb von acht Minuten ein 1:2.
Nagelsmann scheint aber aus seinen Fehlern gelernt zu haben und sich weiter zum Turniertrainer zu entwickeln. Die Definition von Rollenprofilen vor der EM 2024 war der erste große Schritt, die Festlegung auf eine erste Elf vor dieser WM ein weiterer.
Bundestrainer Julian Nagelsmann erlebte gegen die Elfenbeinküste eine Achterbahnfahrt der Gefühle
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Und gegen die Elfenbeinküste fand er mit seinem Dreierwechsel nach einer Stunde auch den richtigen Schlüssel, um das Schloss aufzusperren, das die Elfenbeinküste um den eigenen Sechzehner montiert hatte.
Und es war nicht nur Matchwinner Undav, der dem Spiel eine neue Wendung gab. Deutschland hatte nach den Wechseln nach einer schwierigen Anfangsphase in Halbzeit zwei deutlich mehr Spielkontrolle und schaffte es, die Elfenbeinküste vom Tor wegzuhalten.
Dass Nadiem Amiri das 1:1 mit einer mustergültigen Flanke vorbereitete, war dann noch ein weiteres offensichtliches Bild, das Nagelsmanns goldenes Händchen in diesem Spiel verdeutlichte. Thomas Müller bei "Magenta" zur Vorarbeit des Mainzers: "Die Flanke ist Wahnsinn."
3.) Welcome back Außenverteidiger-Debatte
Deutschland, deine Außenverteidiger.
Es ist das Dauerthema in den letzten Jahrzehnten im deutschen Fußball. Mit Philipp Lahm hatte das DFB-Team lange Zeit zumindest einen Außenverteidiger auf Weltklasse-Niveau. Da man ihn aber nicht auf beiden Seiten gleichzeitig einsetzen konnte, klaffte auf der jeweils anderen Seite immer eine Lücke.
Problemfelder und Moral: Hummels und Müller analysieren DFB-Krimi
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Seit dem Abschied des WM-Kapitäns aus der Nationalmannschaft 2014 sind beide Seiten Problemzonen der deutschen Nationalmannschaft. Auch Julian Nagelsmann hat dieses Thema in seiner Amtszeit begleitet. Für die WM will er die rechte Seite mit Joshua Kimmich und die linke mit Nathaniel Brown besetzen.
Das klappt offensiv sehr ordentlich, hatte aber von Beginn an für Fragezeichen nach der defensiven Tauglichkeit aufgeworfen. Was sich gegen Curaçao angedeutet hatte, wurde gegen die Elfenbeinküste offensichtlich. Deutschland ist über die Außen anfällig.
Joshua Kimmich (r.) hatte gegen Yan Diomande ein ums andere Mal das Nachsehen
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Auch wenn es gegen Yan Diamonde sehr herausfordernd ist, Kimmich fehlt es im Eins-gegen-eins an Schnelligkeit und auch an Geschicklichkeit im Zweikampf. Wie vorm 0:1 ging Diamonde in Halbzeit eins dreimal an Kimmich Richtung Grundlinie vorbei.
Dass Felix Nmecha nur halbherzig zum Doppeln kam und Leroy Sané die innere Linie nicht schließen konnte, taten beim Gegentor ihr Übriges. Ebenso der missglückte Klärungsversuch von Brown in der Mitte, der den Abschluss überhaupt erst ermöglichte.
Für Brown war die anspruchsvolle Rolle als linker Außenverteidiger und in Ballbesitz als linker Achter an diesem Tag auch insgesamt eine große Herausforderung.
Amiri feiert Matchwinner Undav: "Killer vorm Tor"
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Offensiv war er lange nicht wirklich eingebunden und hatte durch seine Positionierung extrem weite Wege zurück in seine Position, was sich vor allem in der starken Phase der Elfenbeinküste nach dem Seitenwechsel fast in einem zweiten Gegentreffer niedergeschlagen hätte.
Kam in der letzten halben Stunde, als Deutschland das Spiel deutlich besser kontrollierte, aber besser in die Partie und hätte fast noch seinen zweiten WM-Treffer erzielt.
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Quelle: Eurosport